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Rhythmisierte Ganztagsschule

Lernzeit – Freizeit – Projekte

“In der Ganztagsschule geht es um das Ganze. Es kommt darauf an, was man daraus macht.”

Unser Modell der Rhythmisierten Ganztagsschule

Die Entwicklung unserer Offenen Ganztagsschule gehört zu den zentralen Aufgaben unserer Arbeit. Dafür wurde in den vergangenen Jahren vieles gedanklich und konzeptuell angelegt und im Besonderen praktisch erprobt. Wir verfügen seit 25 Jahren über Erfahrungen in der Entwicklung ganztägiger Projekte eigener Prägung seit 1993, im Rahmen der Vorgängermodelle der Offenen Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen in den 1990er-Jahren und über die Jahtrausendwende hinweg und im Auf- und Ausbau der Offenen Ganztagsschule seit 2004.

Planungsmodul

Auf dieser Grundlage und gestützt durch drei konzeptuelle Säulen entwickeln wir unser Modell der Rhythmisierten Ganztagsschule, das wir Ihnen im Folgenden in modularer Darstellungsweise vorstellen. An diesem Modul wird dauerhaft gearbeitet, sodass es im Sinne eines “Baukastens” regelmäßig qualitativ angepasst wird.

Im ersten Teil stellen wir Ihnen unsere planerischen Grundgedanken der Rhythmisierung vor. Im zweiten Teil können Sie die darauf basierenden einzelnen Tagesphasen der Ganztagsschule einsehen. 

So funktioniert es

Sie haben die Möglichkeit, über das Klappmenü zu erfahren, was sich hinter den einzelnen Planungskomponenten und den chronologisch erstellten Tagesabschnitten verbirgt. Um die einzelnen Felder zu öffnen, klicken Sie einfach auf das Kreuzsymbol im roten Kreis am rechten Rand! Zum Schließen klicken Sie im Anschluss auf das Minussymbol im roten Kreis! Diese Darstellungsweise haben wir gewählt, um die Komplexität des Moduls für Sie anwendungsfreundlich und nachvollziehbar zu machen. 

1. Teil: Grundgedanken der Rhythmisierung

Die Idee

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die ursprüngliche Idee der Offenen Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen war zu Beginn des Jahrtausends die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ein damit einhergehendes Betreuungssystem. Pädagogische Ansprüche und Wirkmöglichkeiten wurden von Beginn an mitgedacht und fanden sich bereits 2003 im Ursprungserlass des Landes Nordrhein-Westfalen für die Offene Ganztagsschule. Innerhalb der Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen, die in der bis heute gültigen Fassung 2008 erschienen, wurden sie als qualitativer Querschnitt angelegt.

Haben oder Sein

Im Laufe des quantitativen und qualitativen Ausbaus der Offenen Ganztagsschulen entwickelten sich zwei Modelle, deren Ausprägung man als Antwort auf die beiden Fragen „Haben wir eine Offene Ganztagsschule?“ oder „Sind wir eine Offene Ganztagsschule?“ ermitteln kann.

Die Köllerholzschule ist in ihrem Selbstverständnis und in ihrem qualitativen Ausbau eine Offene Ganztagsschule. Alle Qualitätsentwicklungsprozesse sind darauf ausgerichtet.

Zahlen

Zurzeit nehmen von insgesamt 304 Schulkindern 200 (66 %) am Offenen Ganztag bis 16 Uhr und 25 (8 %) an der Übermittagbetreuung bis 13.30 Uhr teil. 79 Schulkinder (26 %) gehen nach dem Unterricht nach Hause. Drei Viertel (74 %) unserer Kinder bleiben also über den Unterricht hinaus in der Schule, ein Viertel (26 %) geht nach Hause.

Die Nachfrage bezüglich des Ganztags bis 16 Uhr ist weiter steigend, die nach der Betreuung bis 13.30 Uhr ist rückläufig. Insgesamt geht der Trend weiterhin zur OGS. Der Anteil der Kinder, die nach Hause gehen, wird geringer.

Bildungsvorteile versus Bildungsnachteile

Von Anfang an haben wir im Rahmen unserer Ganztagsschulentwicklung die soeben genannten Zielgruppen im Blick. Es gibt Familien mit eindeutiger Präferenz für die Ganztagsschule. Es gibt Familien, die Wert darauf legen, dass die Kinder mittags nach Hause kommen. Die Gründe für beide Haltungen sind vielfältig. Wichtig ist, die Familienentwürfe gleichrangig zu bewerten.

Ganztagsschulentwicklung ist immer auch Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die damit einhergehenden qualitativen Neuerungen sollen deshalb nach Möglichkeit in irgendeiner Form allen Schulkindern zu Gute kommen. So beeinflusst die Verzahnung von Vor- und Nachmittag den Unterricht positiv, was somit allen Kinder nutzt, auch denen, die nachmittags zu Hause sind. Und diejenigen Kinder, die nachmittags zu Hause sind, bereichern mit ihren Erfahrungen das Klassenleben am Vormittag.

Hat aber nun ein Kind, das in der Ganztagsschule ist, einen Bildungsvorteil? Darüber streiten sich die Schulexperten. Mit Blick auf unsere Ganztagsschule meinen wir, dass unser Bildungsangebot an die Kinder im landesweiten Vergleich bereits breit, gut und bildungsförderlich ausgebaut ist.

Zehn Jahre lang, von 1993 bis 2003, bereits vor dem Start unserer Ganztagsschule im Jahr 2004, konnten unsere Schulkinder an zwei Nachmittagen von 14 bis 18 Uhr in der Schule sein, im Besonderen im Rahmen der Entwicklung unseres Großprojektes „Naturnaher Schulgarten“. Diese Möglichkeit, nun an fünf Tagen bis 16 Uhr, haben wir bis heute als Qualitätsmerkmal beibehalten. Das heißt, auch Kinder, die nicht für die Ganztagsschule angemeldet sind, können an bestimmten Aktivitäten am Nachmittag teilnehmen. Das sind unsere offenen Angebote.

Nun könnte man einwenden, dass die Eltern der Ganztagsschulkinder diese Angebote mitfinanzieren. In der Realität haben wir in Absprache mit dem Ganztagsträger Arbeiterwohlfahrt Ruhr-Mitte eine Lösung gefunden.

Aus dem Stundendeputat der Schule, über das für den Ganztag zu verwendende Soll hinaus, werden zusätzliche Lehrerstunden und Arbeitsstunden von Ehrenamtlichen genutzt, um dies auszugleichen. So kommt es hier und da zu gemischten Gruppen, in denen einer vom anderen profitiert. Klassiker sind in diesem Zusammenhang unsere offenen Schulgartennachmittage an allen Wochentagen von 14 bis 16 Uhr, Angebote des Schulhandwerkers, der täglich ehrenamtlich anwesend ist oder unsere Schwimmkurse, die allen Kindern, auch bereits den Vorschulkindern, zugänglich sind.

Rhythmisierte Bildung aus Sicht des einzelnen Kindes als Erlasslage

Der NRW-Runderlass „Gebundene und offene Ganztagsschulen sowie außerunterrichtliche Ganztags- und Betreuungsangebote in Primarbereich und Sekundarstufe I“ vom 23.12.2010 benennt als Qualitätsmerkmal der Offenen Ganztagsschule (Absatz 3.1) u.a. ein „verlässliches Zeitraster und eine sinnvoll rhythmisierte Verteilung von Lernzeiten auf den Vormittag und den Nachmittag, auch unter Entwicklung neuer Formen der Stundentaktung“.

Rhythmisierung als pädagogische Grundhaltung

Aus unserer Erfahrung und Überzeugung wird das volle Wirkpotenzial der Rhythmisierung in bester Weise entfaltet, wenn die pädagogische Konzeption in Verschneidung mit den zur Verfügung stehenden räumlichen und personellen Ressourcen die Grundlage bildet, im Sinne einer individuellen Bildungs- und Förderplanung vom Bedarf des einzelnen Kindes aus zu denken und zu planen.

Rhythmisierung ist demnach aus unserer Sicht niemals eine Organisationsform, sondern immer das auf das einzelne Kind bezogene Ergebnis pädagogischer Überlegungen der in Schule Verantwortlichen.

Rhythmisierte Lebens- und Lernwelten

Rhythmisierte Lebens- und Lernwelten sind an der Köllerholzschule seit 25 Jahren Markenzeichen. Das betrifft zum einen die Entwicklung attraktiver räumlicher Möglichkeiten, wie zum Beispiel der Auf- und Ausbau des Schulgartens als Lern- und Erholungsort.

Verbindung von praktischem und theoretischem Lernen

Zum anderen ist uns die dauerhafte Verbindung von praktischem und theoretischem Lernen wichtig. Dafür haben wir viele Möglichkeiten geschaffen, zum Beispiel unsere 50 Lernstationen für das Lernen in der Praxis.

Zweiklang „Lernzeit – Freizeit“ und Partizipation

Der Zweiklang „Lernzeit – Freizeit“ ist der gedankliche und reale Garant für ein individuell zugeschnittenes Leben und Lernen in der Ganztagsschule. Die Partizipation der Schulkinder im Sinne einer demokratischen Mitbestimmungskultur spielt hier eine wichtige Rolle, damit sie selbstständig werden und ein Rückgrat entwickeln.

 

Rhythmisierung seit 25 Jahren und Zielperspektive 2019

Formen der rhythmisierten Schule seit 25 Jahren

Seit 25 Jahren erprobt und realisiert die Köllerholzschule Formen der rhythmisierten Schule. Als noch niemand über die Ganztagsschule oder die Offene Ganztagsschule sprach, boten wir unseren Schulkindern bereits in den 1990-er Jahren verlässliche Öffnungszeiten an zwei Nachmittagen an.

In Korrespondenz zu unserem damaligen Großprojekt „Aufbau des naturnahen Schulgartens“ konnten die Kinder seit April 1994 bis Juli 2004 jeweils dienstags und donnerstags zwischen 14 und 18 Uhr ganzjährig zur Schule kommen, um praktisch zu arbeiten (Schulgelände- und Schulgartenarbeit) und um sich auf dieser Grundlage fachlich zu bilden (Einrichtung von Lernstationen).

Profilbildende ganztägig orientierte Standortplanung

Bereits seinerzeit wurden die zusätzlichen nachmittäglichen Möglichkeiten im Sinne einer profilbildenden Standortplanung („Ökologie und Kunst“) mit dem Unterricht der damaligen Halbtagsschule verbunden. So wurde die Idee einer rhythmisierten Schule inklusive der Verzahnung vormittäglicher und nachmittäglicher Angebote früh geboren und vielfältig realisiert. Sie ist bis heute tragfähiger Grund unseres pädagogischen Ansatzes, jedem Kind gemäß § 1 des Schulgesetzes NRW individuelle Lern- und Bildungsmöglichkeiten zu offerieren.

Offene Ganztagsschule seit 2004

Seit August 2004 ist unsere Schule Offene Ganztagsschule in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt Ruhr-Mitte mit täglicher Öffnungszeit von 07.15 bis 16.00 Uhr. Zurzeit nehmen 225 von 304 Schulkindern daran teil. Dies stellt in der Bochumer Schullandschaft eine außerordentlich hohe Quote dar und ist zugleich Anspruch an die kindgerechte Entwicklung unserer Ganztagsschule.

Partizipation, Mitbestimmung und Formen der Rhythmisierung

Von Beginn an stand die Partizipation der Schulkinder im Mittelpunkt, wissen diese doch am besten, wie gute Schule funktioniert. Daraus entstanden bereits vielfältige Formen der ganztägigen Rhythmisierung.

Kompetenzerwerb, formelle und informelle Bildung

Äußerungen der Art „Das Kind verpasst etwas im Unterricht“ durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder Eltern gibt es so schon lange nicht mehr. Im Gegenteil, die Erkenntnis, dass Schülerinnen und Schüler auch außerhalb des regulären Unterrichts vormittags und nachmittags gut und gerne lernen, hat sich durchgesetzt. Zielführend ist hier das Wissen um den anzustrebenden individuellen Kompetenzerwerb der Kinder, wie ihn die Lehrpläne fachlich und fachübergreifend implizieren und um die synergetische Beziehung formeller und informeller Bildungsszenarien.

Ziel 2019: Rhythmisierte Ganztagsschule in Bochum

Die Köllerholzschule möchte 2019 auch offiziell „Rhythmisierte Ganztagsschule“ in Bochum werden. Entsprechende positive Reaktionen auf unser Anliegen aus Politik und Verwaltung liegen uns vor. Wir glauben, dass es richtig und legitim ist, zu den in Bochum bestehenden Modellen der Rhythmisierten Ganztagsschule ein weiteres Modell eigener Art hinzuzufügen und pädagogisch auszubauen.

Qualitätsmerkmale als Basis und neue Taktung

Der Grundlagenerlass NRW zur Ganztagsschule bestärkt uns darin. Die in Absatz 3.1 genannten Qualitätsmerkmale sind seit vielen Jahren Basis unserer Arbeit. „Ein verlässliches Zeitraster und eine sinnvoll rhythmisierte Verteilung von Lernzeiten auf den Vormittag und den Nachmittag, auch unter Entwicklung neuer Formen der Stundentaktung“ ist hier gleichsam Aufforderung und Auftrag.

Ressourcennutzung und Bildungsplanung

Wir sind überzeugt davon, dass zusätzliche Ressourcen passgenau den Kindern zu Gute kommen müssen, die dieser besonders bedürfen. Deshalb spielt die Förder- und Bildungsplanung gemäß § 1 Schulgesetz NRW als Planungsbasis eine besondere Rolle. Förder- und Bildungsplanung schließt die Bandbreite aller Begabungen explizit ein.

Zu den Ressourcen gehört neben der Finanzausstattung im Besonderen die personelle Ausstattung. Die Stundenvolumen der Lehrkräfte und Fachkräfte sind zu bündeln und zu ergänzen durch die Volumen der weiteren an der Schule tätigen Personen, die der ehrenamtlich Tätigen und die der mitwirkenden Eltern. „Gemeinsam gute Schule machen“ ist von daher auch der treffliche Titel unserer aktuellen Schulentwicklungsarbeit.

Konzeptuelle Basis der Rhythmisierung

Ganztagsschulentwicklung als partizipativer Prozess

Die Konzeptentwicklung unserer Schule ist ein dauerhaft angelegter Prozess einer lernenden Schulgemeinschaft im Sinne eines gemeinsamen Plans. Sie steht immer in Verbindung mit der Ganztagsschulentwicklung und der Partizipation mit den Eltern und mit den Schulkindern.

Drei konzeptuelle Säulen

Drei Säulen bilden die tragfähige Grundlage für die Rhythmisierte Ganztagsschule. Diese enthalten auf das Schulprofil bezogene, auf den Unterrichtsentwicklungsprozess bezogene und auf den Ganztagsschulausbau bezogene und aufeinander abgestimmte konzeptuelle Grundlagen, die sich zum Teil historisch entwickelt haben, aber dauerhaft den neuesten Entwicklungen und Erkenntnissen angepasst werden.

 


Schulentwicklung Nordrhein-Westfalen

 

Bildende Lebenswelten

Ein gemeinsames schulisches Ethos und bildungstheoretische Grundvereinbarungen aller in der Schule tätigen Menschen, möglichst „übersetzt“ in eine für die Kinder verständliche Sprache, sind unverzichtbar für das ganztägig geprägte Vorhaben „Köllerholz 2020 – Gemeinsam gute Schule machen“.

Dem Leben der Kinder bekömmliche Stätte

Im Folgenden finden Sie, neben den im Bereich Konzeptuelle Basis einsehbaren drei Säulen der Ganztagsschulentwicklung pointierte Thesen, Statements und gedankliche Anregungen, um der Rhythmisierten Ganztagsschule ein Gepräge zu geben, dass als „dem Leben der Kinder bekömmliche Stätte“ (nach Otto Herz) bezeichnet werden kann.

Vollzeittätigkeit

Es ist zu beachten, dass ein junges, erst 6-jähriges Schulkind 43,75 Zeitstunden in unserer Ganztagsschule verbringt, wenn es täglich ab 7.15 Uhr an der Frühbetreuung teilnimmt und von montags bis freitags bis 16 Uhr in der Schule verbleibt. Das ist ein Vollzeitpensum, welches mindestens dem eines in Vollzeit tätigen Arbeitnehmers entspricht. Hinzu rechnen muss man dann noch die Zeiten für die Schulwege morgens und nachmittags. Nicht zu vergessen ist, dass etliche Kinder zusätzlich fast ihre kompletten Ferien in der Ganztagsschule verbringen, weil deren Eltern berufstätig sind.

Wenn man bedenkt, dass die großen Betriebe erhebliche Finanz- und Personalressourcen für die Gesundheitsprävention ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufwenden, dann haben wir im Vergleich dazu eine immense Verantwortung für das Wohlergehen unserer jungen Schulkinder.

Und all das braucht Menschenbildung und Konzept! Es ist unerlässlich, dass Schule und Eltern hier zusammenwirken. Trotz der ausgeprägten Verweilzeit in der Schule dürfen wir den Einfluss der Familien auf den Bildungserfolg der Kinder keinesfalls unterschätzen. Die neuen wissenschaftlichen Studien bestätigen, dass der familiäre Einfluss auf den Bildungserfolg, im guten und im weniger guten, deutlich größer ist als der schulische. Bei realistischer Einschätzung dieser Expertise ist die Kooperation mit den Familien, mit den Eltern der Kinder, der Schlüssel zum guten Erfolg.

Paradigmenwechsel

Bietet die Ganztagsschule aus der Sicht der Kinder weniger oder mehr Lebensqualität? Es kommt darauf an, was man daraus macht!

Von der geschlossenen Lernanstalt hin zur offenen, entwicklungsfördernden und bildenden Lebenswelt sind es nicht wenige Schritte.

Es geht um den Paradigmenwechsel, weg von der Frage „Wie muss ein Kind sein, damit es der Schule gerecht wird?“ hin zu der Frage „Wie muss die Schule sein, damit sie dem Kind gerecht wird?“.

Schule als Modell für Gesellschaftsordnung

Das System Schule ist aus der Sicht der Kinder und Jugendlichen Modell für eine Staats- oder Gesellschaftsordnung. Die Art und Weise, wie Schule als System und wie Lehr- und Fachkräfte als Personen mit Kindern und Jugendlichen umgehen, ist Maßstab und Vorbild. Schülerinnen und Schüler werden sich später im Umgang mit ihren Kindern, Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden, Angestellten, Untergebenen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Kolleginnen und Kollegen unbewusst an den Umgangsformen orientieren, die sie als junge Menschen, vor allem in der Schule, erfahren haben.

Schule als Lebens- und Erfahrungsraum

Der schulische Lebens- und Erfahrungsraum beeinflusst das Denken und Handeln der Kinder. Er kann den Aufbau vertrauensvoller Bindungen zu Mitschülerinnen und Mitschülern, zu Lehrkräften und zu Fachkräften fördern. Dies erfordert gegenseitige Zuwendung und offenen, mitmenschlichen Umgang.

Solche Erfahrungen geben Sicherheit und Geborgenheit und fördern die Fähigkeit und Bereitschaft zu sozialem Lernen und Handeln.

Mitwirkung mit Wirkung

„Seine erzieherische Wirkung wird das Schulleben voll entfalten, wenn die Eltern einbezogen werden. Indem die Eltern durch regelmäßige unterstützende Tätigkeiten das Schulleben mitprägen, wächst auch die Identifikation der Kinder mit ihrer Schule“ (Richtlinien für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen, Kap. 11.1).

Hier finden Sie die Broschüre “Bildungs- und Erziehungspartnerschaft – Rahmenkonzeption für die konstruktive Zusammenarbeit mit Eltern in Ganztagsschulen”, an deren Erstellung ein Team unserer Schule innerhalb eines zweijährigen Arbeitsprozesses beteiligt war.

Mehr als ein Dach über dem Kopf

Kinder nehmen Erwachsene, die in der Schule tätig sind, in erster Linie als „Erwachsene“ wahr. Für sie ist es im Prinzip zweitrangig, ob es sich um Lehrer oder Erzieher, um Hausmeister, Psychologen, Helfer oder Eltern anderer Kinder handelt. Wichtiger als die Unterscheidung nach Berufsfeldern ist für ein Kind zu wissen, wofür die einzelnen Erwachsenen zuständig sind und dass die Gruppe der zuständigen Erwachsenen das „Dach“ über dem „Haus“ bilden, in dem sich das Kind geschützt und geborgen fühlt und in dem es sich frei entfalten kann.

Eine Schule ist für die Bildung und Entwicklung von Mädchen und Jungen ein Gewinn, wenn diese mit „Schule“ folgende Einstellungen und Gefühle verbinden können: Hier werde ich ernst genommen, hier kann ich lernen und wachsen!“

23 Thesen für eine gute Ganztagsschule im Interesse der Kinder

Die von Lothar Krappmann und Oggi Enderlein formulierten „Thesen für eine gute Ganztagsschule im Interesse der Kinder“ basieren auf Informationen, Erfahrungen und Gedanken, die in einem Kreis von Bildungs- und Entwicklungsforschern, Sozial- und Sportwissenschaftlern, Mitgliedern von Schulverwaltungen, Mitarbeitern der Kinder- und Jugendhilfe, Lehrern, Pädagogen, Psychologen, Therapeuten, Stadtentwicklern, Vertretern von Institutionen, die sich um Kinder kümmern, Frauen und Männern, diskutiert worden sind (Initiative für Große Kinder).

