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Rechtskunde-AG beweist juristische Kompetenz im „Moot Court“

Am Ende der Verhandlung verkündete Richterin Johanna Franziska (3c) das Urteil und das Strafmaß. Für die Tatbestände Körperverletzung und Beleidigung wurde Herr Schlecht, gespielt von Leif (4c), nach Abwägung aller Zeugenaussagen sowie der mildernden und erschwerenden Umstände zu einer Geldstrafe verurteilt. Vorausgegangen war ein Strafprozess, in dem unsere Dritt- und Viertklässler die in der Realität vorgesehenen Rollen übernahmen.

Im Vorfeld hatte Herr Schlecht wirklich einen schlechten Tag. Er war gestresst durch Ehefrau (Elina, 4a) und Chef (Niklas, 3b) und sein defektes Auto, verpasste den Bus und stolperte über das ausgestreckte Bein eines Wartenden (Lorenz, 3c). Daraus ergab sich zuerst ein Wortgefecht, dann eine Rangelei, in deren Verlauf Herr Schlecht Herrn Warte zu Boden schlug.

Beobachtet wurde das von vier Zeugen, die dazu aus ihrer Sicht Aussagen machten. Das waren die schwerhörige Frau Müller (Inga, 4a), Frau Wichtig (Sugra, 4a), ein Passant (Clemens, 4b) und Frau Schlecht (Elina, 4a). Ein kniffliger Fall, in dessen Verhandlung der Angeklagte, das Opfer, der Staatsanwalt Herr Dr. Gerecht (Kian, 3c) und der Verteidiger Herr Dr. Milde (Alessio, 4b) zu Wort kamen. In weiteren Rollen zu sehen waren Marleen (4c), Hanna (4c), Aurelie (4a) und Birte (4b) als Erzählerin.

Die Vorstellung in der Aula begann am Nachmittag des letzten Schultages vor den Herbstferien aber zunächst mit der Vorstellung der Justitia, der Göttin der Gerechtigkeit, die leibhaftig auf der Bühne erschien, mit Kindern sprach und das System der Gerechtigkeit und der Rechtsprechung in unserem Staat erklärte. So erfuhren die Zuschauerinnen und Zuschauer etwas über die Gewaltenteilung (Legislative, Exekutive, Judikative), die Säulen des Staates und das Grundgesetz, aus dem der Paragraph 1 vorgestellt wurde.

In einem Theaterstück wurde im Anschluss der oben dargestellte Fall aufgeführt, der im Anschluss zur Verhandlung gebracht wurde. Im Zuschauerraum versammelt waren Kinder aller Klassen, die sehr konzentriert bei der Sache waren, die Redaktion unseres Schülermagazins Hexenpost, Lehr- und Fachkräfte, die Schulleitung und Eltern und Großeltern der AG-Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die einhellige Meinung war: „Eine außerordentlich kompetente Leistung unserer Kinder, die so nicht zu erwarten war!“ Der lange Applaus für alle Mitwirkenden bestätigte diese Meinung. Besonders zu erwähnen ist, dass die Agierenden auf der Grundlage des gespielten Falles die Verhandlung inklusive der Plädoyers eigenständig in der Liveversion realisieren mussten. Stark!

Rechtskunde in der Grundschule? Eher ungewöhnlich. Die Idee dazu hatten Tanja und Dr. Gerhard Klumpe, im realen Leben Richterin und Richter und in unserer Schule Eltern. Bei Schulleiter Stephan Vielhaber stieß das Anliegen auf großes Interesse, spielt die Gerechtigkeit im Schulleben und bei den Schulkindern doch eine wichtige Rolle. So entstand der Plan, im Rahmen des Offenen Ganztags eine Rechtskunde-AG anzubieten. Diese fand im Laufe des Schuljahres regelmäßig statt. Vorläufiger Höhepunkt war der „Moot Court“, die gespielte Gerichtsverhandlung, am vergangenen Freitag. Alle Beteiligten und die Zuschauerinnen und Zuschauer waren der Meinung, dass eine Weiterführung eine tolle Sache wäre. Bei Frau und Herrn Dr. Klumpe bedanken wir uns herzlich für das besondere Engagement!

 

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