In den vergangenen Jahren hatten wir mehrfach die Möglichkeit, mit Diplompsychologin Oggi Enderlein und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den persönlichen Austausch zu gehen. Die 23 Thesen sind für die Entwicklung der Rhythmisierten Ganztagsschule im Interesse der Kinder eine große Hilfe.

Werkstatt Ganztägig lernen – 23 Thesen für eine gute Ganztagsschule im Interesse der Kinder

Rhythmisierung

Die Bedeutung des altgriechischen Wortes „rhythmós“ ist etymologisch nicht ganz geklärt. Es impliziert „harmonische Bewegungen“ und den „periodischen Wechsel natürlicher Vorgänge“.

Den guten schulischen Rhythmus können wir als „intakt“ beschreiben. Zu unterscheiden ist jedoch zwischen innerem und äußerem Takt.

Der innere Takt des Individuums öffnet den biologischen und psychologischen Blick auf die Kinder und deren erwachsene Begleiterinnen und Begleiter. Der äußere Takt der lernenden Organisation öffnet den administrativen und strukturellen Blick auf das Profil, das Programm und das Konzept der Ganztagsschule.

Ganzheit ist Vollständigkeit

„Der geringste Mensch kann komplett sein, wenn er sich innerhalb seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten bewegt“ (Johann Wolfgang von Goethe, Lehr- und Wanderjahre).

„Die Ganzheit ist keine Vollkommenheit, sondern eine Vollständigkeit“ (Carl Gustav Jung, Schweizer Psychoanalytiker).

Im Rhythmus der Jahreskreise

Das Schuljahr

Im Gegensatz zu den kalendarischen und meteorologischen Jahresläufen stellen die Schuljahre eine Besonderheit dar. Sie beginnen und enden offiziell mitten im Jahr am 1. August bzw. am 31. Juli. Hier erfolgte eine Anpassung an die europäischen Nachbarländer. Aufgrund des föderalen Systems sind die Ferien in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Deshalb gibt es für uns Jahr für Jahr Veränderungen bei der realen Zeitspanne des Schuljahres, sprich der Festlegung des ersten und letzten Schultags und der Ferien (Sommer, Herbst, Weihnachten, Ostern, Pfingsten). Lehrerinnen und Lehrer haben sogar spezielle Jahreskalender, die ebenfalls Anfang August beginnen und Ende Juli enden. 

Die Ferien

Die Ferien erfreuen traditionell die Schülerinnen und Schüler, besonders die im Sommer, haben sie doch 6 lange Wochen Zeit mit Schönwettergarantie, die dann mit ansteigendem Alter jedes Mal in Windeseile vorübergeht. Nach einer gewissen Zeit der Feriendauer kann sich bei den Schülerinnen und Schülern aber auch eine Form der Langeweile einstellen und die Sehnsucht nach den sozialen Bindungen, sprich den Schulfreundinnen und Schulfreunden wecken.

Das Ferienprogramm

Wir weisen besonders darauf hin, dass etliche Kinder ihre Ferien oder zumindest einen Teil dieser in der Schule verbringen. Das impliziert einen hohen Anspruch an die Qualität der Ferienprogramme mit dem Ausschlag in Richtung Jugendhilfe, unbedingt deutlich weniger verschult und verbunden mit dem Gefühl für die Kinder, sich zumindest in einer Art von Urlaub zu befinden.

Rhythmisierung der Jahreskreise

Die eher künstlich arrangierten Zeitabläufe der Schuljahre gilt es mit weiteren festgelegten, natürlichen, kulturellen und religiösen Jahreskreisen zu verbinden, um so etwas wie einen schulischen Jahresrhythmus zu finden.

Innerhalb dieser großen Systeme den individuellen Rhythmus des einzelnen Kindes zu berücksichtigen ist eine komplexe Aufgabe. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule in all ihrer wünschenswerten Unterschiedlichkeit gilt es in diesen Zusammenhängen zu sehen.

Der natürliche Jahreskreis

Die Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter beeinflussen den Menschen beträchtlich. Das Erleben dieser in Lern- und Freizeiten der Rhythmisierten Ganztagsschule ist unverzichtbar. Den Beginn der vier Jahreszeiten gut sichtbar zu visualisieren, z.B. im Foyer, vermittelt den Kindern Ahnung.

„Geht raus und macht Sachen“! formulieren Reformpädagogen als Anspruch. „Sachensucher“ sollen tätige Kinder sein bei Wind und Wetter und als „Sachenfinder“ erfolgreich ihr Leben bewältigen.

In der Ganztagschule gibt es erheblich größere Freizeiteiträume und Freispielzeiten für die Kinder, in denen sie sich nach Wunsch und Herzenslust zusammenfinden und betätigen können. Die alte Weisheit „Es gibt kein schlechtes Wetter…“ soll hier gelten. Draußen sein bei Wind und Wetter gefällt Kindern, vitalisiert sie und gibt ihnen Gefühl für Jahreszeiten, Wetter, Witterung und den Rhythmus der Natur.

Dafür gibt es nahe große Räume rund um unsere Schule, den Schulhof, den Schulgarten, den Spielplatz und den Köllerholzwald. Hier bringen die Kinder sich in Form für die geistige Arbeit, individuell unterschiedlich, aber immer gut vorbereitet.

Das Kalenderjahr

Das Kalenderjahr passt eigentlich nicht zum Schuljahr. Das ist für die jungen Schulkinder nicht einfach zu verstehen und für die Erwachsenen ein vermeintliches Planungshemmnis. Denken wir vom Schuljahresbeginn aus oder vom Jahresbeginn? In der Schule und erst recht in der Ganztagsschule gibt es dafür vielfältige Visualisierungsmöglichkeiten.

Wenn man darüber hinaus, wie wir, das Glück hat, eine Wetterstation im Schulgarten zu besitzen, dann lässt sich über längere Messreihen mit entsprechenden Dokumentationen das eine mit dem anderen verbinden und Wind und Wetter sind auch noch dabei.

Religiöse Feste und Feiertage

Die religiösen Feste und Feiertage sollen in der Schule festlich gefeiert werden. Wenn auch nicht im Kalenderjahr, im Schuljahr folgt das Erntedankfest, nach der Einschulungsfeier, zuerst. Dieses Fest vorzubereiten und auszugestalten und seine Kernbotschaft zu verstehen, macht den Kindern große Freude und hat existentielle Bedeutung.

Es folgen die stillen Feiertage im November mit Allerheiligen, Allerseelen, Buß- und Bettag und Totensonntag, die uns in der Konkurrenz zum aufkommenden kommerzträchtigen Halloween von besonderer Bedeutung sind.

Sankt Martin reitet jährlich ein, Sankt Nikolaus wird sehnsüchtig erwartet und der gemeinsame Gang zur Weihnachtskrippe beendet das Jahr.

Die Hl. Drei Könige nehmen zum Jahresbeginn Gestalt an. Die Kinder unserer Ganztagsschule beteiligen sich in Kooperation mit der Kirchengemeinde St. Engelbert an der jährlichen Sternsingeraktion.

Fastnacht und Aschermittwoch bieten einen zutiefst religiösen Kern. Die Fastenzeit folgt und nach ihr Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern, das höchste christliche Fest.

Den Weißen Sonntag erleben die katholischen Kinder unserer 3. Klassen voller Aufregung. Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam folgen.

Der erste Tag des Ramadan und der erste Tag des Opferfestes sollen in der Schule nicht nur freie Tage für Kinder islamischen Glaubens sein, sondern aufgenommen werden in den Reigen der Feiertage.

Weltliche Feiertage und Schulfeiern

Der Schulgemeinde ist es überlassen, bezogen auf das Schulprofil, Feiertage zu gestalten oder zumindest in ihrer Bedeutung wahrzunehmen. Dazu gehören der Maifeiertag, der Tag der Umwelt, der Tag der Deutschen Einheit oder der Volkstrauertag. Die Auseinandersetzung damit ist Teil der politischen Bildung in der Schule.

Gesetzt sind die schulischen Feiern. Dazu gehören die Einschulungsfeier, die Abschlussfeier, das Schulfest, das Klassenfest, das Gartenfest, das Cafè Köllerholz, aber auch das Mitarbeiterfest.

Das alles vorzubereiten und zu gestalten gibt Kindern und Erwachsenen Rhythmus. Gute Absprachen aller Beteiligten sind dabei wichtig, weil sie entlasten und beflügeln.

Und welche Feier ist den Kindern am wichtigsten? Die eigene Geburtstagfeier! Jeder Geburtstag wird gefeiert, ganztägig.

Nah- und Fernräume und außerschulische Lernorte

Nah- und Fernräume zu erkunden und zu erobern ist das, was Schulkindern bis ins Erwachsenenalter in Erinnerung bleibt. Je älter die Kinder werden, desto größer sind die Radien der Unterrichtsgänge, Ausflüge, Wanderungen und Klassenfahrten.

Hier sind uns Überlegungen und Vereinbarungen wichtig. Was findet in den vier Jahrgangsstufen statt, wann geht es wo hin? Die kurze Reise geht im 1. Schuljahr in die Bochumer Zooschule, die längere im 4. Schuljahr zum Kahlen Asten hoch oben im Rothaargebirge in 841 Meter Höhe oder ins Schullandheim, beispielsweise.

Hier einen Plan zu haben miteinander gibt den Mitarbeitern, den Eltern und natürlich den Kindern Übersicht und Orientierung, auch Verbindlichkeit über vier Schuljahre. Dieser Plan schafft Vorfreude und bietet Rhythmisierung auf bestimmter Ebene.

Warum in die Ferne schweifen …? Unsere Lernorte liegen vor der Schulhaustür oder direkt hinter der Schule. Ein herausragender Rhythmusgeber mit seinem hohen Erlebnis- und Lernwert ist unser großer Schulgarten. Der abenteuerliche Köllerholzwald gleich gegenüber ist schnell erreicht, zum Bauernhof im Neveltal sind es nur 1100 Meter und die Ruhr ist auch zu Fuß nicht weit.

Schülerwerke

Das Anlegen eines Herbariums schafft Jahreskreise, ebenfalls das Lerntagebuch und das Portfolio, analog oder digital. Immer aber sind diese Werke individuell, voller Erlebnisse, wohl gestaltet und Ausdruck kindlicher Rhythmisierung.

Vor Schulbeginn am Morgen

Am Abend

Der Schultag beginnt für unsere Schulkinder bereits am Abend vorher. Für sie ist es besonders wichtig, den Tag möglichst ohne Sorgen zu beschließen, um keinerlei Belastungen mit in die Nacht und den kommenden Tag zu nehmen.

Wenn das gelingt, können die Kinder gut und erholsam schlafen und ihren individuellen gesunden Rhythmus von Schlaf- und Wachzeiten finden. Eine angemessene Begleitung durch die Eltern ist hier unabdingbar. Den Tag in ruhiger Atmosphäre ausklingen zu lassen, Einschlafrituale zu pflegen, zum Beispiel über die Erlebnisse des vergangenen Tages zu sprechen oder eine Geschichte zu erzählen oder vorzulesen und den Kindern Nähe und Geborgenheit zu geben, ist für die Kinder außerordentlich wertvoll, eigentlich sogar lebenswichtig.

Wenn dies gelingt, gehen die Kinder gestärkt, froh und glücklich in ihre verdiente Ruhephase. Wir bedenken, dass etliche Kinder an den Arbeitstagen aufgrund teilweise sehr früher Aufstehzeiten eine begrenzte Ruhezeit haben. Rechtzeitiges Zubettgehen braucht gute familiäre Organisation!

Am Morgen

Es gibt Kinder, die morgens für die Schule geweckt werden. Es gibt Kinder, die morgens für die Schule aufstehen.

Erstere erleben den Tagesbeginn mit ausreichend Vorlaufzeit vor Schulbeginn, ohne Hektik, mit einem guten Frühstück und in der Gewissheit, dass Vater oder Mutter oder beide zusammen ansprechbar sind und ihr Kind mit guter Laune in den Tag begleiten.

Die Familien sind oftmals belastet durch frühen Arbeitsbeginn für die Eltern. Hinzu kommen lange Wege zum Arbeitsplatz, oftmals als Pendler. In der Regel reicht heutzutage das Einkommen eines Elternteils nicht aus, um die Familie zu finanzieren. Zumeist braucht es zwei Verdiener, in der Regel mindestens eineinhalb. Hier die Balance zu halten und den Morgen auch noch kindgerecht zu gestalten ist eine echte Herausforderung.

Es gibt auch die Kinder, manchmal erst sechs Jahre alt, vor denen wir „den Hut ziehen“, die uns besonders beeindrucken. Sie müssen selbst täglich am Abend vorher den Wecker stellen, wenn er am Morgen klingelt aufstehen, sich selbst ein Frühstück bereiten, wenn sie es denn schaffen und sich rechtzeitig auf den Weg in die Schule machen, um pünktlich zu Schulbeginn da zu sein. Diese Kinder verdienen unser besonderes Augenmerk und unsere besondere Unterstützung. Unbedingt müssen wir diese Kinder ganz besonders freundlich empfangen, in der Frühbetreuung und beim gemeinsamen Schulfrühstück.

Der Schulweg

Der Weg zur Schule gehört bereits zum Schultag. Idealerweise gehen die Kinder diesen Weg zu Fuß, bei Wind und Wetter, am besten mit Freundinnen und Freunden in einer Gruppe, wegen der dann besseren Laune und der tollen Erlebnisse, die es am Morgen schon gibt. So betreten die Kinder das Schulgelände bewegt und fit, sauerstoffversorgt und mit Tatendrang auf das, was der Schultag Interessantes bereithält.

Neben dieser idealen Variante gibt es die vielen Fahrschülerinnen und Fahrschüler, die unsere Schule besuchen, die mit dem Linienbus oder dem Schülerindividualverkehr kommen oder von den Eltern mit dem Auto gebracht werden.

Von der Bushaltestelle ist es zumeist immer noch ein Stück Weg, der gegangenen werden darf, der fit macht.

Vom Öffnen der Autotür auf den Schulhof ist es zumeist kein Stück Weg mehr, nach dem “Stop and Go” im morgendlichen Fahrservice. Zum richtigen Verständnis: Wir wissen, dass es oftmals keine andere Lösung als die Autofahrt gibt. Ein Tipp: Einen früheren Ausstiegsort wählen und den Rest des Weges zu Fuß gehen verringert Autostaus am Morgen und macht Kindern gute Laune durch frische Luft! Einen frühen Rhythmus finden fördert gute Schultage!

Nachmittags ist es dann umgekehrt. Auch nach einem langen Schultag tut Bewegung gut, ist der Fußmarsch nach Hause, wenn es geht, sehr förderlich. Und die Kinder wissen beim Verlassen der Schule, dass der Arbeitstag beendet ist. Ganztagsschülerinnen und Ganztagsschüler müssen keine Hausaufgaben mehr machen, dafür gibt es tagsüber die Lernzeiten mit Schulaufgaben. Hand aufs Herz, das steigert doch die gute Laune! Und Kinder mit guter Laune nach der Schule wünschen sich doch alle Eltern! Wie gut, dass es diesen Hausaufgabenstress nicht mehr gibt …

Übergang von der Kindertagesstätte zur Köllerholzschule

Netzwerk im Stadtteil

In der Regel freuen sich die Kinder darauf, eingeschult zu werden. Es erfüllt sie mit Stolz, endlich zu den Großen zu gehören. Doch mit Eintritt in die Schule sind sie plötzlich die Kleinen. Das Schulleben, besonders in der Ganztagsschule, ist anders rhythmisiert als das von zu Hause oder das aus der Kindertagesstätte gewohnte Leben. Die Eltern machen sich zum Teil auch Sorgen, ob es wohl gut gehen wird.

Gut gehen soll es den Kindern in der Schule von Anfang an. Das erfordert eine gute Kooperation der beteiligten Erwachsenen im Vorfeld und in der Folge auch der Schulkinder. Die Kooperation mit den Kindertagesstätten ist für uns allerdings nicht so einfach, da die Schulanfängerinnen und Schulanfänger seit Jahren in der Regel aus ca. 25 Einrichtungen kommen.

Deshalb haben wir uns dazu entschieden, in einem lokalen Ganztagsnetzwerk KITA – Grundschule zu arbeiten. Basis dafür ist die Jugendhilfeträgerschaft der Einrichtungen, hier die der Arbeiterwohlfahrt Ruhr-Mitte. Zum Netzwerk gehören Kindertagesstätten, die in der Regel Familienzentren sind und die Köllerholzschule als Ganztagsgrundschule.

Ziel der Netzwerkarbeit ist es, gleichberechtigt und zum gegenseitigen Nutzen daran zu arbeiten, den Lern- und Lebensrhythmus der Kinder in den Einrichtungen im Sinne gesteigerter Lebensqualität zu verbessern und ein geeignetes Übergangsverfahren zu entwickeln, das Kinder vertrauensvoll in einen neuen Lebensabschnitt übergehen lässt.

Informationsveranstaltungen und Perspektiven ganztägiger Betreuung

Im September des Vorjahres der Einschulung findet ein Informationsabend für alle an unserer Schule interessierten Eltern statt. Hier berichten wir über unsere Schulgeschichte und die aktuelle Arbeit, über Unterricht und Schulleben und im Besonderen unsere Haltung zu unseren Schulkindern.

Die Ganztagsschule mit ihren Angeboten und Betreuungsmöglichkeiten ist bereits jetzt von großer Wichtigkeit, da sehr viele Eltern auf eine umfangreiche und gut geregelte ganztägige Betreuung angewiesen sind. Ein klarer Vorteil unserer Schule sind die großen Kapazitäten an Ganztagsschulplätzen. Dies soll zukünftig noch einmal abgesichert werden durch die offizielle Benennung als „Rhythmisierte Ganztagsschule in Bochum“.

Im Februar folgt aufgrund der Relevanz eine weitere Veranstaltung für die Eltern, in der die Ganztagsschule und die Betreuungssysteme noch einmal umfangreich vorgestellt werden. Eine beliebte Besonderheit ist diesmal, dass die Eltern einen Tag in der Ganztagsschule aus Sicht der Kinder erleben können. Nach der Theorie geht es dann unter Leitung der Ganztagskoordinatorinnen in die Räumlichkeiten. Angenehmer Abschluss ist ein gemeinsames Mittagessen, das hier allerdings am Abend stattfindet. Auch das gemeinsame Kennenlernen spielt dabei eine wichtige Rolle, denn auch die Eltern müssen nach und nach in einen Schulrhythmus kommen.

Schulanmeldungsfeier

Im Sinne des „Gut gehen“ von Anfang an achten wir darauf, dass der erste Kontakt unserer zukünftigen Schülerinnen und Schüler zu uns eine positive Prägung hat. Deshalb vermeiden wir im Rahmen des Schulanmeldungsverfahrens, welches fast ein Jahr vor Schuleintritt beginnt, Test- und Untersuchungsverfahren für die einzelnen Kinder. Stattdessen gibt es Schulanmeldungsfeiern.

Die Kinder kommen mit ihren Eltern in Gruppen von ca. acht bis zehn Kindern zu uns. Sie werden von älteren Kindern empfangen, die ein Begrüßungsprogramm vorbereitet haben, das einen kleinen Ausschnitt aus dem Schulleben präsentiert. Höhepunkt für die „Neuen“ ist deren persönliche Anmeldung. Mit Hilfe der großen Kinder und viel Applaus aller Anwesenden setzen sie ihre Anmeldungsunterschrift auf ein großes Plakat, das im kommenden Sommer bei der Einschulungsfeier sichtbar an diesen symbolischen Akt erinnert, der die Kinder mit Stolz erfüllt.

Danach werden die Kinder von unseren Erstklässlerinnen und Erstklässlern im wahren Sinne des Wortes an die Hand genommen. In den 1. Klassen dürfen sie nun zum ersten Mal Unterricht erleben und richtig mitmachen. Die Eltern treffen sich in dieser Zeit bei einer Tasse Kaffee mit der Schulleitung zum Austausch, aber auch zum Kennenlernen. Es tut ihnen gut zu erfahren, dass die anderen Eltern ähnliche Fragen oder auch Sorgen haben. Zum Schluss holen die Eltern ihre Kinder in den Klassen ab, sodass sie auch einmal in das Geschehen hineinsehen können.

Die Eltern haben darüber hinaus jederzeit die Möglichkeit, Einzeltermine mit der Schulleitung zu verabreden. Hier setzen wir auf ein gegenseitiges Grundvertrauen von Beginn an und die Erkenntnis, dass Eltern genau wissen, ob es im Vorfeld Wichtiges zu besprechen gibt.

Parallel dazu haben wir ein an den Stärken der Kinder orientiertes Fragebogenverfahren entwickelt. Die Eltern erhalten den Bogen am Tag der Schulanmeldungsfeier und können diesen in Ruhe, auch mit Unterstützung der Kindertagesstätte, ausfüllen und uns zu gegebener Zeit zukommen lassen. Der Bogen kann dann auch Grundlage für persönliche Gespräche sein.

Gut ankommen und Schule vor der Einschulung

Im Frühling und Sommer vor der Einschulung gibt es für die zukünftigen Schulkinder weitere Veranstaltungen, an denen sie teilnehmen können. Hier lernen sie auch ihre zukünftigen Patinnen und Paten der kommenden 3. Klassen kennen, die ihnen mit Rat und Tat und helfender Hand zur Verfügung stehen.

Die eigentliche Einschulung findet am Donnerstag in der ersten Woche des Schuljahres statt. Unsere Ganztagsschulkinder dürfen aber schon drei Tage vorher, am Montag, Dienstag und Mittwoch zur Schule kommen. Die Erzieherinnen und Klassenlehrerinnen gestalten ein dreitägiges Kennenlernprogramm und am Einschulungstag sind die Kinder schon „alte Hasen“.

Kinder im Blick - Familiengrundschule

Familien im Mittelpunkt

Kindern geht es gut, wenn sie in stabilen Familienverhältnissen leben, möglichst frei von Belastungen und Ängsten. Deshalb darf die Grundschule ihre Schulkinder nicht isoliert im eigenen System sehen, sondern immer in einem Gefüge von ineinandergreifenden Lebensbereichen.

Wir möchten, über die klassische Elternarbeit oder die Kooperation mit Eltern hinaus, unsere Familien in den Mittelpunkt stellen. Die Kinder im Blick zu haben kann gelingen, wenn die Schule und die Familien im Sinne einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zusammenarbeiten, wohlwissend, dass der Bildungserfolg von Kindern erheblich von gelingender Bildung im Elternhaus abhängt.

Bochum Strategie 2030 und Talentschmiede im Ruhrgebiet

Bezugspunkt ist für uns die „Die Bochum Strategie 2030“, deren Wesenskern die Formel „Wissen – Wandel – Wir-Gefühl“ definiert. In der „Talentschmiede im Ruhrgebiet“ sollen Chancengleichheit und lebenslanges Lernen den Kern der Bochumer Bildungslandschaft ausmachen. Deshalb stehen die Bildungsübergänge im Fokus.

Die „Bochum Strategie 2030“ können Sie sich hier ansehen.

Vernetzte soziale Infrastruktur

Gelingende Präventionsketten vom Kleinkind über den Elementarbereich, den Primarbereich, die beiden Sekundarstufen, den Berufseinstieg hin zum jungen Erwachsenen bilden den Anspruch sozial vernetzter kommunaler Infrastruktur.

Übergänge gestalten

Schule ist in diesem Zusammenhang immer Stadtteilschule, in der Erweiterung zur rhythmisierten Ganztagsschule Mitglied in Übergangsgestaltungsnetzwerken von der Elementarstufe in die Primarstufe und von der Primarstufe in die Sekundarstufe.

Öffnung von Schule

Grundbedingung ist ein möglichst niedrigschwelliger Zugang zur Schule. Die Eltern sollen gerne in die Schule kommen, ohne Ängste und mit der Idee, dass Austausch und Gespräche mit den Fachleuten vor Ort dem eigenen Kind zuträglich sind.

Von zentraler Bedeutung für die Familiengrundschule ist deshalb das Elterncafé. Hier kann man sich zunächst zwanglos treffen, begegnet anderen Eltern und Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern der Schule aus Schulleitung, Lehrerkollegium oder Ganztagsteam. Gäste aus dem Sozialraum sind sehr erwünscht, sodass auf Beratungsthemen bezogener Austausch stattfinden kann.

Beratung vor Ort

Gute Erfahrungen haben wir in der Vergangenheit mit einer dauerhaften Sprechstunde der kommunalen Erziehungsberatungsstelle in unseren Räumlichkeiten gemacht. Dieses Vor-Ort-Angebot nutzten auch Eltern, die von sich aus niemals die Beratungsstelle aufgesucht hätten.

Sozialraumkonferenz

Das Jugendamt der Stadt Bochum hat in den sechs Stadtbezirken jeweils Sozialraumkonferenzen eingerichtet. Eine verantwortliche Mitarbeiterin des Sozialen Dienstes leitet die regelmäßigen Sitzungen, die abwechselnd in den beteiligten Einrichtungen stattfinden. Die Köllerholzschule ist Mitglied in der Sozialraumkonferenz des Stadtteils Dahlhausen. Zeitweise gibt es gemeinsame Sitzungen mit dem benachbarten Stadtteil Linden. Einmal jährlich findet eine Bezirkssozialraumkonferenz aller Stadtteile des Bochumer Stadtbezirks Südwest statt.

In den Konferenzen werden aktuelle Anliegen behandelt und neue Projekte und Angebote vorgestellt. Die Stadt Bochum möchte die Kooperation der Einrichtungen untereinander fördern und unterstützt deshalb Kooperationsprojekte auch finanziell.

So wurden über zwei Jahre an unserer Schule Entspannungskurse für Kinder gefördert und angeboten, die als gemeinsames Projekt mit der benachbarten Bildungsstätte BOLA durchgeführt wurden.

Ein aktuell gefördertes Projekt ist ein Sozialtraining, das für unsere Erstklässlerinnen und Erstklässler regelmäßig angeboten wird. Zwei Pädagoginnen des Ambulanten Jugendhilfezentrums Bochum-Südwest kommen dafür wöchentlich zwei Stunden in unsere Schule, um mit den Kindern den „Schulführerschein“ zu erarbeiten.

 

Standortplan und Raumkonzept

Standortplan

Im Rahmen der Schulprofil-, Schulprogramm-, Unterrichts- und Ganztagsschulentwicklung ist es unabdingbar, grundlegend und im weiteren Entwicklungsverlauf in definierten Abständen einen Standortplan anzulegen und diesen fortzuschreiben.

Liegenschaften

Zu berücksichtigen sind zunächst die Liegenschaften der Schule, also Schulgebäude und Schulgelände. Deren Lage ist zum einen einzuordnen in Stadteilbezüge mit Blick auf Geographie, Geologie, Verkehrsstruktur und Wohnsituation und zum anderen mit Blick auf die Einordnung in Nah- und Fernräume, die in Bezug auf die Schulkinder von den Erwachsenen altersspezifisch zugeordnet werden müssen.

Gebäude

Für die ganztägige Nutzung ist es wichtig, die Möglichkeiten des Schulgebäudes auszuloten. Die multiprofessionelle Nutzung an Vor- und Nachmittagen erfordert allerbeste Absprachen aller Nutzerinnen und Nutzer. Die Formel „Ich verlasse den Raum so, wie ich ihn vorgefunden habe“, nämlich aufgeräumt und ordentlich, sollte selbstverständlich sein. Die Schulkinder werden gerne und verantwortungsvoll in die entsprechenden Dienste einbezogen.

Schulräume

Im Land hört man oft den Satz „Wir haben zu wenig Ganztagsräume“. Das mag zunächst stimmen. Schulen, die zusätzliche Werk-, Kunst- oder Musikräume haben, können sich glücklich schätzen. Ist das nicht der Fall, wie an unserer Schule, gilt es alle Räume ganztägig zu nutzen in der Erkenntnis, dass im Unterricht ca. 300 Kinder da sind und in den Räumen Platz finden, in der Ganztagsschule 225. Warum sollte das nicht passen?

Als besonders gut hat sich herausgestellt, bestimmte Räume neben ihrer Klassenraumfunktion als Themenräume auszustatten und zu nutzen. Die Räume werden durch festes Personal betreut. Die Schulkinder finden zielgerichtet ihre Zugänge zum Bauen, Spielen oder Modellieren.

Schulgelände und Schulumfeld

Schulgelände und Schulumfeld bieten zusätzliche Räume, die es ganzjährig zu nutzen gilt. Gerade in der Ganztagsschule benötigen die Kinder Freiräume in frischer Luft, damit das Wachsen und Gedeihen, das Denken, kurzum das Wohlfühlen in Bildungsprozessen gut gelingt.

Menschen

Von zentraler Bedeutung für den Standortplan sind die Menschen in unserer Schule. Zuallererst sind das unsere Schülerinnen und Schüler, dann unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lehrer- und im Ganztagsteam, unsere Ehrenamtlichen, unsere Eltern, unsere Großeltern und unsere schulischen Partnerinnen und Partner. Was sind das für kleine und größere Menschen? Was macht sie aus? Welche Ideen, Ziele und Ideale haben sie und wie werden sie sich einig? Wie gelingen die Kombinationen individueller Ansprüche und gemeinsamer Verantwortung?

Der Standort Köllerholz in der Zusammenfassung

In unserer Schule leben und lernen 300 Mädchen und Jungen. Davon besuchen 225 die Ganztagsschule. Unterrichtet, gefördert und betreut werden sie von 60 Erwachsenen, von Lehrkräften, Fachkräften und Ehrenamtlichen.

Es gibt zwei Schulgebäude, deren Räume komplett ganztägig genutzt werden. Im Küchenbereich gibt es dazu zwei Speisesäle. Die Schule verfügt über eine Sporthalle und eine Schwimmhalle. Alle Räumlichkeiten der Schule wurden durch den Schulträger, die Stadt Bochum, von 2014 bis 2019 mit hohem finanziellen Aufwand saniert, renoviert und an die Belange der Brandschutzverordnungen angepasst.

Der Schulentwicklungsplan der Stadt Bochum weist für unsere Schule aufgrund der vielen Kinder in der Ganztagsschule eine räumliche Erweiterung aus. In Planung ist der Ausbau des Dachgeschosses des Hauptgebäudes. Hinzu kommen sollen die energetische Sanierung der Dachflächen und die Ausstattung mit Solarmodulen zur Energiegewinnung.

Die Schule hat ein großes, von Norden nach Süden leicht abfallendes Gelände. Auf dem Schulhof gibt es zwei Kletteranlagen, Spielbereiche und Sportanlagen. Dazu gehören zwei Fußballplätze und eine Weitsprunganlage. Der 3000 Quadratmeter große Schulgarten mit seinen Lern- und Erholungszonen ist eine landesweit bekannte Besonderheit. Er wird 2019 mit der Zertifizierung „Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet und von den Stadtwerken Bochum zusätzlich als Bürgerprojekt für erhaltende und erweiternde Baumaßnahmen mit einer Summe von 10.000 Euro unterstützt.

In direkter Nähe, nur 50 Meter entfernt auf der anderen Straßenseite unseres Schulgrundstücks am Köllerholzweg, befindet sich der Köllerholzwald, der besondere Aufenthalts-, Entdeckungs- und Erforschungsqualitäten bietet. In nur 1100 Metern Entfernung und zu Fuß gut zu erreichen liegt unser Schulbauernhof im Neveltal.

Unsere Schule liegt in Stadtrandlage im Bochumer Südwesten im Stadtteil Dahlhausen in Oberdahlhausen. Zur Stadtgrenze nach Essen ist es nicht weit. Die Ruhr fließt ebenfalls nicht weit entfernt im Westen und ist über einen Wander- und Radweg direkt zu erreichen. Nicht weit dahinter beginnt das Bergische Land, das man aus dem Obergeschoss als Panorama über das Ruhrtal hinaus gut im Blick hat. Die Entfernung zur Bochumer Innenstadt beträgt 10 Kilometer. Wir sind über eine Buslinie mit Haltestelle direkt am Schulgrundstück gut in alle Richtungen an den ÖPNV angeschlossen.

Aus den benachbarten Stadtteilen Linden, Weitmar, Wattenscheid, Höntrop und Eppendorf kommen viele Schulkinder zu uns. Zum eigentlichen Einzugsbereich und Schulbezirk in Oberdahlhausen gehören ca. 40 Prozent unserer Schulkinder, ca. 60 Prozent kommen aus den genannten umliegenden Stadtteilen, dazu aus weiteren Stadtteilen, Hattingen und Gelsenkirchen.

Räume entdecken

Die Ganztagsschule bietet den Kindern Freiräume. Diese nutzen sie gerne und interessiert. In den Gebäuden kennen sie sich bestens aus, auch in Ecken und Nischen, die den Erwachsenen nicht so bekannt sind. Das setzt sich auf dem Schulgelände, auf dem Schulhof, im Schulgarten und auf dem Spielplatz fort. Die Kinder kennen ihre Aktions- und Rückzugsorte gut und nutzen diese im Sinne persönlicher Rhythmisierung.

Gleichzeitig schaffen sie sich eigene Räume, indem sie dort, wo es möglich ist, Vorhandenes umgestalten. So eignet sich gerade der Schulgarten, um Höhlen, Buden und Geheimverstecke zu bauen. Kinder haben das immer so gemacht. Wir können dies nur unterstützen.

Es ist unbedingt sinnvoll, die Kinder in die Fortschreibung des Standortplanes einzubeziehen

Jeden Tag 24 Stunden Zeit

Time is money oder Time is honey?

Jeden Tag haben wir immer wieder 24 Stunden Zeit zum Aktivsein, zum Entspannen und zum Schlafen. Dabei ist unser Gefühl für die Zeit je nach Lebenssituation unterschiedlich. Arbeitszeit oder Freizeit belegen wir mit bestimmten Emotionen. Bei spannenden Tätigkeiten, so oder so, vergeht die Zeit wie im Flug. Und haben wir nicht alle als Kinder quälend lange Stunden erlebt? Die Zeit wollte und wollte vor lauter Langeweile nicht vergehen. „Mama, was können wir spielen?“ – Wir erinnern uns an vollkommen unzureichende und uns nicht zufriedenstellende Antworten …

Machen wir etwas mit der Zeit? Macht die Zeit etwas mit uns? Time is money oder Time is honey? Mit diesen Fragestellungen beschäftigen sich Zeitforscher intensiv. Deren Forschungsergebnisse sind hochinteressant und können uns wertvolle Hinweise für unsere Ganztagsschulen geben.

Tagesphasen der Ganztagsschule

Es ist ein ziemlich aufwändiges Verfahren, unsere Ganztagsschule mit ihren unterschiedlichen Betreuungssystemen und den Verweilvarianten der Schulkinder zu organisieren. Deshalb ist es zunächst notwendig, den gesamten Wochenplan über 45 Zeitstunden, täglich von 7.15 bis 16.15 Uhr, in zeitlichen Teilphasen zu organisieren. Dies dient einem funktionierenden Ablauf und der zeitlichen und räumlichen Orientierung aller Beteiligten, besonders der Kinder.

Kein starres Zeitraster

Dieser Rahmen darf aber nicht als starres Raster verstanden werden. Wenn bestimmte Zeiten am Vormittag als Frühstückszeit ausgewiesen sind und der Bedarf besteht, zum Beispiel in den 1. Klassen, diese auszuweiten oder anders zu platzieren, dann dürfen die Lehr- und Fachkräfte das tun. Und wenn diese das Frühstück bei warmem Sonnenschein im Frühling oder Sommer in den Schulgarten verlegen, dann erzeugen sie bei den Kindern, und auch bei sich, Glücksgefühle an einer „dem Leben der Kinder bekömmlichen Stätte“ (nach Otto Herz). Alle kommen zu starken Kräften, um danach wieder gut arbeiten zu können.

Auch die pädagogische Freiheit, ein hohes Gut, ist all denen gegeben, die projektorientiert denken, Kinder tun das besonders, einen ganzen Tag oder eine ganze Woche losgelöst von thematischen, zeitlichen und räumlichen Vorgaben neu und anders zu gestalten. Geht raus und macht Sachen!

Ein spontaner Wandertag? Unbedingt empfehlenswert! Daran erinnern sich die Kinder als zukünftige Erwachsene. Weil er spannend war und die Gemeinschaft förderte.

Keine starren Lerngruppen, Durchlässigkeit und 50 : 50-Empfehlung

Arbeiten in der Ganztagsgrundschule ist geprägt von einer variierenden Mischung gebundener, angeleiteter und offener, selbstständiger Phasen. Diese finden im Klassenverband in Gesamtgruppen-, Gruppen-, Partner- und Einzelarbeit oder in anderen nicht auf den Klassenverband bezogenen Organisationsformen statt.

Es hat sich im Rahmen der Ganztagsschulentwicklung etabliert, dass nicht immer alle Kinder gleichzeitig im Klassenverband anzutreffen sind. Es hat sich auch etabliert, bei den Lehr- und Fachkräften und bei den Eltern, dass die Annahme, Kinder würden dann etwas verpassen, so nicht mehr gültig ist.

Im Gegenteil, der gesetzliche Auftrag der individuellen Förderung trägt schöne Blüte in der schülereigenen Projektgruppe, wenn wir die Kinder machen lassen. Wenn die Juniorforscher, zum Beispiel in der Variante der Teichforscher, nach stundenlanger Arbeit, auch nachmittags, ihre Funde und Ergebnisse in ihre Klasse tragen und spannend darüber berichten, dann hören alle zu, die Kinder und Erwachsenen, dann erleben wir jenen fruchtbaren pädagogischen Moment, von dem die Reformpädagogen überzeugt waren, dann vergeht die Zeit wie im Flug.

50 : 50 , gebunden und offen, kann ein guter zeitlicher Richtwert sein, am Ende der Woche, wenn wir uns gemeinsam mit den Kindern fragen „Was haben wir, was habe ich gelernt?“ und darüber nachdenken, wie das war mit der Zeit, Money oder Honey?

Das Zeit-Empfinden entscheidet sich an der Klotür

So lautet der Titel eines Artikels der Ruhrnachrichten Anfang Januar 2019 zum Thema. Er liefert uns interessante Einblicke in die Erkenntnisse von Zeitforscher Karlheinz Geißler, die vor dem Hintergrund unserer Arbeit in der Ganztagsschule sicherlich weiterführend sind.

Zeitforscher Geißler erklärt, was Geld mit unserem Gefühl, nie genug Zeit zu haben, zu tun hat.

Von Ulrich Breulmann

Zeit ist Geld, heißt es. Und das ist das Grundproblem allen Übels, sagt Dr. Karlheinz Geißler (75). Er ist emeritierter Professor für Wirtschaftspädagogik an der Universität der Bundeswehr in München und Zeitforscher.

„Dass wir heute das Gefühl haben, keine Zeit zu haben, liegt vor allem daran, dass wir Zeit in Geld verrechnen“, sagt Geißler. Früher sei die Zeit an Naturprozesse gebunden und nicht in Geld verrechnet worden. „Doch mit der Erfindung der Uhr ist die Verbindung der Zeit mit der Natur gekappt worden. Die Uhr macht aus qualitativer qualitätslose Zeit. Dadurch entsteht eine Zeit, die man neu mit Vergleichskriterien besetzen kann. Das haben die Kaufleute genutzt und sie mit Geld verglichen und verrechnet.“

Geld kenne kein „Genug“, man möchte immer mehr haben. Mit Geld verrechnete Zeit kenne auch kein Genug. „Man hat nie genug Zeit, möchte immer mehr haben. Zeit ist Geld – die Gründungsgleichung des Kapitalismus, der von uns verlangt, immer schneller zu werden, um immer mehr Geld und Güterwohlstand zu erlangen“, sagt Geißler.

Einfach ohne Uhr zu leben, wäre das Beste. „Das ist aber in unserer Gesellschaft unterhalb der Verrentungsgrenze nicht möglich. Unsere Gesellschaft ist am Vorbild Uhr organisiert.“ Um zeitzufrieden zu leben, müsse man Verzicht lernen, wissen, wann es genug ist. „So wie Geld pur nicht glücklich macht, so auch Zeit pur nicht. Wir müssen Zeit nicht mehr quantitativ, als Uhrzeit verstehen, sondern als Zeitqualität“, sagt Geißler. „Es kommt nicht darauf an, wie viel Zeit man hat, sondern wie viel man von der Zeit hat, was man aus ihr macht.“

Es gebe unterschiedliche Zeitqualitäten und –formen, so Geißler. Die Zeit schlechthin gebe es nicht. Es gebe die Schnelligkeit, das Ruhen, Warten, Trödeln. „Es muss neben dem schnellen Tempo auch Pausen, auch die Langsamkeit geben. Wir müssen versuchen, rhythmisch zu leben, denn alles Lebendige ist rhythmisch organisiert.“ Alles Nicht-Lebendige sei vertaktet, folge dem Takt der Uhr. Die Uhr produziere keine lebendige, sondern tote, mechanische Zeit.

Nach seiner Pensionierung habe er, so erzählt Geißler, zwei Jahre gebraucht, um seinen Rhythmus von offenen und festliegenden Zeiten zu finden. „Man braucht dazu Rituale, um das Leben zu ordnen. Ich stehe auf, frühstücke, lese ausführlich die Zeitung und mache mir einen Espresso, um an meinen Büchern weiter zu schreiben. Das mache ich fast täglich so, weil es mir Orientierung gibt und mich vor Zeitdruck bewahrt.“ Zeit sei letztlich eine Vorstellung. Diese sei von Religion zu Religion, von Kultur zu Kultur sehr unterschiedlich.

„Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Vorstellungen von Zeit. Die eine: Ich mache etwas mit der Zeit. Das ist die europäische Vorstellung. Dabei bin ich aktiv, tue was, organisiere Zeit. Die andere: Die Zeit macht etwas mit mir, kommt auf mich zu. Das ist eher die afrikanische Vorstellung, die vor 500 Jahren auch bei uns verbreitet war, als man in die Kirche ging und Gott bat, eine gute Zeit zu schicken.“

Zeit erlebe man durch Veränderungen in seinem Umfeld. Es komme auf die Erfahrungen mit der Zeit an. „Schönes geht zu schnell vorbei, weil wir es weiter erleben wollen. Unangenehmes, das wir schnell hinter uns lassen wollen, erleben wir als quälend lang. Wie man Zeit erlebt, hängt davon ab, auf welcher Seite der Klotür man sich befindet.“

Karlheinz Geißler leitet das Institut für Zeitberatung timesandmore. Mehr hier!

Der partizipative Bildungsplan

Der partizipative Bildungsplan als Taktgeber der Rhythmisierung

Die Erstellung von Bildungsplänen für einzelne Kinder, für Gruppen von Kindern und für Schulklassen ist eine unserer zentralen Aufgaben. Im Mittelpunkt stehen hier die Bildungspläne für einzelne Kinder. Diese zu erstellen kann nur mit erweiterter Beteiligungskultur gelingen. Zu den Beteiligten zählen im Kern neben den Lehrkräften und den Fachkräften der Ganztagsschule die Eltern der Kinder und im Besonderen die Schulkinder selbst. Bei Bedarf kommen weitere Partner oder Einrichtungen hinzu.

Gestützt wird dieser Ansatz durch die Maßgaben des Landes Nordrhein-Westfalen im Hinblick auf die Schwerpunkte der Entwicklung ganztägiger Schulqualität bis 2024. Dazu zählen im Besonderen kooperative Modelle der kind- und jugendorientierten Ganztagsbildung.

Partizipation, also Teilhabe oder Beteiligtsein, ist in diesem Zusammenhang mehr als Mitwirkung. Partizipation erfordert von daher ein hohes Maß an Verantwortung für Bildungsprozesse, die vor dem Hintergrund bestehender Vorgaben und den damit einhergehenden Zielvorstellungen gemeinsam geplant und realisiert werden unter besonderer Achtung der kindlichen Autonomie.

Rhythmisierung als pädagogische Grundhaltung

Aus unserer Erfahrung und Überzeugung wird das volle Wirkpotenzial der Rhythmisierung in bester Weise entfaltet, wenn die pädagogische Konzeption in Verbindung mit den zur Verfügung stehenden räumlichen und personellen Ressourcen die Grundlage bildet, im Sinne einer individuellen Bildungs-, Erziehungs- und Förderplanung vom Bedarf des einzelnen Kindes aus und im Besonderen an seinen Stärken orientiert zu denken und zu planen. Dabei ist das Kind als autonome Persönlichkeit grundsätzlich zu beteiligen.

Rhythmisierung ist demnach aus unserer Sicht von sich aus niemals eine Organisationsform, sondern immer das auf das einzelne Kind bezogene Ergebnis pädagogischer Überlegungen der in Schule Verantwortlichen. Zu den Verantwortlichen zählen auch die Schulkinder. Sehr wohl ergeben sich aus dieser Grundhaltung Planung und Organisation. Der Paradigmenwechsel hin zu der Frage „Wie muss die Schule sein, damit sie dem Kind gerecht wird?“ wird hier partizipativ gestaltet.

Vorgaben Bildung, Erziehung und individuelle Förderung

Wie ein roter Faden ziehen sich die Begriffe Bildung, Erziehung und individuelle Förderung durch die übergeordneten Vorgaben, die Relevanz haben für die qualitativ hochwertige und am Kind orientierte Ganztagsschule. Verbindlich sind hier das Schulgesetz NRW, die Richtlinien für die Grundschule in NRW, die 9 Fachlehrpläne für die Grundschule in NRW, die Bildungsgrundsätze für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kindertagesbetreuung und Schulen im Primarbereich in NRW und der Runderlass zu gebundenen und offenen Ganztagsschulen sowie außerunterrichtlichen Ganztags- und Betreuungsangeboten im Primarbereich und in der Sekundarstufe I.

Qualitätsvorgaben für Bildung, Erziehung und individuelle Förderung

Das Schulgesetz NRW formuliert in § 1 ein Rechtsgut:

„Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage und Herkunft und sein Geschlecht ein Recht auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung. Die Fähigkeiten und Neigungen den jungen Menschen sowie der Wille der Eltern bestimmen seinen Bildungsweg.“

„Der Zugang zur schulischen Bildung steht jeder Schülerin und jedem Schüler nach Lernbereitschaft und Leistungsfähigkeit offen“.

Die Richtlinien für die Grundschule in NRW setzen im Kapitel 3 „Vielfalt als Chance und Herausforderung“ die individuelle Förderung, die sonderpädagogische Förderung und die reflexive Koedukation als Schwerpunkte:

„Aufgabe der Schule ist es, diese Vielfalt als Chance zu begreifen und sie durch eine umfassende und differenzierte Bildungs- und Erziehungsarbeit für das gemeinsame Lernen der Kinder zu nutzen.“

„Unterricht, Erziehung und Schulleben schaffen verbindliche Lern- und Lebensbezüge.“

„Diese Zielsetzung wird unterstützt durch den Ausbau von Grundschulen zu offenen Ganztagsschulen. Bildung, Erziehung, individuelle Förderung und Betreuung werden als pädagogische Leitidee konzeptionell miteinander verzahnt, um Kindern mehr Bildungsqualität und Chancengleichheit zu ermöglichen.“

„Diese Vielfalt ist als Herausforderung zu verstehen, jedes Kind bezogen auf seine individuellen Stärken und Schwächen durch differenzierten Unterricht und ein anregungsreiches Schulleben nachhaltig zu fördern.“

„Grundlegend hierfür ist die Kenntnis der individuellen Lernausgangslage. Fortlaufende Beobachtungen der Lernentwicklung als Grundlage der individuellen Förderung sind unumgänglich.“

Die Kompetenzerwartungen der 9 Fachlehrpläne Sachunterricht, Deutsch, Mathematik, Englisch, Musik, Kunst, Sport, Evangelische Religionslehre und Katholische Religionslehre bilden die Perspektive auf den Anspruch dessen, was die Kinder am Ende ihrer Grundschulzeit können sollen.

Die 10 Leitideen der Bildungsgrundsätze „Bewegung“, „Körper, Gesundheit und Ernährung“, „Sprache und Kommunikation“, „Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung“, „Musisch-ästhetische Bildung“, „Religion und Ethik“, „Mathematische Bildung“, „Naturwissenschaftlich-technische Bildung“, „Ökologische Bildung“ und „Medien“ bilden das zu den Fachlehrplänen der Schule passende Pendant in der Kombinierung von Schule und Jugendhilfe und unter dem besonderen Aspekt gelingender Übergänge von der Kindertagesstätte in die Grundschule.

Der Runderlass zur Ganztagsschule bündelt diese Aspekte in Zielformulierungen zur Qualitätsentwicklung (2.1):

„Ziel ist der Ausbau von Ganztagsschulen und außerunterrichtlichen Ganztags- und Betreuungsangeboten zu einem attraktiven, qualitativ hochwertigen und umfassenden örtlichen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot, das sich an dem jeweiligen Bedarf der Kinder und Jugendlichen sowie der Eltern orientiert.“

„Die individuelle ganzheitliche Bildung von Kindern und Jugendlichen, die Entwicklung ihrer Persönlichkeit, der Selbst- und Sozialkompetenzen, ihrer Fähigkeiten, Talente, Fertigkeiten und ihr Wissenserwerb sollen systematisch gestärkt werden.“

„Dies soll durch eine flexible und bedarfsgerechte Mischung von verpflichtenden und freiwilligen Angeboten sichergestellt werden.“

Weiterhin formuliert der Erlass die Merkmale von Ganztagsschulen und außerunterrichtlichen Ganztags- und Betreuungsangeboten (3.1):

„Angebote für unterschiedlich große und heterogene Gruppen, die auch besondere soziale Problemlagen berücksichtigen.“

„Ein verlässliches Zeitraster und eine sinnvoll rhythmisierte Verteilung von Lernzeiten auf den Vormittag und den Nachmittag, auch unten Entwicklung neuer Formen der Stundentaktung“

„Die Öffnung von Schule zum Sozialraum und die Zusammenarbeit mit den dort tätigen Akteuren auf Augenhöhe“

„Förderkonzepte und -angebote für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedarfen (z. B. Sprachförderung, Deutsch als Zweitsprache, Mathematik und Naturwissenschaften, Fremdsprachen, Bewegungsförderung)“

„Die Förderung der Interessen der Schülerinnen und Schüler durch zusätzliche themen- und fachbezogene oder fächerübergreifende, auch klassen- und jahrgangsstufenübergreifende Angebote und außerunterrichtliche Praktika“

„Zusätzliche Zugänge zum Lernen und Arbeitsgemeinschaften (z. B. Kunst, Theater, Musik, Werken, Geschichtswerkstätten, naturwissenschaftliche Experimente, Sport) sowie sozialpädagogische Angebote, insbesondere im Rahmen von Projekten der Kinder- und Jugendhilfe (z. B. interkulturelle, geschlechtsspezifische, ökologische, partizipative, freizeitorientierte und offene Angebote)“

„Anregungen und Unterstützung beim Lösen von Aufgaben aus dem Unterricht und Eröffnung von Möglichkeiten zur Vertiefung und Erprobung des Gelernten sowie zur Entwicklung der Fähigkeit zum selbständigen Lernen und Gestalten“

„Möglichkeiten und Freiräume zum sozialen Lernen, für Selbstbildungsprozesse und für selbstbestimmte Aktivitäten“

„Ein angemessenes Gleichgewicht von Anspannung und Entspannung mit entsprechenden Ruhe- und  Erholungsphasen und von Kindern und Jugendlichen frei gestaltbaren Zeiten“

„Angebote zur gesunden Lebensgestaltung und zu einer gesunden Ernährung“

„Vielfältige Bewegungsanreize und –angebote“

„Die Einbindung der Eltern sowie der Schülerinnen und Schüler in Konzeption und Durchführung der Angebote“

„Unterstützungsangebote für Eltern, z. B. zu Erziehungsfragen, der Beratung und Mitwirkung“

Der Erlass ebnet den Weg von den Hausaufgaben zu den Lernzeiten (5.4):

„Hausaufgaben werden in offenen und gebundenen Ganztagsschulen in das Gesamtkonzept des Ganztags integriert.“

Der Erlass setzt ebenfalls den Anspruch der kontinuierlichen Qualitätsentwicklung innerhalb des Schulprogramms im Sinne der eben beschriebenen Merkmale (6.5):

„Jede Ganztagsschule entwickelt, auch unter Beteiligung der außerschulischen Kooperationspartner, ein Ganztagskonzept, das regelmäßig fortgeschrieben wird.“

Anmerkungen zum Plan aus Sicht der Kinder

Einen guten Plan zu haben ist eine wunderbare Sache. Die Kinder machen uns das vor, weil sie immer etwas vorhaben. Diese Vorhaben sind in der Regel spannend, kurzweilig und finden fast immer zu zweit oder in einer überschaubaren Gruppe statt. Draußen sein an schönen Orten, viel Bewegung, Witzigkeit und Albernheiten, Rollenspiele und Bautätigkeiten spielen zumeist eine Rolle.

Das informelle Lernen ist der kluge Schachzug der ganztägigen Bildung. Was brauchen die Kinder? Freizeit, Freispiel und ganz viel Zeit! Zeit zum Sich-Erproben, Zeit zum Anlegen von Talenten, Zeit zum Sich-Entfalten. Ein Stück freie, wenn schon nicht wilde Kindheit eben. Geht das in der Ganztagsschule? Es kommt darauf an, was wir daraus machen.

2. Teil: Tagesphasen der Ganztagsschule

07.15 – 07.45 Uhr

Frühbetreuung

Jeden Morgen um 7.15 Uhr öffnen sich die Türen der Ganztagsschule für alle Kinder, die Bedarf haben, zur Frühbetreuung. Für einige ist die freundliche Begrüßung die erste angenehme Ansprache des Tages, weil sie ganz alleine aufgestanden sind oder Stress und Hektik den Morgen zu Hause bestimmten, weil Eltern und Kinder unter Zeitdruck das Haus verlassen mussten.

Die Frühbetreuung findet in den Räumen des Ganztags statt. Die Kinder werden von einer Lehrerin oder einer OGS-Fachkraft empfangen und betreut. Die Anzahl der Kinder schwankt je nach Bedarf der Familien zwischen 20 und 40.

Viele Kinder freuen sich, wenn sie ihre Freunde schon morgens treffen und vor dem Unterricht gemeinsam spielen können. Der größte Gewinn für viele aber ist der Erwachsene, der ihnen freundlich zugewandt und entspannt einfach nur zuhört.

Um 7.45 Uhr begleitet die Lehrerin oder die Fachkraft die Kinder mit guten Wünschen für den Tag nach draußen auf das Außengelände, damit alle vor Schulbeginn noch die Möglichkeit der Bewegung an frischer Luft haben.

Die Atmosphäre während der Frühbetreuung ist in der Regel ruhig und entspannt. Die Lehrerinnen stellen zu Unterrichtsbeginn fest, dass die Kinder „schon in der Schule angekommen“ sind.

07.30 – 08.00 Uhr

Frühstück

07.45 – 07.55 Uhr

Spielpause vor dem Unterricht

Wenn man die Schulanfängerinnen und Schulanfänger fragt, was denn das Beste an der Schule sei, dann antworten sie in der Regel, nachdem sie das Lesen, Schreiben und Rechnen benannt haben: „Die Pause“. Sie begründen das auch sogleich: „Weil ich dann mit meinen Freundinnen und Freunden spielen kann“. Die Kinder der 2., 3. und 4. Klassen formulieren das ähnlich. Um die Pausen ranken sich Erzählungen und Mythen …

Eine Spielpause schon vor der Arbeit ist ja eigentlich ein Luxus! Gönnen wir diesen den Kindern! Denn diese Spielpause lässt die Kinder am frühen Morgen besser ankommen, frischer, bewegter, fröhlicher.

So bietet es sich an, dass die Eltern, wenn es sich morgens einrichten lässt, ihre Kinder schon um 7.45 Uhr an der Schule eintreffen lassen. Dann begegnen sich die Kinder, freuen sich, dass sie ihre Freundinnen und Freunde treffen und beginnen mit dem Besten, dem gemeinsamen Spielen. Kinder spielen immer und gerne. Nichts leichter als das. Phantasie gibt es gratis dazu.

Hinzu gesellen sich die Kinder, die bereits seit 7.15 Uhr an der Frühbetreuung teilnehmen und die Kinder, die seit 7.30 Uhr ihr Frühstück im Speisesaal einnehmen. Die Spielpausen werden täglich ab 7.45 Uhr durch die Lehrkräfte beaufsichtigt.

Ab 7.55 Uhr dürfen die Kinder in ihre Klassenräume gehen. Um 8.05 Uhr sollen alle spätestens erscheinen. So gibt es zeitliche Varianten für die Länge der Spielpause vor dem Unterricht zwischen 10 und 20 Minuten. Das können die Kinder selbst entscheiden.

07.45 – 08.00 Uhr

Frühsport

„Morgenstund‘ hat Gold im Mund…“. Nicht bei unseren Kindern? Mit regelmäßigem Frühsport könnte sich das ändern. Denn Sport bringt den Körper dazu, vermehrt das Glückshormon Serotonin auszuschütten. Dabei muss der Frühsport nicht einmal Stunden dauern! Denn mit 15 Minuten Frühsport bringen die Kinder ihren Kreislauf ordentlich in Schwung.

Mit dem Frühsport soll unseren Schulkindern die Möglichkeit geboten werden, sich vor dem Klassenunterricht zu bewegen. Denn Sport gehört oft zu den Lieblingsfächern der Schüler, da sie sich bewegen wollen, weil sie sich gerne bewegen. Gleichzeitig bildet Bewegung ein stabiles Fundament für ein erfolgreiches Lernen und beugt gesundheitlichen Problemen vor.

Die Kinder, denen der Frühsport vor dem Unterricht im Sinne persönlicher Rhythmisierung und bewegten Ankommens guttut, können sich von 7.45 Uhr bis 8.00 Uhr täglich in der Sporthalle oder in den Sommermonaten auf dem Außengelände sportlich bewegen.

Dort ist es möglich, auf verschiedene Kleingeräte zuzugreifen oder angeleitete Lauf- und Fitnessübungen durchzuführen. Frühschwimmen in unserer hauseigenen Schwimmhalle wäre doch auch noch etwas …

07.55 – 08.05 Uhr

Gleitender Unterrichtsbeginn

Ganz bewusst haben wir für den Beginn der Unterrichtszeit, offiziell um 8.00 Uhr, eine kleine Gleitzeit eingerichtet, um den Kindern einen entspannten Zugang zu ermöglichen. Von 7.55 bis 8.05 Uhr sollen die Kinder in ihren Klassen ankommen. Dort werden sie bereits von ihren Lehrerinnen erwartet. Grundsätzlich beginnen alle 12 Klassen täglich den Unterricht zu dieser Zeit.

Die kleine Gleitzeit führt zu positiven Veränderungen an unterschiedlichen Stellen.

Zum einen wird der Fahrverkehr vor dem Zugang zum Schulgelände entzerrt, da nun nicht mehr alle Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen, gleichzeitig ankommen. Das Aussteigen aus den Autos wird somit für die Kinder sicherer. Unterstützt wird das regelmäßig durch die Anwesenheit des Bezirkspolizisten, der hier den Verkehr überwacht, die Eltern über gewünschtes Verhalten informiert und die Kinder unterstützt.

Gleichzeitig können die Kinder die Spielpause auf dem Schulhof, die unter Aufsicht um 7.45 Uhr beginnt, zeitlich variieren. Je nach Bedarf dauert diese dann zwischen 10 und 20 Minuten.

08.05 – 09.30 Uhr

Lernzeit

Der Grundlagenerlass zur Gestaltung von Ganztagsschulen in Nordrhein-Westfalen setzt den Begriff „Lernzeit“ sowohl für den Unterricht als auch für die über den ganzen Tag aus dem Unterricht hervorgehenden Aufgaben für die Schülerinnen und Schüler.

So gehören zu den Merkmalen einer offenen Ganztagsschule in diesem Kontext ein verlässliches Zeitraster und eine sinnvoll rhythmisierte Verteilung von Lernzeiten auf den Vormittag und den Nachmittag, auch unter Entwicklung neuer Formen der Stundentaktung, sowie Anregungen und Unterstützung beim Lösen von Aufgaben aus dem Unterricht und Eröffnung von Möglichkeiten zur Vertiefung und Erprobung des Gelernten sowie zur Entwicklung der Fähigkeit zum selbstständigen Lernen und Gestalten.

Durchlässigkeit, Flexibilität und gemeinsame Verantwortung
Lernen im Klassenverband, Lernen im Team, Lernen in Partnerschaften und individuelles Lernen, eingebettet in Fachlernen, fächerübergreifendes Lernen, Projektlernen und Lernen in Förder- und Unterstützungssettings, jeweils unterstützt durch Lehrkräfte, Fachkräfte, Schulassistenz, Ehrenamtliche und Eltern bieten den Schulkindern verschiedene Lernarrangements in drei von vier großen Lernzeiten ab 8.05 Uhr, 10.00 Uhr und 11.55 Uhr über eine Dauer von insgesamt 4,5 Zeitstunden.

Ausgehend von der Grundorganisation aller 12 Klassen im Klassenverband zum Unterrichtsbeginn um 8.05 Uhr sind horizontale und vertikale Durchlässigkeit gegeben.

Die Richtlinien für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen setzen in Kapitel 8.2 „Professionelle Zusammenarbeit der Lehrkräfte“ den auf Nachhaltigkeit und ganztägige Kooperation bedachten Qualitätsanspruch:

„Entscheidend für die Qualität der Arbeit einer Grundschule und die systematische Schulentwicklung ist die professionelle Kooperation der Lehrerinnen und Lehrer bei der Wahrnehmung ihres Erziehungs- und Bildungsauftrags. Gemeinsam sind sie verantwortlich für die Regeln, Rituale, Arbeitsweisen, die Kontinuität der Unterrichtsarbeit in der ganzen Schule und in allen Klassen sowie für die Qualität der Kooperation mit außerschulischen Partnern.“

Und weiter: „Die pädagogische Führung einer Schule, kollegiale Beratung und gemeinsame Fortbildung, die wechselseitige offene Information und die Bereitschaft, den anderen Lehrkräften eines Kollegiums Einblick in den eigenen Unterricht zu ermöglichen, sind Voraussetzungen, um die schulische Arbeit nachhaltig zu entwickeln“.

Ausgangspunkt für uns sind in diesem Zusammenhang in gemeinsamer Verantwortung die Überlegungen und Planungen zur individuellen Lernausgangslage und Förderung und zur Rhythmisierung auf der Grundlage des partizipativen Bildungsplans.

Zur horizontalen Durchlässigkeit gehören alle Lernarrangements auf den vier Jahrgangsebenen. Gemeinsam nutzen die Beteiligten alle synergetischen Möglichkeiten, ausgehend von den einzelnen Klassen, dann aber auch in klassenübergreifenden Lern- und Organisationsformen. Die Klassenlehrerinnen der Klassen a, b und c sind gemeinsam verantwortlich für den Erfolg aller Schulkinder auf den Jahrgangsebenen, immer aber auch in Kooperation mit allen weiteren Beteiligten.

Zur vertikalen Durchlässigkeit gehören alle Lernarrangements zwischen den vier Jahrgangsebenen. Die Schulkinder können, ausgehend von ihrer Klassenzugehörigkeit, auch in Teilen am Unterricht einer höheren oder niedrigeren Klasse teilnehmen. Der partizipative Bildungsplan formuliert die entsprechenden Gründe und Ziele. Dies erfordert eine dauerhafte Kooperation zwischen den beteiligten Erwachsenen unter Einbeziehung der jeweiligen Schulkinder, da hier neben den fachlichen Ansprüchen im Besonderen auch emotionale Befindlichkeiten eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Neben den horizontalen und vertikalen Arrangements der Klassen und Jahrgänge ergänzen weitere Lernarrangements dieses Grundsystem. Dazu gehören alle Settings, die einzelne Kinder oder Gruppen von Kindern unterstützen und fördern und die in innerer oder äußerer Differenzierung, innerhalb oder außerhalb der Klassenverbände, immer aber vor dem Hintergrund rhythmisierender Effekte, angeboten werden.

Klassenunterricht

Fachliches Lernen

Fächerübergreifendes Lernen

Projekte

Förderung und Unterstützung

Sonderpädagogische Unterstützung

Schulassistenz

Mentor – Die Leselernhelfer e.V.

Schülermagazin

Das Schülermagazin „Hexenpost“ ist eine Besonderheit unserer Schule. Seit Sommer 2016 betreiben die Kinder ihren eigenen Internetauftritt, in dem sie über alle die Schülerinnen und Schüler interessierenden Ereignisse, das Klassenleben und das Schulleben berichten.

Herzstück ist die Redaktion, in deren Sitzungen die Kinder sich besprechen, planen und recherchieren. Die Redaktionszeiten befinden sich zum einen im Vormittagsbereich der Lernzeit ab 10 Uhr, zum anderen arbeitet die Redaktion über die gesamte Woche je nach Bedarf flexibel.

Das Schülermagazin ist gleichfalls auch das Herzstück unseres Medienkonzeptes. Wir sind davon überzeugt, dass dieses Konzept lebensecht sein muss. Um über etwas Bedeutsames zu berichten, muss dies den Kindern zunächst einmal wichtig sein. Daraus ergeben sich verschiedene Anforderungen vor dem Hintergrund der Kompetenzerwartungen der Fachlehrpläne.

Die Kinder zeichnen, malen und fotografieren und schreiben dazu passende Texte. Die Texte werden in einem weiteren Schritt digitalisiert. Das heißt, die Kinder übertragen diese an den dafür vorhandenen Notebooks im Rahmen der Textverarbeitung in Dateiform. Das entsprechende Vermögen dazu müssen sie natürlich erlernen. Gerne helfen die älteren Kinder den jüngeren dabei. Die Notebooks werden bei schönem Wetter von den Kindern auch bevorzugt im grünen Klassenzimmer, dem Schulgarten, eingesetzt. Das Hexenhaus in der Gartenmitte ist mittlerweile auch Heimat der Redaktion geworden.

Aufgabe der Redaktion ist es, die selbst erstellten oder eingegangenen Beiträge zu prüfen, redaktionell zu überarbeiten und internetfähig zu machen. Dazu müssen zum Beispiel die Bilddateien bearbeitet und in passende Formatgröße umgewandelt werden, bevor die Endabnahme und Veröffentlichung erfolgt. Ein insgesamt sehr komplexer, aber hoch interessanter und anspruchsvoller Vorgang!

Talentförderung spielt hier sicherlich auch eine Rolle. Wir haben Kinder, die bereits hervorragende Kenntnisse in diesen Bereichen haben und in der Lage sind, zum Beispiel Flyer oder Statistiken völlig selbstständig und handwerklich versiert zu erstellen.

Hier geht es zum Schülermagazin.

 

09.30 – 09.40 Uhr

Klassenfrühstück

09.40 – 10.00 Uhr

Spielpause

Regelmäßige Pause

„Für die Gliederung des Vormittagsunterrichts sollen Pausenzeiten von insgesamt wenigstens 40 Minuten, darunter mindestens eine Pausenzeit von wenigstens 15 Minuten, vorgesehen werden“, formuliert der Erlass des Schulministeriums NRW „Unterrichtsbeginn, Verteilung der Wochenstunden, Fünf-Tage-Woche, Klassenarbeiten und Hausaufgaben an allgemeinbildenden Schulen“ in Absatz 2.6 „Pausenzeiten am Vormittag“.

Den Erlass können Sie hier einsehen.

Der Erlass regelt weiterhin in Absatz 2.9 die mit 45 Minuten berechnete statistische Grundeinheit für eine Unterrichtsstunde, die nicht gekürzt werden darf. Im Rahmen der Unterrichtsorganisation und der Erfüllung der Stundentafel für die vier Klassenstufen dürfen schuleigene Zeit- und damit Rhythmisierungsmodelle gewählt werden.

In unserer Schule sind vorgegebene Pausenzeiten für alle Schülerinnen und Schüler festgesetzt. Die sogenannte „Große Pause“ gibt es zweimal, dauert jeweils 20 Minuten und findet von 9.40 bis 10.00 Uhr und von 11.35 bis 11.55 Uhr statt.

Vor der ersten großen Pause gibt es zusätzlich von 9.30 bis 9.40 Uhr die Phase des Klassenfrühstücks, um Ernährung und Bewegung als feste Einheit miteinander zu verbinden. Dies wird in der entsprechenden Tagesphase beschrieben.

In der Lernzeitphase von 10.00 bis 11.35 Uhr ist eine weitere kleine Pause zunächst statistisch, aber auch real, im Besonderen auch für den Raumwechsel vorgesehen. Das gilt ebenfalls für die Lernzeitphase von 11.55 bis 13.30 Uhr.

Die Spielpause vor dem Unterricht vor 7.45 bis 8.05 Uhr mit ihren Modalitäten und Möglichkeiten ist in der entsprechenden Tagesphase beschrieben.

Die Erfüllung der zeitlichen Grundanforderungen der Pausen für Schülerinnen und Schüler erfordert von den Lehr- und Fachkräften eine organisatorische Grunddisziplin, damit die Pausen von den Kindern pünktlich und in voller Länge wahrgenommen werden können.

Bewegte Pause

Die Schulkinder sind  in den Pausen auf den dafür vorgesehenen Flächen in der Regel immer in Bewegung. Das entspricht ihrem grundlegenden Bedürfnis nach rhythmisierenden Spiel- und Erholungsphasen. Das unterstützt im Besonderen aber auch den bekannten Effekt des Lernens in Bewegung. Das im Unterricht zuvor Thematisierte, Bearbeitete und Erlernte wird gleichsam noch einmal „durchgeschüttelt“, damit es sich setzen und verstetigen kann. Das passiert bei den Kindern natürlich unbewusst, sollte den Erwachsenen allerdings bewusst sein.

Macht das Pausengeschehen von außen einen gewissen Eindruck des „Durcheinanders“, entpuppt es sich bei genauerem Hinsehen als funktionierendes Gefüge unter Nutzung der Teilflächen mit ihren Funktionen wie z.B. Klettern, Ballspielen oder Turnen. Die Kinder nutzen das Schulgelände nach ihren persönlichen Vorzügen und Ansprüchen.

Flexible Pause

Über die in der schulischen Organisationsstruktur festgesetzten Pausenzeiten hinaus obliegt es den Lernenden und deren erwachsenen Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern, den Lehr- und Fachkräften, selbstständig über den Rhythmus von Anstrengungs- und Erholungsphasen zu befinden, also Lernzeiten zu rhythmisieren.

Das ist immer abhängig von Lerninhalten, Tagesstrukturen und Organisationsabläufen in den Schulklassen, aber auch von Jahreszeiten, klimatischen Bedingungen und im Besonderen von der Zusammensetzung der Klassen und Lerngruppen.

Hier den Biorhythmen der sehr verschiedenen Kinder gerecht zu werden ist eine pädagogische Aufgabe. Eine pädagogische Grundfreiheit ist es, dies verantwortlich wahrzunehmen, mit den Kindern zu besprechen, zu strukturieren und zu organisieren.

Individuelle Pause

Immer wieder sieht man Kinder, die selbstständig, in kleinen Gruppen oder in Begleitung erwachsener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch während der Unterrichts- und Lernzeiten im Schulgebäude oder auf dem Schulgelände unterwegs sind. Das ist so gewollt. Im Sinne individueller Rhythmisierung benötigen diese Kinder diese kleinen zusätzlichen Phasen, um lern- und leistungsfähig zu bleiben.

Für Kinder mit individuellen Förder- und Unterstützungsbedarfen und für Kinder mit Behinderungen bedarf es grundsätzlich persönlich passender Pausenzeiten. Sie werden dabei von Integrationsfachkräften und ehrenamtlich Tätigen begleitet.

Pausenorte

Nutzen dürfen die Kinder eine Vielzahl zur Verfügung stehender Pausenflächen nach freier Wahl. Dazu gehören der Schulhof, die Kletteranlagen, die Fußballplätze, der Spielplatz und der Schulgarten.

Beaufsichtigt werden sie dabei von Lehr- und Fachkräften, Integrationsfachkräften und ehrenamtlich Tätigen. „Die Art der Aufsicht hängt von der jeweiligen konkreten Situation ab. Ständige Anwesenheit der Lehrkraft ist nicht in jedem Fall zwingend geboten“. So formulieren es die Verwaltungsvorschriften zu § 57 des Schulgesetzes NRW. Heißt übersetzt: Die Kinder müssen sich beaufsichtigt fühlen und Erwachsene in erreichbarer Nähe wissen.

Auch die älteren Kinder übernehmen hier im Rahmen ihrer Patenschaften für die jüngeren Kinder wichtige Funktionen als vertrauensvolle Begleiterinnen und Begleiter.

Regenpause

Jeder kennt den Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung!“. Wie wahr. Die sogenannte Regenpause findet nur dann statt, wenn das Wetter so schlecht ist, dass das Betreten des Außengeländes wirklich unzumutbar ist. Die Kinder verbleiben dann in ihren Klassen oder nutzen die Bereiche vor ihren Klassenzimmern. Dies erfordert von ihnen ein gutes und abgestimmtes Miteinander. Von den Erwachsenen werden sie dabei unterstützt.

Mitarbeiterpause

Nicht aus dem Blick geraten sollte, dass die festgesetzten Pausenzeiten auch von den Lehr- und Fachkräften zur Erholung genutzt werden und die Dienstgeschäfte für diese Zeiten möglichst ruhen, damit alle mit der notwendigen Energie wieder an die Arbeit gehen können. Dies ist insbesondere in den Zeiten des Ausbaus unserer Ganztagsschulen wichtig, da die Aufenthalts- und Arbeitszeiten sich in diesem Zusammenhang vor Ort in der Schule deutlich verlängern.

10.00 – 11.35 Uhr

Lernzeit

Der Grundlagenerlass zur Gestaltung von Ganztagsschulen in Nordrhein-Westfalen setzt den Begriff „Lernzeit“ sowohl für den Unterricht als auch für die über den ganzen Tag aus dem Unterricht hervorgehenden Aufgaben für die Schülerinnen und Schüler.

So gehören zu den Merkmalen einer offenen Ganztagsschule in diesem Kontext ein verlässliches Zeitraster und eine sinnvoll rhythmisierte Verteilung von Lernzeiten auf den Vormittag und den Nachmittag, auch unter Entwicklung neuer Formen der Stundentaktung, sowie Anregungen und Unterstützung beim Lösen von Aufgaben aus dem Unterricht und Eröffnung von Möglichkeiten zur Vertiefung und Erprobung des Gelernten sowie zur Entwicklung der Fähigkeit zum selbstständigen Lernen und Gestalten.

Durchlässigkeit, Flexibilität und gemeinsame Verantwortung
Lernen im Klassenverband, Lernen im Team, Lernen in Partnerschaften und individuelles Lernen, eingebettet in Fachlernen, fächerübergreifendes Lernen, Projektlernen und Lernen in Förder- und Unterstützungssettings, jeweils unterstützt durch Lehrkräfte, Fachkräfte, Schulassistenz, Ehrenamtliche und Eltern bieten den Schulkindern verschiedene Lernarrangements in drei von vier großen Lernzeiten ab 8.05 Uhr, 10.00 Uhr und 11.55 Uhr über eine Dauer von insgesamt 4,5 Zeitstunden.

Ausgehend von der Grundorganisation aller 12 Klassen im Klassenverband zum Unterrichtsbeginn um 8.05 Uhr sind horizontale und vertikale Durchlässigkeit gegeben.

Die Richtlinien für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen setzen in Kapitel 8.2 „Professionelle Zusammenarbeit der Lehrkräfte“ den auf Nachhaltigkeit und ganztägige Kooperation bedachten Qualitätsanspruch:

„Entscheidend für die Qualität der Arbeit einer Grundschule und die systematische Schulentwicklung ist die professionelle Kooperation der Lehrerinnen und Lehrer bei der Wahrnehmung ihres Erziehungs- und Bildungsauftrags. Gemeinsam sind sie verantwortlich für die Regeln, Rituale, Arbeitsweisen, die Kontinuität der Unterrichtsarbeit in der ganzen Schule und in allen Klassen sowie für die Qualität der Kooperation mit außerschulischen Partnern.“

Und weiter: „Die pädagogische Führung einer Schule, kollegiale Beratung und gemeinsame Fortbildung, die wechselseitige offene Information und die Bereitschaft, den anderen Lehrkräften eines Kollegiums Einblick in den eigenen Unterricht zu ermöglichen, sind Voraussetzungen, um die schulische Arbeit nachhaltig zu entwickeln“.

Ausgangspunkt für uns sind in diesem Zusammenhang in gemeinsamer Verantwortung die Überlegungen und Planungen zur individuellen Lernausgangslage und Förderung und zur Rhythmisierung auf der Grundlage des partizipativen Bildungsplans.

Zur horizontalen Durchlässigkeit gehören alle Lernarrangements auf den vier Jahrgangsebenen. Gemeinsam nutzen die Beteiligten alle synergetischen Möglichkeiten, ausgehend von den einzelnen Klassen, dann aber auch in klassenübergreifenden Lern- und Organisationsformen. Die Klassenlehrerinnen der Klassen a, b und c sind gemeinsam verantwortlich für den Erfolg aller Schulkinder auf den Jahrgangsebenen, immer aber auch in Kooperation mit allen weiteren Beteiligten.

Zur vertikalen Durchlässigkeit gehören alle Lernarrangements zwischen den vier Jahrgangsebenen. Die Schulkinder können, ausgehend von ihrer Klassenzugehörigkeit, auch in Teilen am Unterricht einer höheren oder niedrigeren Klasse teilnehmen. Der partizipative Bildungsplan formuliert die entsprechenden Gründe und Ziele. Dies erfordert eine dauerhafte Kooperation zwischen den beteiligten Erwachsenen unter Einbeziehung der jeweiligen Schulkinder, da hier neben den fachlichen Ansprüchen im Besonderen auch emotionale Befindlichkeiten eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Neben den horizontalen und vertikalen Arrangements der Klassen und Jahrgänge ergänzen weitere Lernarrangements dieses Grundsystem. Dazu gehören alle Settings, die einzelne Kinder oder Gruppen von Kindern unterstützen und fördern und die in innerer oder äußerer Differenzierung, innerhalb oder außerhalb der Klassenverbände, immer aber vor dem Hintergrund rhythmisierender Effekte, angeboten werden.

Klassenunterricht

Fachliches Lernen

Fächerübergreifendes Lernen

Projekte

Förderung und Unterstützung

Sonderpädagogische Unterstützung

Schulassistenz

Mentor – Die Leselernhelfer e.V.

Lernwerkstatt

Handwerkstatt

Profilsilentium
Silentien sind gemäß des NRW-Ganztagsschulerlasses Abs. 1.2 ein Bestandteil außerunterrichtlicher Betreuungsangebote für einen Teil der Schulkinder mit einer nicht verpflichtenden regelmäßigen Teilnahme. Die den Schulen über den Schulträger zur Verfügung gestellten Finanzmittel werden in der Regel in den schulischen Hausaufgabenbetreuungen eingesetzt.

Vor dem Hintergrund der Konzipierung rhythmischer Lern- und Lebensabläufe in unserer Ganztagsschule setzen wir das zuständige Fachpersonal bewusst nicht nur am Nachmittag, sondern vermehrt auch im vormittäglichen Bereich im Sinne der individuellen Förderung ein. Die Erfahrungen der Vergangenheit lehren uns, dass es für Kinder, denen das Lernen nicht leicht fällt, nicht auf die quantitative Erweiterung von Lernzeiten, sondern auf die qualitative Zentrierung ankommt.

Grundlage ist hier der persönliche Bildungsplan der Kinder. Es bedarf der Absprachen zwischen den Klassenlehrerinnen, den Eltern und dem Fachpersonal, an welcher Stelle und mit welchem Bildungs- oder Förderziel gearbeitet wird. Richtwerte bieten hier die Kompetenzerwartungen der neun Fachlehrpläne für die Grundschule und der Erlass „Unterrichtsbeginn, Verteilung der Wochenstunden, Fünf-Tage-Woche, Klassenarbeiten und Hausaufgaben an allgemeinbildenden Schulen“.

Die zusätzliche Unterstützung von Kindern, auch in kleinen Gruppen in der Binnendifferenzierung im laufenden Klassenunterricht, kann eine Variante sein. Eine andere Variante ist das externe Üben außerhalb des Klassenunterrichts in anderen Räumen. In bestimmten Situationen lohnt es sich durchaus, auch einmal ein einzelnes Kind in schwieriger Lebenszeit intensiv zu unterstützen. Neben der fachlichen Arbeit spielt dann die dem Kind förderliche empathische Situation eine wesentliche Rolle, da diese aus unserer Erfahrung Zuversicht und Kraft für die Zukunft gibt.

Sehr gute Erfahrungen haben wir damit gemacht, dass Kinder in auf das Schulprofil bezogenen Projekten arbeiten. Daher kommt die Bezeichnung Profilsilentium. Hier werden die zusätzlichen Fachkraftstunden genutzt, um in vor- und nachmittäglicher Verschneidung durch die intensive Bearbeitung eines Themas oder einer Aufgabe individuelle Lernfortschritte mit entsprechendem Kompetenzgewinn zu erzielen. Auch die Fähigkeit, teamorientiert zu agieren, wird hier gefördert.

Therapie

Freilandküche

Sozialtraining “Schulführerschein”

Alle Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie die unterstützenden Institutionen im Stadtteil Bochum-Südwest treffen sich seit vielen Jahren regelmäßig zum Austausch. Hier haben Schulen, Kindertagesstätten oder Kinder- und Jugendfreizeitstätten die Möglichkeit, passende, die eigene Arbeit professionell unterstützende Hilfen in Anspruch zu nehmen.

Pädagoginnen des Ambulanten Jugendhilfezentrums Südwest kommen einmal in der Woche in unsere Schule. Sie arbeiten jeweils zwei Stunden mit Gruppen von Kindern unserer 1. Klassen. Die Arbeit mit den Kindern hat unmittelbare rhythmisierende Auswirkungen auf das Verhalten und das Miteinander in der eigenen Klasse.

Die Idee des „Schulführerscheins“: Vor- und Grundschüler können häufig sich selbst, die eigenen Bedürfnisse und Gefühle noch nicht ausreichend genug wahrnehmen. Die eigene Wahrnehmung ist jedoch sehr wichtig im Umgang mit den Mitmenschen. Denn wenn die Kinder sich selbst wahrnehmen und wissen, was sie können, wer sie sind und wie sie sich fühlen, können sie sich mehr in ihre Mitmenschen hineindenken. Dieses Hineindenken hilft den Kindern später, in bestimmten Lebenslagen empathisch auf die Mitmenschen einzugehen und sich selbst dabei nicht aus dem Auge zu verlieren.

Der Schulführerschein bietet hier einen ersten Anstoß für die Kinder. In fünf Einheiten für jeweils zwei Schulstunden werden die Kinder in den Bereichen der Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, Teamarbeit und in den Feldern Wut und Streit sowie Medien und Gefühle durch kreative Arbeit, Gruppen- und Partnerspiele und Gesprächsrunden kindgerecht angeleitet, aufeinander zu achten und angemessen aufeinander einzugehen.

Schülermagazin

Das Schülermagazin „Hexenpost“ ist eine Besonderheit unserer Schule. Seit Sommer 2016 betreiben die Kinder ihren eigenen Internetauftritt, in dem sie über alle die Schülerinnen und Schüler interessierenden Ereignisse, das Klassenleben und das Schulleben berichten.

Herzstück ist die Redaktion, in deren Sitzungen die Kinder sich besprechen, planen und recherchieren. Die Redaktionszeiten befinden sich zum einen im Vormittagsbereich der Lernzeit ab 10 Uhr, zum anderen arbeitet die Redaktion über die gesamte Woche je nach Bedarf flexibel.

Das Schülermagazin ist gleichfalls auch das Herzstück unseres Medienkonzeptes. Wir sind davon überzeugt, dass dieses Konzept lebensecht sein muss. Um über etwas Bedeutsames zu berichten, muss dies den Kindern zunächst einmal wichtig sein. Daraus ergeben sich verschiedene Anforderungen vor dem Hintergrund der Kompetenzerwartungen der Fachlehrpläne.

Die Kinder zeichnen, malen und fotografieren und schreiben dazu passende Texte. Die Texte werden in einem weiteren Schritt digitalisiert. Das heißt, die Kinder übertragen diese an den dafür vorhandenen Notebooks im Rahmen der Textverarbeitung in Dateiform. Das entsprechende Vermögen dazu müssen sie natürlich erlernen. Gerne helfen die älteren Kinder den jüngeren dabei. Die Notebooks werden bei schönem Wetter von den Kindern auch bevorzugt im grünen Klassenzimmer, dem Schulgarten, eingesetzt. Das Hexenhaus in der Gartenmitte ist mittlerweile auch Heimat der Redaktion geworden.

Aufgabe der Redaktion ist es, die selbst erstellten oder eingegangenen Beiträge zu prüfen, redaktionell zu überarbeiten und internetfähig zu machen. Dazu müssen zum Beispiel die Bilddateien bearbeitet und in passende Formatgröße umgewandelt werden, bevor die Endabnahme und Veröffentlichung erfolgt. Ein insgesamt sehr komplexer, aber hoch interessanter und anspruchsvoller Vorgang!

Talentförderung spielt hier sicherlich auch eine Rolle. Wir haben Kinder, die bereits hervorragende Kenntnisse in diesen Bereichen haben und in der Lage sind, zum Beispiel Flyer oder Statistiken völlig selbstständig und handwerklich versiert zu erstellen.

Hier geht es zum Schülermagazin.

Jekits – Instrumente, Tanzen, Singen

Mehr zum Programm gibt es hier.

11.35 – 11.55 Uhr

Spielpause

Regelmäßige Pause

„Für die Gliederung des Vormittagsunterrichts sollen Pausenzeiten von insgesamt wenigstens 40 Minuten, darunter mindestens eine Pausenzeit von wenigstens 15 Minuten, vorgesehen werden“, formuliert der Erlass des Schulministeriums NRW „Unterrichtsbeginn, Verteilung der Wochenstunden, Fünf-Tage-Woche, Klassenarbeiten und Hausaufgaben an allgemeinbildenden Schulen“ in Absatz 2.6 „Pausenzeiten am Vormittag“.

Den Erlass können Sie hier einsehen.

Der Erlass regelt weiterhin in Absatz 2.9 die mit 45 Minuten berechnete statistische Grundeinheit für eine Unterrichtsstunde, die nicht gekürzt werden darf. Im Rahmen der Unterrichtsorganisation und der Erfüllung der Stundentafel für die vier Klassenstufen dürfen schuleigene Zeit- und damit Rhythmisierungsmodelle gewählt werden.

In unserer Schule sind vorgegebene Pausenzeiten für alle Schülerinnen und Schüler festgesetzt. Die sogenannte „Große Pause“ gibt es zweimal, dauert jeweils 20 Minuten und findet von 9.40 bis 10.00 Uhr und von 11.35 bis 11.55 Uhr statt.

Vor der ersten großen Pause gibt es zusätzlich von 9.30 bis 9.40 Uhr die Phase des Klassenfrühstücks, um Ernährung und Bewegung als feste Einheit miteinander zu verbinden. Dies wird in der entsprechenden Tagesphase beschrieben.

In der Lernzeitphase von 10.00 bis 11.35 Uhr ist eine weitere kleine Pause zunächst statistisch, aber auch real, im Besonderen auch für den Raumwechsel vorgesehen. Das gilt ebenfalls für die Lernzeitphase von 11.55 bis 13.30 Uhr.

Die Spielpause vor dem Unterricht vor 7.45 bis 8.05 Uhr mit ihren Modalitäten und Möglichkeiten ist in der entsprechenden Tagesphase beschrieben.

Die Erfüllung der zeitlichen Grundanforderungen der Pausen für Schülerinnen und Schüler erfordert von den Lehr- und Fachkräften eine organisatorische Grunddisziplin, damit die Pausen von den Kindern pünktlich und in voller Länge wahrgenommen werden können.

Bewegte Pause

Die Schulkinder sind  in den Pausen auf den dafür vorgesehenen Flächen in der Regel immer in Bewegung. Das entspricht ihrem grundlegenden Bedürfnis nach rhythmisierenden Spiel- und Erholungsphasen. Das unterstützt im Besonderen aber auch den bekannten Effekt des Lernens in Bewegung. Das im Unterricht zuvor Thematisierte, Bearbeitete und Erlernte wird gleichsam noch einmal „durchgeschüttelt“, damit es sich setzen und verstetigen kann. Das passiert bei den Kindern natürlich unbewusst, sollte den Erwachsenen allerdings bewusst sein.

Macht das Pausengeschehen von außen einen gewissen Eindruck des „Durcheinanders“, entpuppt es sich bei genauerem Hinsehen als funktionierendes Gefüge unter Nutzung der Teilflächen mit ihren Funktionen wie z.B. Klettern, Ballspielen oder Turnen. Die Kinder nutzen das Schulgelände nach ihren persönlichen Vorzügen und Ansprüchen.

Flexible Pause

Über die in der schulischen Organisationsstruktur festgesetzten Pausenzeiten hinaus obliegt es den Lernenden und deren erwachsenen Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern, den Lehr- und Fachkräften, selbstständig über den Rhythmus von Anstrengungs- und Erholungsphasen zu befinden, also Lernzeiten zu rhythmisieren.

Das ist immer abhängig von Lerninhalten, Tagesstrukturen und Organisationsabläufen in den Schulklassen, aber auch von Jahreszeiten, klimatischen Bedingungen und im Besonderen von der Zusammensetzung der Klassen und Lerngruppen.

Hier den Biorhythmen der sehr verschiedenen Kinder gerecht zu werden ist eine pädagogische Aufgabe. Eine pädagogische Grundfreiheit ist es, dies verantwortlich wahrzunehmen, mit den Kindern zu besprechen, zu strukturieren und zu organisieren.

Individuelle Pause

Immer wieder sieht man Kinder, die selbstständig, in kleinen Gruppen oder in Begleitung erwachsener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch während der Unterrichts- und Lernzeiten im Schulgebäude oder auf dem Schulgelände unterwegs sind. Das ist so gewollt. Im Sinne individueller Rhythmisierung benötigen diese Kinder diese kleinen zusätzlichen Phasen, um lern- und leistungsfähig zu bleiben.

Für Kinder mit individuellen Förder- und Unterstützungsbedarfen und für Kinder mit Behinderungen bedarf es grundsätzlich persönlich passender Pausenzeiten. Sie werden dabei von Integrationsfachkräften und ehrenamtlich Tätigen begleitet.

Pausenorte

Nutzen dürfen die Kinder eine Vielzahl zur Verfügung stehender Pausenflächen nach freier Wahl. Dazu gehören der Schulhof, die Kletteranlagen, die Fußballplätze, der Spielplatz und der Schulgarten.

Beaufsichtigt werden sie dabei von Lehr- und Fachkräften, Integrationsfachkräften und ehrenamtlich Tätigen. „Die Art der Aufsicht hängt von der jeweiligen konkreten Situation ab. Ständige Anwesenheit der Lehrkraft ist nicht in jedem Fall zwingend geboten“. So formulieren es die Verwaltungsvorschriften zu § 57 des Schulgesetzes NRW. Heißt übersetzt: Die Kinder müssen sich beaufsichtigt fühlen und Erwachsene in erreichbarer Nähe wissen.

Auch die älteren Kinder übernehmen hier im Rahmen ihrer Patenschaften für die jüngeren Kinder wichtige Funktionen als vertrauensvolle Begleiterinnen und Begleiter.

Regenpause

Jeder kennt den Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung!“. Wie wahr. Die sogenannte Regenpause findet nur dann statt, wenn das Wetter so schlecht ist, dass das Betreten des Außengeländes wirklich unzumutbar ist. Die Kinder verbleiben dann in ihren Klassen oder nutzen die Bereiche vor ihren Klassenzimmern. Dies erfordert von ihnen ein gutes und abgestimmtes Miteinander. Von den Erwachsenen werden sie dabei unterstützt.

Mitarbeiterpause

Nicht aus dem Blick geraten sollte, dass die festgesetzten Pausenzeiten auch von den Lehr- und Fachkräften zur Erholung genutzt werden und die Dienstgeschäfte für diese Zeiten möglichst ruhen, damit alle mit der notwendigen Energie wieder an die Arbeit gehen können. Dies ist insbesondere in den Zeiten des Ausbaus unserer Ganztagsschulen wichtig, da die Aufenthalts- und Arbeitszeiten sich in diesem Zusammenhang vor Ort in der Schule deutlich verlängern.

11.35 – 14.00 Uhr

Mittagessen

Was gibt es heute zu essen?

Was gibt es zu essen? Wie zu Hause ist das auch in der Ganztagsschule eine der wichtigsten Fragen des Tages. Viele Kinder kommen schon in der 1. Pause in die Küche, um nachzusehen, was „Harry Heißhunger“ Leckeres auf seinem Tablett ankündigt.

Mehr als Nahrungsaufnahme

Das Essen hat im Ganztagsalltag einen festen und großen Stellenwert. Außer der reinen Nahrungsaufnahme dient es dem Genuss, der Gemütlichkeit und Entspannung, der Kommunikation, dem Kennenlernen neuer Speisen und wird deshalb von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen wertgeschätzt.

Essen mit Freude und Berücksichtigung von Besonderheiten

Alle Kinder sollen sich auf das Essen freuen und nicht mit Angst oder Bauchschmerzen zum Mittagstisch kommen. Deshalb gibt es täglich ein Hauptbüfett mit zwei Beilagen sowie zwei warmen und einem rohen Gemüse. Vegetarier, Allergiker und muslimische Kinder finden ebenfalls ihre passende Linie.

Wichtig ist uns, dass Kinder mit Lebensmittelallergien nicht stigmatisiert werden. Hier bieten wir möglichst immer das identische Gericht auch für diese Kinder an, sodass alle beispielsweise ein Spaghetti oder Kaiserschmarren essen können.

Mehr als 200 Essen täglich

Täglich geben wir zwischen 11.30 und 14.00 Uhr über 200 Essen aus. In der Regel essen bis zu 55 Kinder eines Jahrgangs gemeinsam in zwei Speiseräumen. Alle Tische sind jahreszeitlich dekoriert und als Willkommenszeichen mit Gläsern und drei Getränkesorten (Tee, Apfelschorle, Mineralwasser) eingedeckt.

Rituale bei Tisch und Informationen

Alle Kinder haben einen festen Sitzplatz, der aber nach den Ferien gewechselt werden kann. Feste Rituale wie Begrüßung, Feststellung der Anwesenheit, Besprechung der Nachmittagsaktivitäten und der Bekanntgabe der einzelnen Menükomponenten dienen dem zur Ruhe kommen, der Orientierung und somit insgesamt dem Wohlfühlen.

Neue Speisenkomponenten werden den Kindern jeweils vorgestellt und deren Herkunft, Aussehen, Verarbeitung und Geschmack erläutert. Die Kinder werden freundlich zum Probieren angehalten. Gerne darf es auch eine Erbse oder ein Rosenkohlröschen sein.

Geburtstagskinder

Ein besonderer Höhepunkt ist der Geburtstag eines Kindes. Dessen Platz am Tisch ist mit Serviette, Kerze und Geburtstagszahl dekoriert. Alle Kinder und Erwachsenen singen das Wunschgeburtstagslied. Das Geburtstagskind bekommt als erstes sein Essen, die Kinder seiner Tischgruppe dürfen zuerst zum Mittagsbüfett und die nachfolgende Tischgruppe darf das Geburtstagskind auch bestimmen. Nach dem Essen bekommen alle Kinder zur Feier des Tages ein Eis und das Geburtstagskind sucht sich ein kleines Geschenk aus. Einmal im Jahr so positiv im Mittelpunkt zu stehen und etwas entscheiden zu dürfen ist für einige Kinder eine neue und wichtige Erfahrung, die sie mit Stolz erfüllt, manchmal auch ein wenig verlegen macht. Denn nicht in jedem Elternhaus wird der Geburtstag des Kindes angemessen gewürdigt.

Familiärer Charakter statt Mensa

Bewusst geben wir unserer Mittagssituation keinen Mensacharakter, sondern eher den einer großen Familie, wo während des Essens miteinander gesprochen werden und Freude oder Frust geteilt werden können. Je nach Personalsituation sitzen auch die Fachkräfte mit an einem Tisch, um zu essen, aber auch um zu sehen und zu hören, wie es dem einzelnen Kind geht, womit es sich beschäftigt, worüber es sich freut oder was es belastet.

Wertschätzung von Lebensmitteln

Im Sinne unseres Schulprofils „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, der Wertschätzung gesunder Lebensmittel und der Achtung vor der Arbeit anderer Menschen bitten wir die Kinder, ihre Teller nicht zu überhäufen, sondern lieber mehrmals zur Ausgabe zu kommen, damit kein Essen weggeworfen werden muss. Im Blick haben wir dabei, auch in Absprache mit den Eltern, das angemessene Essverhalten der Kinder, zum Beispiel bei Übergewicht oder Essstörungen.

11.55 – 13.30 Uhr

Lernzeit

Lernzeit

Der Grundlagenerlass zur Gestaltung von Ganztagsschulen in Nordrhein-Westfalen setzt den Begriff „Lernzeit“ sowohl für den Unterricht als auch für die über den ganzen Tag aus dem Unterricht hervorgehenden Aufgaben für die Schülerinnen und Schüler.

So gehören zu den Merkmalen einer offenen Ganztagsschule in diesem Kontext ein verlässliches Zeitraster und eine sinnvoll rhythmisierte Verteilung von Lernzeiten auf den Vormittag und den Nachmittag, auch unter Entwicklung neuer Formen der Stundentaktung, sowie Anregungen und Unterstützung beim Lösen von Aufgaben aus dem Unterricht und Eröffnung von Möglichkeiten zur Vertiefung und Erprobung des Gelernten sowie zur Entwicklung der Fähigkeit zum selbstständigen Lernen und Gestalten.

Hier finden Sie den Grundlagenerlass.

Die im Folgenden formulierten Qualitätsmerkmale beruhen zum einen auf Erfahrungen innerhalb unserer Schule, zum anderen finden diese ihre Entsprechung in den Fachbeiträgen der Serviceagentur Ganztägig Lernen NRW (SAG NRW) und der Qualitäts- und UnterstützungsAgentur NRW-Landesinstitut (QUA-LiS NRW). Beide Einrichtungen unterstützen die Entwicklung von Ganztagsschulen in Nordrhein-Westfalen.

Zur SAG NRW geht es hier.

Zu QUA-LiS NRW geht es hier.

Die in den Unterrichtsalltag integrierten Lernzeiten ermöglichen den Kindern in einem festgelegten Rahmen individuelles und selbstgesteuertes Lernen im eigenen Tempo. Innerhalb der Lernzeit können sie so Unterrichtsinhalte weiter üben, vertiefen und reflektieren. Dabei ist es von Bedeutung, dass jedes Kind mit seinen individuellen Voraussetzungen und Entwicklungsschritten beachtet wird. Die Lernumgebung sowie die Lernangebote werden so gestaltet, dass die jeweiligen Leistungsmöglichkeiten und Kenntnisstände der Lernenden beachtet werden.

Damit sich die Lernzeiten in ein ganzheitliches pädagogisches Konzept einbetten, orientieren sie sich an den rechtlichen, räumlichen, personellen und finanziellen Möglichkeiten der Schule. Bei der Organisation werden die pädagogischen Ziele und Schwerpunktsetzungen vorrangig beachtet. Besonders die individualisierten Lernprozesse, Aufgabenstellungen und Lernarrangements und die veränderte Rolle der begleitenden Lehr- und Fachkräfte hin zur Lernberaterin oder zum Lernberater sind dabei zu berücksichtigen. So soll es den Kindern ermöglicht werden, in einem hohen Maße selbstständig zu lernen.

Während der Lernzeiten stehen die begleitenden Erwachsenen den Lernenden beobachtend und beratend zur Seite, so dass sie gemeinsam mit den Kindern deren Lernen reflektieren und weitere Lernziele festlegen können. Sie gestalten die Lernarrangements dementsprechend, dokumentieren Lernfortschritte und verdeutlichen Lernziele und Lernstände mit Blick auf die Kompetenzanforderungen der Lehrpläne und die Leitideen der Bildungsgrundsätze.

Die Zusammenfassung der Kompetenzerwartungen der 9 Fachlehrpläne finden Sie hier.

Die Zusammenfassung der Leitideen der 10 Bildungsbereiche finden Sie hier.

Lernzeiten bieten hier zusätzliche Zeit über den Unterricht hinaus. Den Kindern wird die Eigenverantwortlichkeit für ihr Lernen übertragen und eine angemessene Ausübung des individuellen Lernens zugetraut. Eine angemessene und gewinnbringende Verknüpfung von Lernzeiten und dem Unterricht wird durch sinnvolle, differenzierte und effektive Aufgabenformate und Lernangebote ermöglicht. Das geschieht immer dann, wenn die Aufgaben aus dem Unterricht heraus entstehen, ihn weiterentwickeln und auch wieder zu ihm zurückführen. Lernzeiten dienen demnach nicht nur der Wiederholung, sondern auch dem Erlernen neuer Inhalte, dem Recherchieren, dem Anwenden des bereits Gelernten und dessen Weiterentwicklung.

Ziel einer jeden Lernzeit ist die Individualisierung von Lernprozessen, so dass jedes Kind die Möglichkeit hat, sein eigenes Potenzial zu entfalten. Um dieses Ziel zu erreichen stehen ihm unterschiedlichste Lernangebote, Lernformen, Lernzwecke, analoge und digitale Medien und Materialien zur Verfügung. Auch die Wahl verschiedener Sozialformen wie Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit spielt hier im Sinne des kooperativen Lernens eine wichtige Rolle. Anstelle der Kontrolle durch die Lehr- und Fachkräfte sind deshalb auch die Selbst-, Partner- oder Gruppenkontrolle und die Dokumentation des Erlernten, z.B. in Lerntagebüchern, Portfolios oder Präsentationen von Bedeutung.

Durchlässigkeit, Flexibilität und gemeinsame Verantwortung
Lernen im Klassenverband, Lernen im Team, Lernen in Partnerschaften und individuelles Lernen, eingebettet in Fachlernen, fächerübergreifendes Lernen, Projektlernen und Lernen in Förder- und Unterstützungssettings, jeweils unterstützt durch Lehrkräfte, Fachkräfte, Schulassistenz, Ehrenamtliche und Eltern bieten den Schulkindern verschiedene Lernarrangements in drei von vier großen Lernzeiten ab 8.05 Uhr, 10.00 Uhr und 11.55 Uhr über eine Dauer von insgesamt 4,5 Zeitstunden.

Ausgehend von der Grundorganisation aller 12 Klassen im Klassenverband zum Unterrichtsbeginn um 8.05 Uhr sind horizontale und vertikale Durchlässigkeit gegeben.

Die Richtlinien für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen setzen in Kapitel 8.2 „Professionelle Zusammenarbeit der Lehrkräfte“ den auf Nachhaltigkeit und ganztägige Kooperation bedachten Qualitätsanspruch:

„Entscheidend für die Qualität der Arbeit einer Grundschule und die systematische Schulentwicklung ist die professionelle Kooperation der Lehrerinnen und Lehrer bei der Wahrnehmung ihres Erziehungs- und Bildungsauftrags. Gemeinsam sind sie verantwortlich für die Regeln, Rituale, Arbeitsweisen, die Kontinuität der Unterrichtsarbeit in der ganzen Schule und in allen Klassen sowie für die Qualität der Kooperation mit außerschulischen Partnern.“

Und weiter: „Die pädagogische Führung einer Schule, kollegiale Beratung und gemeinsame Fortbildung, die wechselseitige offene Information und die Bereitschaft, den anderen Lehrkräften eines Kollegiums Einblick in den eigenen Unterricht zu ermöglichen, sind Voraussetzungen, um die schulische Arbeit nachhaltig zu entwickeln“.

Ausgangspunkt für uns sind in diesem Zusammenhang in gemeinsamer Verantwortung die Überlegungen und Planungen zur individuellen Lernausgangslage und Förderung und zur Rhythmisierung auf der Grundlage des partizipativen Bildungsplans.

Zur horizontalen Durchlässigkeit gehören alle Lernarrangements auf den vier Jahrgangsebenen. Gemeinsam nutzen die Beteiligten alle synergetischen Möglichkeiten, ausgehend von den einzelnen Klassen, dann aber auch in klassenübergreifenden Lern- und Organisationsformen. Die Klassenlehrerinnen der Klassen a, b und c sind gemeinsam verantwortlich für den Erfolg aller Schulkinder auf den Jahrgangsebenen, immer aber auch in Kooperation mit allen weiteren Beteiligten.

Zur vertikalen Durchlässigkeit gehören alle Lernarrangements zwischen den vier Jahrgangsebenen. Die Schulkinder können, ausgehend von ihrer Klassenzugehörigkeit, auch in Teilen am Unterricht einer höheren oder niedrigeren Klasse teilnehmen. Der partizipative Bildungsplan formuliert die entsprechenden Gründe und Ziele. Dies erfordert eine dauerhafte Kooperation zwischen den beteiligten Erwachsenen unter Einbeziehung der jeweiligen Schulkinder, da hier neben den fachlichen Ansprüchen im Besonderen auch emotionale Befindlichkeiten eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Neben den horizontalen und vertikalen Arrangements der Klassen und Jahrgänge ergänzen weitere Lernarrangements dieses Grundsystem. Dazu gehören alle Settings, die einzelne Kinder oder Gruppen von Kindern unterstützen und fördern und die in innerer oder äußerer Differenzierung, innerhalb oder außerhalb der Klassenverbände, immer aber vor dem Hintergrund rhythmisierender Effekte, angeboten werden.

Klassenunterricht

Fachliches Lernen

Fächerübergreifendes Lernen

Projekte

Förderung und Unterstützung

Sonderpädagogische Unterstützung

Schulassistenz

Lernwerkstatt

Handwerkstatt

Profilsilentium
Silentien sind gemäß des NRW-Ganztagsschulerlasses Abs. 1.2 ein Bestandteil außerunterrichtlicher Betreuungsangebote für einen Teil der Schulkinder mit einer nicht verpflichtenden regelmäßigen Teilnahme. Die den Schulen über den Schulträger zur Verfügung gestellten Finanzmittel werden in der Regel in den schulischen Hausaufgabenbetreuungen eingesetzt.

Vor dem Hintergrund der Konzipierung rhythmischer Lern- und Lebensabläufe in unserer Ganztagsschule setzen wir das zuständige Fachpersonal bewusst nicht nur am Nachmittag, sondern vermehrt auch im vormittäglichen Bereich im Sinne der individuellen Förderung ein. Die Erfahrungen der Vergangenheit lehren uns, dass es für Kinder, denen das Lernen nicht leicht fällt, nicht auf die quantitative Erweiterung von Lernzeiten, sondern auf die qualitative Zentrierung ankommt.

Grundlage ist hier der persönliche Bildungsplan der Kinder. Es bedarf der Absprachen zwischen den Klassenlehrerinnen, den Eltern und dem Fachpersonal, an welcher Stelle und mit welchem Bildungs- oder Förderziel gearbeitet wird. Richtwerte bieten hier die Kompetenzerwartungen der neun Fachlehrpläne für die Grundschule und der Erlass „Unterrichtsbeginn, Verteilung der Wochenstunden, Fünf-Tage-Woche, Klassenarbeiten und Hausaufgaben an allgemeinbildenden Schulen“.

Die zusätzliche Unterstützung von Kindern, auch in kleinen Gruppen in der Binnendifferenzierung im laufenden Klassenunterricht, kann eine Variante sein. Eine andere Variante ist das externe Üben außerhalb des Klassenunterrichts in anderen Räumen. In bestimmten Situationen lohnt es sich durchaus, auch einmal ein einzelnes Kind in schwieriger Lebenszeit intensiv zu unterstützen. Neben der fachlichen Arbeit spielt dann die dem Kind förderliche empathische Situation eine wesentliche Rolle, da diese aus unserer Erfahrung Zuversicht und Kraft für die Zukunft gibt.

Sehr gute Erfahrungen haben wir damit gemacht, dass Kinder in auf das Schulprofil bezogenen Projekten arbeiten. Daher kommt die Bezeichnung Profilsilentium. Hier werden die zusätzlichen Fachkraftstunden genutzt, um in vor- und nachmittäglicher Verschneidung durch die intensive Bearbeitung eines Themas oder einer Aufgabe individuelle Lernfortschritte mit entsprechendem Kompetenzgewinn zu erzielen. Auch die Fähigkeit, teamorientiert zu agieren, wird hier gefördert.

Therapie

Freilandküche

Schülermagazin

Das Schülermagazin „Hexenpost“ ist eine Besonderheit unserer Schule. Seit Sommer 2016 betreiben die Kinder ihren eigenen Internetauftritt, in dem sie über alle die Schülerinnen und Schüler interessierenden Ereignisse, das Klassenleben und das Schulleben berichten.

Herzstück ist die Redaktion, in deren Sitzungen die Kinder sich besprechen, planen und recherchieren. Die Redaktionszeiten befinden sich zum einen im Vormittagsbereich der Lernzeit ab 10 Uhr, zum anderen arbeitet die Redaktion über die gesamte Woche je nach Bedarf flexibel.

Das Schülermagazin ist gleichfalls auch das Herzstück unseres Medienkonzeptes. Wir sind davon überzeugt, dass dieses Konzept lebensecht sein muss. Um über etwas Bedeutsames zu berichten, muss dies den Kindern zunächst einmal wichtig sein. Daraus ergeben sich verschiedene Anforderungen vor dem Hintergrund der Kompetenzerwartungen der Fachlehrpläne.

Die Kinder zeichnen, malen und fotografieren und schreiben dazu passende Texte. Die Texte werden in einem weiteren Schritt digitalisiert. Das heißt, die Kinder übertragen diese an den dafür vorhandenen Notebooks im Rahmen der Textverarbeitung in Dateiform. Das entsprechende Vermögen dazu müssen sie natürlich erlernen. Gerne helfen die älteren Kinder den jüngeren dabei. Die Notebooks werden bei schönem Wetter von den Kindern auch bevorzugt im grünen Klassenzimmer, dem Schulgarten, eingesetzt. Das Hexenhaus in der Gartenmitte ist mittlerweile auch Heimat der Redaktion geworden.

Aufgabe der Redaktion ist es, die selbst erstellten oder eingegangenen Beiträge zu prüfen, redaktionell zu überarbeiten und internetfähig zu machen. Dazu müssen zum Beispiel die Bilddateien bearbeitet und in passende Formatgröße umgewandelt werden, bevor die Endabnahme und Veröffentlichung erfolgt. Ein insgesamt sehr komplexer, aber hoch interessanter und anspruchsvoller Vorgang!

Talentförderung spielt hier sicherlich auch eine Rolle. Wir haben Kinder, die bereits hervorragende Kenntnisse in diesen Bereichen haben und in der Lage sind, zum Beispiel Flyer oder Statistiken völlig selbstständig und handwerklich versiert zu erstellen.

Hier geht es zum Schülermagazin.

Jekits – Instrumente, Tanzen, Singen

Mehr zum Programm gibt es hier.

11.55 – 16.00 Uhr

Freizeit

Themenräume

Die drei Klassenräume der 1. Klassen werden täglich nach dem Unterricht ab 12 Uhr zu Freispielräumen, zusätzlich zu den bereits vorhandenen. Damit ist die Raumknappheit behoben, auch dank eines verbindlichen Raumbelegungsplanes und Vereinbarungen zum Aufräumen und zur Sauberkeit am Unterrichtsende und am Freispielende.

Zahlreiche Gespräche mit den Kindern, Gespräche im Mitarbeiterteam und intensives Beobachten des Spielverhaltens der Kinder führten zur Ausstattung dieser Räume, vom Inhalt her reduziert, um keine reizüberfluteten „Kinderzimmer“ zu produzieren. Materialien gibt es in einer großen Fülle, um Kreativität und Spielfreude zu fördern und viele Kinder anzusprechen, alters- und geschlechtsübergreifend.

Ein Klassenraum verwandelt sich um 12 Uhr in den „ Kapla-Raum“. Er ist benannt nach den 4000 vorhandenen Kapla-Steinen (Holzquader 2,5 x 12,0 x 0,5 cm), die es nur in dieser einen Größe bei uns gibt. Der Name Kapla stammt vom niederländischen Begriff für „Wichtelhölzchen“ (KAbouter PLAnkjes).

Hier entstehen Meisterbauwerke, zum Beispiel gigantische Türme in Spiralform, Schiffe, Flughäfen oder ganze Städte, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Eltern und Kinder gleichermaßen in Erstaunen versetzen. Baumeisterinnen und Baumeister sind unsere Mädchen und Jungen von der 1. bis zur 4. Klasse, nebeneinander und miteinander, in Ruhe und in höchster Konzentration. Hält die Brücke? Können wir noch einen Stein auf den Turm legen? Wie viele Spiralen sind möglich?

Zu den prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzerwartungen und Schwerpunkten des Fachlehrplans Mathematik und zur Leitidee bezüglich der naturwissenschaftlich-technischen Bildung innerhalb der Bildungsgrundsätze bestehen hier besondere Beziehungen. Raumorientierung und Raumvorstellung, Figuren, Körper und Symmetrie spielen bei der Herstellung der dreidimensionalen Bauwerke eine erhebliche Rolle, vor allem wenn es darauf ankommt, dass das Werk nicht einstürzt. Hinzu kommt das spielerische Erlernen der entsprechenden Fachsprache bei der Konstruktion im Team.

Ein weiterer Raum heißt ab 12 Uhr „Schleich-Raum“, weil es hier ein sehr großes Angebot an Schleich-Tieren gibt, ganz bewusst auch viele Pferde, ein großer Wunsch der Mädchen. Zusätzlich stehen alle Playmobilkisten in diesem Raum, um Jungen und Mädchen gleichermaßen zu motivieren und eine Verknüpfung beider Angebote zu erreichen. Jetzt spielen Jungen und Mädchen gemeinsam mit Schleich und Playmobil, entspannt, mit Freude und Phantasie.

Der dritte Raum ist der klassische Kreativraum mit freien und angeleiteten Mal- und Bastelangeboten. Zugleich befindet sich ein sehr großer Autoteppich in diesem Raum, hauptsächlich genutzt von den Erst- und Zweitklässlerjungen, hin und wieder auch von den Großen.

Nebenan befindet sich der Legoraum, ein Selbstläufer mit tausenden von Steinen in allen Farben und Formen.

Unsere „Villa Kunterbunt“ ist der am längsten bestehende und ursprünglich einzige Freispielraum. Er ist besonders den Rollenspielen vorbehalten. Es gibt eine große Familienecke und eine Verkleidungsecke mit großen Spiegeln. Die zusätzlich gegebene Möglichkeit, mit Stühlen und Decken Buden zu bauen, trifft immer wieder ein großes Bedürfnis der Kinder. Außerdem gibt es eine richtige Tafel zum Schule spielen und für klassische Ratespiele. In einer anderen Ecke, geschützt durch Raumteiler, gibt es einen Lesebereich mit vielen Sach- und Bilderbüchern für alle Altersgruppen.

Zu den Besonderheiten des Freispiels zählen natürlich auch unsere Outdoor-Räume. Dazu gehören der Schulhof mit Bolzplatz, Klettergeräten, Spielhütte und Sandkasten sowie unser großer, wunderbarer Schulgarten mit seinen vielen Ecken und Nischen zum Verstecken, zum Unterhalten und zum Beobachten. Für viel Bewegung an der frischen Luft zu sorgen ist für uns eine ganz wichtige Aufgabe, die bei manchem Stubenhocker hin und wieder einen Anschub erfordert.

Wie alles im Leben haben auch unsere Besonderheiten zwei Seiten. Gemäß unseres Schulkonzeptes und unseres Selbstverständnisses wechseln die Kinder je nach Lust und Laune, anwesenden Freundinnen und Freunden, Zeit, Wetter oder Platz im Laufe des Nachmittags frei die Spielräume und Spielplätze. Nicht immer können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann den Eltern Auskunft geben, wo ihr Kind sich gerade in diesem Augenblick befindet. Das führt dann bisweilen zu Ungehaltensein, wenn es für die Familie noch feste Termine gibt, das Kind aber glücklich spielt. Dann sind Gespräche mit den Eltern und beruhigende Worte nötig.

Durch die räumlichen Festlegungen haben alle Akteurinnen und Akteure der Ganztagsschule Köllerholz etwas gewonnen, die Kinder, das Ganztagsteam, das Lehrerkollegium und nicht zuletzt die Eltern, die wissen und sehen, wie zufrieden und ausgeglichen ihre Kinder sind, wie wohl sie sich fühlen, wie gerne sie an ihren Ort des Lebens und Lernens kommen.

 

Außengelände

 

Schulgarten

Der 3500 Quadratmeter große Garten hinter dem Hauptgebäude ist der besondere Lernort unserer Schule, der sich seit nunmehr 25 Jahren großer Beliebtheit bei Kindern und Erwachsenen erfreut.

Als Herzstück unserer Schule bietet der Schulgarten für unsere Kinder nicht nur einen Ort der biologischen Vielfalt in der Natur, sondern auch als schulischer Erfahrungsraum einen Verknüpfungspunkt zwischen der theoretischen und der praktischen Arbeit für den Unterricht. Der Sachunterricht als Leitfach für fächerübergreifendes Arbeiten und das Schulprofil „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) finden hier einen Ort der Verwirklichung. An über 50 Lernstationen können die Kinder vormittags in ihrem grünen Klassenzimmer lernen, Erfahrungen und Entdeckungen machen und somit Schlüsselqualifikationen angebahnt werden.

Im Nachmittagsbereich ist der Schulgarten zu einem Ort geworden, in dem Freizeit gestaltet und Ruhe und Erholung erlebt werden. Verschiedene Arbeitsgemeinschaften und offene Mitmachangebote haben hier ihren Platz, wie beispielsweise die Forscher-AG, die Tanz-und-Einrad-AG auf dem Theaterplatz oder das Schulhundetraining.

Zum Rundgang durch den Schulgarten geht es hier.

 

11.55 – 16.00 Uhr

Projekte

Ökologie und Naturwissenschaften

Schulgarten

Der 3500 Quadratmeter große Garten hinter dem Hauptgebäude ist der besondere Lernort unserer Schule, der sich seit nunmehr 25 Jahren großer Beliebtheit bei Kindern und Erwachsenen erfreut.

Als Herzstück unserer Schule bietet der Schulgarten für unsere Kinder nicht nur einen Ort der biologischen Vielfalt in der Natur, sondern auch als schulischer Erfahrungsraum einen Verknüpfungspunkt zwischen der theoretischen und der praktischen Arbeit für den Unterricht. Der Sachunterricht als Leitfach für fächerübergreifendes Arbeiten und das Schulprofil „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) finden hier einen Ort der Verwirklichung. An über 50 Lernstationen können die Kinder vormittags in ihrem grünen Klassenzimmer lernen, Erfahrungen und Entdeckungen machen und somit Schlüsselqualifikationen angebahnt werden.

Im Nachmittagsbereich ist der Schulgarten zu einem Ort geworden, in dem Freizeit gestaltet und Ruhe und Erholung erlebt werden. Verschiedene Arbeitsgemeinschaften und offene Mitmachangebote haben hier ihren Platz, wie beispielsweise die Forscher-AG, die Tanz-und-Einrad-AG auf dem Theaterplatz oder das Schulhundetraining.

Zum Rundgang durch den Schulgarten geht es hier.

Forschergruppe

In der Forschergruppe haben die Kinder der Schule die Möglichkeit, sich gemäß der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ mit naturwissenschaftlichen, mathematischen und technischen Themen auseinanderzusetzen.

Dabei steht im Zentrum der Gruppe das gemeinsame Lernen und Forschen der Kinder mit Begleitung sowie das forschend-entdeckende und handlungsorientierte Lernen selbst. Die Schülerinnen und Schüler können hier jahrgangsübergreifend neben dem technischen Verständnis auch ihre Sprach-, Lern-, Personal- und Sozialkompetenz sowie ihre Feinmotorik stärken.

Zudem fließt eine Vielzahl praktischer Erfahrungen ein, wie z.B. durch das gemeinsame Kochen, Mikroskopieren, Bauen, Beobachten oder Konstruieren. In der Regel ist der Schulgarten Ort der Forschung, bei Bedarf werden aber auch weitere Räumlichkeiten genutzt.


Natur- und Waldwerkstatt

Bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit geht es raus in den Wald. Der in unmittelbarer Nähe gelegene Köllerholzwald ist ein Glück für uns und bietet viel Platz für Bewegung, Spiel und Abenteuer.

Im Vordergrund steht die unmittelbare Naturerfahrung. Im Einklang mit der Natur zu sein bedeutet, Freiräume für sich zu finden, den eigenen Körper wahrzunehmen und durchatmen zu können. Dem Bewegungsdrang der Kinder werden im Wald keine Grenzen gesetzt. Hier darf getobt, gerannt und geklettert werden.

Jeder Tag im Wald ist ein neues Abenteuer, denn es gibt stets Neues zu entdecken und zu erforschen. Seien es unbekannte Tiere, Pflanzen, Pilze oder Bäume. Oder seien es neue Orte im Wald mit Abhängen, Felswänden, umgestürzten Bäumen oder riesigen Wurzeln.

Der Umgang mit dem eigenen Körper sowie die Motorik werden geschult, wenn es darum geht, diese zu bezwingen und zu erklimmen. Sich zu überwinden, über sich hinauszuwachsen, Rücksicht zu nehmen auf Natur und Mitmenschen und sich gegenseitig zu stärken sind Fähigkeiten, die beim Spiel in der freien Natur gefördert werden. „Du schaffst das! Und zusammen schaffen wir das sowieso!“.

Der Köllerholzwald ist ein Industriewald. Das jetzige Landschaftsschutzgebiet entstand vor vielen Jahrzehnten zunächst auf der Basis von Pioniergehölzen auf einer ehemaligen Abraumhalde der benachbarten Zeche. Relikte kommen immer wieder zum Vorschein und die Erinnerung daran, dass der Ortsteil früher ganz anders aussah und genutzt wurde.

Freilandküche

Sport

Einrad und Akrobatik

Welch ein Bravourstück! Auf einem Rad auf einem Sattel über einer beweglichen Achse! Angeblich sind die Kinder von heute doch wenig beweglich und häufig ungelenk. Weit gefehlt! Den Gegenbeweis treten seit Jahren die, zumeist, Mädchen und, mittlerweile vermehrt, Jungen von „Hexenzauber“ an.

In diesem Ensemble finden sich hoch motivierte Kinder aller vier Jahrgangsstufen ein, die nur ein Ziel verfolgen, und das vehement, auf einem Rad zu fahren und tatsächlich nicht herunterzufallen. Und alle kommen freiwillig. Es hat sich herumgesprochen, dass es funktionieren kann.

Es gibt nur eine Bedingung, die heißt Training, Training, Training. Denn es dauert oftmals wochen- und monatelang, bis die erste Freifahrt tatsächlich gelingt. Dieses Gelingen hat für alle Kinder fundamentale Bedeutung, ist der Beweis und der Nachweis eigener phänomenaler körperlicher und koordinativer Fähigkeiten. Welch ein Erlebnis! Und welch ein Applaus des ganzen Ensembles als Willkommen im ausgesuchten Kreis der Könnerinnen und Könner.

Und dann lockt der Preis für alle Mühen, das Einrad- und Akrobatikdiplom und die damit erworbene Befähigung, mit dem Ensemble öffentlich auftreten zu dürfen. In dieser Zeit wachsen die Kinder schneller als sonst, manchmal auch über sich hinaus.

Von besonderer Prägung ist die Solidarität im Team. Alle helfen allen, die Trainerinnen und die Kinder. Es gibt kein „Ich kann es besser als du“. Es gibt ein „Komm, ich zeige es dir! Komm, ich helfe dir!“. Seien wir nicht erstaunt, dass sich diese Kompetenzen und Tugenden wiederfinden in den Zielen unseres Landes Nordrhein-Westfalen für die uns anvertrauten jungen Menschen. Diese nehmen etwas mit nach Hause, was stark macht. Diese haben etwas für die Schule, was schlau macht. Learning in (E)Motion!

Tanzen

Das Tanzen in der Sporthalle bietet einen Kreativort, an dem Musik, Bewegung und die Ideen sehr vieler Kinder zusammenkommen. Hier ist Kreativität gefragt! Gemeinsam überlegen sich die Kinder, unterstützt durch die Trainerinnen, Choreographien zu ausgewählten Musikstücken. Aber auch Elemente der Akrobatik fehlen hier nicht.

Wichtig ist, ausreichend Zeit zum Entfalten und Üben zu haben. Über Monate werden sowohl von den Anfängerinnen und Anfängern der 1. und 2. Klassen als auch von den Fortgeschrittenen der 3. und 4. Klassen verschiedene Tänze eingeübt, die dann bei verschiedenen Auftritten, zum Beispiel bei der Einschulungsfeier oder beim Bochumer Musiksommer in der Innenstadt, als große Show aufgeführt werden.

Das gemeinsame Tanzen hat besondere rhythmisierende Effekte. Es bietet den Kindern die Möglichkeit sich zu entspannen, sich zu bewegen, aber auch sich herauszufordern, wenn sie Akrobatik- und Tanzelemente ausprobieren, die neu für sie sind.

Die Kinder bekommen die Möglichkeit, ihre Schulwoche freitags am Nachmittag für zwei Stunden mit Freude an der Bewegung abzuschließen und mit einem guten und ausgewogenen Gefühl in das Wochenende zu starten. Durch die kreativen Freiräume werden neurobiologische und physiologische Aspekte des Erlebens und Lernens stärker berücksichtigt. Nicht ohne Grund ist das Tanzen seit Jahren bei den Kindern außerordentlich beliebt.

Spiel und Spaß im Wasser

Schwimmtraining

Wasserball

Schwimmkurs

Basketball

Basketball macht Schule! Unser Kooperationspartner, die VfL AstroStars Bochum berichten: Die VfL AstroStars Bochum bieten an der Köllerholzschule Basketballtraining an. Das Projekt hat das Ziel, den Kindern Basketball als attraktive Bewegungssportart nachhaltig näher zu bringen und sie dafür zu begeistern.

Die Kinder lernen, dass Bewegung Spaß macht und zum Leben dazu gehört. Durch das Projekt können im Rahmen der Schulwochenplanung viele Schülerinnen und Schüler mit einem breit gefächerten Bewegungsprogramm gefördert werden. Neben der sportlichen Entwicklung spielen auch die Vermittlung pädagogischer Ziele wie Gemeinschaftssinn, Verantwortungsbewusstsein, Disziplin und Teamgeist eine wichtige Rolle.

Zu den VfL AstroStars geht es hier.

 

 

Leichtathletik

Die Leichtathletinnen und Leichtathleten der Köllerholzschule trainieren donnerstags in der Zeit von 14.00 bis 15.45 Uhr. Zurzeit nehmen 25 Kinder aus den Jahrgängen 1 bis 4 teil.

Die Kinder lernen die drei Grundsäulen der Leichtathletik, Laufen, Springen und Werfen, näher kennen und trainieren diese. Da der Spaß an der Bewegung im Vordergrund steht, geschieht dies auf spielerische Art und Weise. Die Kinder lernen viele verschiedene Spielformen kennen, in denen das Sprinten, das ausdauernde Laufen, der Hoch- und Weitsprung und das Weit- und Zielwerfen gemeinsam mit den anderen Kindern geübt wird.

Gleichzeitig erweitern die Kinder ihre Bewegungsfertigkeiten und erfahren, wie sich ihre Körper bei sportlicher Belastung verändern. Ein Bespiel dafür ist das ausdauernde Laufen. Die Kinder beobachten selbstständig, was nach einer Laufeinheit mit ihrem Körper geschieht (Schwitzen, schnellerer Herzschlag, erhöhte Pulsfrequenz, beschleunigte Atmung etc.) und tauschen sich darüber mit den anderen Kindern aus.

Grundsätzlich haben der Austausch der Kinder untereinander und ihre Zusammenarbeit einen hohen Stellenwert. Die meisten Aufgaben sind nur im Team zu bewältigen, sodass den Kindern nicht nur die sportlichen Aspekte nähergebracht werden, sondern auch Strategien vermittelt werden, die zu einer erfolgreichen Partner- oder Teamarbeit beitragen.

Dies ist nicht nur für die Zusammenarbeit während des Leichtathletiktrainings wichtig, sondern dient auch als Unterstützung für die weitere Arbeit im Unterricht, für Projekte oder für Freizeitaktivitäten. Im schulischen Alltag gibt es täglich Situationen, in denen die Kinder mit einer Partnerin oder einem Partner oder in einer Gruppe arbeiten oder sich verständigen müssen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass sie gelernt haben, mit anderen Kindern in angemessener Form umzugehen und sich abzusprechen. Dies ist Bestandteil der täglichen Arbeit an unserer Schule und wird auch im Leichtathletiktraining aufgegriffen und vertieft.

Basisfähigkeiten wie Lesen und Schreiben, die im Unterricht von den Lehrkräften vermittelt werden, werden in den Leichtathletikzeiten von den Kindern gleichsam nebenbei trainiert. So müssen sie zum Beispiel beim Orientierungslauf und bei vielen anderen Spiel- und Übungsformen in einer Gruppe verschiedene Aufgaben lösen. Diese Aufgaben müssen im Vorfeld erst einmal sinnentnehmend gelesen und damit verstanden werden, bevor die Kinder zum jeweiligen Ziel laufen. Anschließend wird das Ergebnis schriftlich festgehalten. Aufgrund der Heterogenität der Gruppe ist es für die Kinder selbstverständlich, dass die Fortgeschrittenen den anderen Kindern helfen. Dies fördert gleichzeitig nicht nur die Lese- und Schreibfertigkeiten der Kinder, sondern auch ihre sozialen Kompetenzen.

Obwohl beim Leichtathletiktraining der Spaß an der Bewegung im Vordergrund steht, werden viele Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder geschult und erweitert, die für den gesamten Ablauf des Schullebens sehr wichtig sind.

Auf dem Schulgelände haben wir einen exakt vermessenen 500-Meter-Laufparcours eingerichtet, der jederzeit im Training oder in der Freizeit genutzt werden kann. Auf dem Parcours werden auch die jährlichen Schulmeisterschaften im 1000-Meter-Lauf ausgerichtet, sodass die Kinder die Möglichkeit haben, an echten Wettkämpfen mit Leistungsanspruch teilzunehmen.

Darüber hinaus wird der Parcours für Sponsoren- oder Spendenläufe genutzt, an denen alle Kinder der Schule teilnehmen. Neben der sportlichen Betätigung stehen dann gute Zwecke im Mittelpunkt. Es gibt nicht wenige Kinder, die im Rahmen einer solchen Veranstaltung mehr als 30 Runden und damit mindestens 15 Kilometer gelaufen sind!

In Vorbereitung ist das Anliegen, die neun Bereiche des Sportfachlehrplans auf dem Außengelände sichtbar, erlebbar und trainierbar zu machen.

Abenteuersport

Beim Abenteuersport in der Sporthalle werden den Kindern besondere, nicht alltägliche Bewegungserfahrungen ermöglicht. Dies geschieht anhand spannender Übungen mit Matten, Ringen, Langbänken, Barren, Trampolinen, Sprungkästen, Pferden und Sprossenwänden.

Die Kinder erfahren eigene Fähigkeiten und Grenzen. Sie werden ermutigt, ihr Selbstbild zu erweitern. Sie stärken durch die gesammelten Könnens-Erfahrungen ihr Selbstbewusstsein.

Abenteuersport beinhaltet Bewegung, Wahrnehmung, Kreativität, Lernen durch Handeln, Risiko und Neugierde, sowie Individualität und soziales Miteinander.

 

 

 

Schach

 

Tierwelt

Schulimkerei

Schulbauernhof und Ponytraining

Ein beliebtes Freizeitangebot ist das Ponytraining auf dem Bauernhof von Tierheilpraktikerin Lena Weichsel. Der Hof liegt 1100 Meter von der Schule entfernt im Neveltal und ist deshalb zu Fuß gut erreichbar.

Die Schülerinnen und Schüler haben dort die Möglichkeit, den Kontakt zu Hühnern, Hunden und im Besonderen zu Ponys aufzubauen. Das Erlernen des respektvollen Umgangs mit Tieren schult die Handlungs- und Sozialkompetenzen. Eine Studie der Deutschen Reiterlichen Vereinigung belegt, dass insbesondere der Umgang mit dem Pferd einen wertvollen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung liefert und dem Kind Empathie, Verantwortungsgefühl, Zuverlässigkeit sowie Disziplin vermittelt.

Das Training ist in unserem Wochenplan als Projekt verankert und dauert jeweils drei Stunden. Es wird von der Tierheilpraktikerin, einer Lehrerin und einer Ganztagspädagogin gemeinsam konzipiert und findet ganzjährig bei jedem Wetter statt.

Neben dem Umgang mit dem Pony erlernen die Schülerinnen und Schüler auch das Reiten. Reiten ist eine Sportart, die den ganzen Körper fordert. Die Körperspannung sowie Körperhaltung müssen an die Bewegung des Ponys angepasst werden. So wird das Einfühlungsvermögen geschult und mit allen Sinnen gelernt.

Im Sinne der Rhythmisierung bietet das Ponytraining einen besonders aktiven Ausgleich zu den Lernzeiten, ist aber gleichzeitig auch eine andere Art des Lernens, die den Schülerinnen und Schülern spielerisch und praktisch wichtige Kompetenzen einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung vermittelt.

Die wissenschaftliche Studie der Deutschen Reiterlichen Vereinigung gibt es hier.

Tierheilpraktikerin Lena Weichsel berichtet:

„Nach meinen Erfahrungen, die ich in den letzten acht Jahren in der Zusammenarbeit mit Kindern und Ponys machen durfte, finde ich immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich die Pferde auf die Kinder wirken.

Sie leben im Moment und holen die Kinder genau dort ab, wo sie gerade sind, ohne zu werten oder sie in eine Schublade zu stecken.

Die Kinder erleben sich und ihr Handeln auf eine ganz neue Art. So lernen unsichere Kinder selbstbewusst aufzutreten, um ein Pony, das immerhin 300 Kilogramm wiegt, zu führen und nur mit der Körpersprache weichen zu lassen. Am schönsten finde ich beobachten zu können, wie die Kinder nach einer geglückten Übung 10 Zentimeter größer sind.

Zappelige Kinder, denen es schwer fällt sich zu konzentrieren, erleben unmittelbar wie wichtig es ist, ein Ziel zu fokussieren, damit ihnen ihr Pony folgt. Sie lernen ihr Pferd zu beobachten und bekommen direkte Rückmeldung, sollten ihre Gedanken abschweifen. Meine Shetty-Stute Iva ist da meine beste Lehrmeisterin. Sehr fein und sensibel beobachtet sie die Kinder genau. Sobald das Kind, das sie führt mit den Gedanken nicht bei der Sache ist, biegt sie ab und steckt den Kopf ins Gras. Ist das Kind aber bei ihr, so folgt sie auf das leiseste Kommando.

Da Pferde sehr einfühlsame, dabei aber unheimlich starke Tiere sind, helfen sie die eigenen Stärken zu erkennen. Mut, Durchsetzungsvermögen, Einfühlungsvermögen, Beobachtungsgabe und Fürsorge anderen gegenüber werden gefördert und erlernt. Durch die Eigenschaft der Pferde, wie ein Spiegel zu fungieren, können die Kinder lernen ihre Emotionen wahrzunehmen und mit diesen umzugehen.

Zudem verhilft das Spüren auf dem Pferd zu einem guten Körpergefühl, was ich oft unmittelbar nach dem Reiten beobachten kann. Wenn ein Kind vor dem Reiten fahrig in seinen Bewegungen war, so sind diese nach dem Absteigen deutlich ruhiger und runder.“

Schulhundetraining

Das Training findet mittlerweile im dritten Jahr statt. Drei Hunde, Kuddel, Charon und Filou besuchen regelmäßig die Kinder. Diese lernen verantwortungsvoll mit den Hunden umzugehen, mit ihnen zu kommunizieren und die Tiere sicher zu führen. Gleichzeitig lernen die Kinder die nonverbale Kommunikation mit den Tieren und erhalten Einblicke in die Arbeitsweise und Ausbildung von Personenspürhunden, Drogenspürhunden, Rettungshunden und Servicehunden.

Die Biologie der Hunde als Beutegreifer und Rudeltiere wird angesprochen und den Kindern wird deutlich gemacht, wie sich dies auf das Verhalten der Tiere auswirkt und was dies für das Verhalten der Hundeführer bedeutet. Wie Hunde lernen und wie man sie zu einem gewissen Verhalten trainiert, können die Kinder selbst ausprobieren, indem sie den Tieren selbständig Tricks beibringen. Durch diese Arbeit mit den Tieren lernen die Kinder komplizierte Handlungsabläufe in einzelne Sequenzen zu unterteilen, diese an den Tieren zu bestätigen und gleichzeitig die Tiere ständig zu motivieren.

Da die Tiere empfindsame Lebewesen sind, wird von den Kindern eine ständige Rücksichtnahme auf sie und auf die Mitschüler verlangt. So müssen die Kinder lernen, abzuwarten und sich auf die Geschwindigkeit einzulassen, welche die tierischen Partner vorgeben. Die Frustrationstoleranz wird ständig erprobt, da die tierischen Partner auch mal „keine Lust“ haben können.

Eine Selbstreflexion muss ständig erfolgen. Die Kinder erkennen, dass das Nichtbefolgen eines Befehls teilweise darauf zurückzuführen ist, dass der Wortbefehl von der körpersprachlichen Kommunikation abweicht. Durch die unterschiedlichen Charaktere der Hunde müssen die Kinder sich innerhalb kurzer Zeit auf unterschiedliche Bedürfnisse einlassen und dies in praktischen Übungen umsetzten. Gleichzeitig lernen sie den sachgerechten Umgang mit fremden Hunden.

Das Hundetraining findet regelmäßig im Wald oder im Schulgarten statt. Das Freisuchen der Hunde fördert sowohl das Vertrauen der Kinder in die Hunde, als auch deren motorische Fähigkeiten. Kondition und Ausdauer der Kinder werden quasi als Nebeneffekt mittrainiert. Das Selbstvertrauen wird gestärkt, indem zusammen mit den Tieren ein gemeinsames Ziel erreicht wird.

Gleichzeitig erleben die Kinder regelmäßige Sympathiebekundungen durch die Tiere, indem diese sich ihnen anschließen, ihre Aufforderungen befolgen, sich streicheln lassen und im Vertrauen auf die Kinder und mit ihnen Vorführungen vor großem Publikum, auch in hundeuntypischer Umgebung absolvieren.

 

Kunst

Kunstwerkstatt

Der „Verschönerungsverein“ unserer Schule ist klasse! Immer wieder kann man Spuren seiner Aktivitäten entdecken. So ist in letzter Zeit in mehrmonatiger Arbeit ein riesiges Wandgemälde im Flur des oberen Stockwerkes entstanden, an dem mehrere Dutzend Kinder beteiligt waren. Es bildet die Besonderheiten unserer Schule aus der Sicht der Kinder ab.

Die Teilnahme an übergeordneten oder schuleigenen Kunstwettbewerben motiviert zusätzlich. So wurde die Köllerholz-Kunstwerkstatt vor kurzem mit dem Sonderpreis der Ruhr-Universität Bochum ausgezeichnet.

Malen, Zeichnen und Modellieren fordern und fördern Kreativität. In der Kunstwerkstatt sind dieser keine Grenzen gesetzt. Die Werkstatt bietet Raum für ästhetische Bildung. Kunst ermöglicht den Kindern, selbstständig tätig zu werden und sich selbst, ihr Inneres, die eigene Welt zum Ausdruck zu bringen und sich entspannen zu können.

Künstlerische Tätigkeiten fördern das Vorstellungs- und Konzentrationsvermögen und schulen die Feinmotorik sowie die visuelle Wahrnehmung. Die Kinder kommen in Berührung mit unterschiedlichen Techniken und erlernen den Umgang mit verschiedenen Farben, Materialien und Werkzeugen. Projektarbeiten über einen längeren Zeitraum erfordern Ausdauer und Kommunikation. Eigene Wahrnehmungen und Ansichten werden miteinander geteilt und mit denen anderer Kinder in Verbindung gebracht. Durch Ausstellungen und eigene Präsentationen der Kunstwerke werden das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl gestärkt. Und ganz einfach, die Schule sieht schön aus!

Freitagswerkstatt

Filzen

 

Sprachen

Sprachenwerkstatt (Türkisch, Russisch, Französisch)

Merhaba, Bonjour, Privet!

Multi-Kulti – die Welt wächst zusammen!      

Willkommen in unserer Sprachenwerkstatt, die ihre Türen für alle Schülerinnen und Schüler öffnet!

Hier lernen die Kinder auf spielerische Weise die Sprachen Türkisch, Französisch und Russisch. Jedes Kind entscheidet selbst, welche der drei Sprachen es gerne erlernen möchte.

In Rollenspielen lernen die Kinder, sich in den verschiedenen Sprachen zu begrüßen und sich vorzustellen. Hierbei werden auch die kommunikativen Kompetenzen gestärkt. 

Auf Türkisch hört sich das Ganze so an: „Merhaba benim adim Müzeyyen, senin adin ne?“. Übersetzt bedeutet dies: „Hallo, ich heiße Müzeyyen und wie heißt du?“. Das Erlernen der Sprache erfolgt spiralförmig. Das Gelernte wird in jeder Stunde wiederholt, vertieft und erweitert.

Außerdem stellen wir die türkische, französische und russische Küche vor, indem wir kochen und backen. Hierbei lernen die Kinder die Bezeichnungen für die Lebensmittel kennen und haben Spaß daran, gemeinsam die fremdländische Küche auszuprobieren.

In unserer Werkstatt wird außerdem viel gemalt. Dadurch lernen die Kinder nicht nur die Farben in den verschiedenen Sprachen kennen, sondern auch die Bezeichnung von Körperteilen, verschiedener Gegenstände im Alltag, der Jahreszeiten oder der Tierarten.

Wir hören türkische, französische und russische Musik und tanzen dazu. Die Kinder lieben es, verschiedene Spiele aus den jeweiligen Ländern zu spielen und Geschichten in anderen Sprachen zu hören. Da Sprachen durch Bewegungen besser erlernt und vertieft werden, sind Musik- und Bewegungsspiele ein fester Bestandteil.

Mit großer Freude feiern wir die verschiedenen türkischen, französischen und russischen Feste miteinander. Die Kinder werden dadurch für Unterschiede zwischen der eigenen und den anderen Kulturen sensibilisiert und bauen eventuelle Hemmnisse ab.

Die Vermittlung von Werten, Traditionen und Verhaltensregeln anderer Länder führt zusätzlich dazu, dass die Kinder toleranter und offener in Bezug auf andere Kulturen werden. Es hilft ihnen, sich besser in andere hineinzuversetzen und Verständnis zu entwickeln.

Das Erlernen von Sprachen fördert zusätzlich das Selbstvertrauen, die Merkfähigkeit, die Ausdrucksfähigkeit, die Sprechbereitschaft und die Leistungsbereitschaft von Grundschulkindern.

Eine neue Sprache ist für jedes Kinder eine Bereicherung und bringt viele Vorteile mit sich.

 

Hauswirtschaft

Kochen und Backen
Wenn durch das Schulgebäude ein köstlicher Duft zieht und Kinder und Erwachsene genüsslich einatmen, hört man den Ausruf „Das duftet hier wieder lecker!“. Im kleinen Speisesaal sind dann Zweitklässlerinnen und Zweitklässler in bunten Schürzen mit Mixer, Schneebesen und Rührlöffel beschäftigt, um Kuchen, Muffins, Kekse oder Marmelade herzustellen.

Kochen und Backen ist bei den Kindern sehr beliebt, was sich in sehr langen Anmeldelisten verdeutlicht. Seit drei Jahren sind hier die Kinder der 2. Klassen aktiv.

Seit vielen Jahren stellen wir fest, dass der Umgang mit dem Messer und anderen Küchengeräten den Kindern immer unbekannter wird. Deshalb ist es ein wichtiges Anliegen, deren Kenntnis von Fachbegriffen und sachgerechtem Wirken in der Küche  zu fördern, alle Sinne zu sensibilisieren und die Mädchen und Jungen zu ermutigen, Neues zu kosten und auszuprobieren.

Das Wichtigste ist jedoch die Anerkennung durch die Schulgemeinde. Alle 300 Kinder hätten am liebsten eine Kostprobe. Die Eltern der Kinder freuen sich auf das frische Gebäck zu einer Tasse Kaffee, wenn sie nach Hause kommen. In der Regel wird schon während der gemeinsamen Pobierrunde geplant, was beim nächsten Mal Leckeres hergestellt wird.

Nähen

 

Musik

Instrumentalunterricht (Gitarre, Geige, Cello, Trompete, Posaune, Horn, Klavier, Querflöte)


Schulorchester


 

Rechtskunde

Justizia I – V

Im zweiten Jahr findet in unserer Schule die Rechtskunde-AG „Justizia“ mit großem Erfolg statt. Sie war der Anlass, Rechtskunde in der Grundschule unter dem Dach der OGS in NRW und mit Unterstützung des NRW-Justiz- und des NRW-Schulministeriums zu pilotieren. Aber was ist das eigentlich, eine Rechtskunde-AG für Grundschülerinnen und Grundschüler?

Ausgangspunkt für die Einrichtung war die Grundüberlegung, dass ein Verständnis für Gebote und Verbote im alltäglichen Leben und für den für das kindliche Verstehen doch recht abstrakten Staat nur dann entstehen kann, wenn die Arbeitsweise des Staates, der Gerichte und sonstiger Institutionen begreiflich wird. So beschäftigte sich die AG zu Beginn mit der Frage, ob es Gesetze tatsächlich geben muss oder ob nicht einfach jeder machen kann, was er möchte.

Die drei Gewalten im Staat und deren Kontrollmöglichkeiten wurden thematisiert. Im Rahmen sogenannter Moot-Courts, das sind gespielte Gerichtsverhandlungen, wurden die Kinder dahingehend sensibilisiert, dass es erhebliche Schwierigkeiten geben kann, Sachverhalte aufzuklären und dass der Unwertgehalt einer Tat durch die persönlichen Umstände des Täters erheblich variieren kann. Besuche bei diversen Gerichten zeigten den Kindern, wie die Profis mit entsprechenden strafrechtlichen Sachverhalten umgehen.

Nachdem dann als Ergebnis festgehalten werden konnte, dass Gesetze doch recht sinnvoll sind, war das Thema des zweiten Blocks im Grunde vorgegeben. Hier beschäftigten wir uns damit, wie Gesetze zustande kommen. Da im Bundestag und im Landtag viel diskutiert wird, übten die Kinder sich neben dem Kennenlernen des Gesetzgebungsverfahrens auch in der Kunst des Diskutierens, woraus unsere Diskussionswettkämpfe entstanden.

Anschließend beschäftigten wir uns mit dem Staat und seinen Organen. Denn es stellte sich jetzt die Frage, wer Gesetze machen darf und warum. Ein Landtagsbesuch rundete diesen Block ab. Da Gesetze möglichst gerecht sein sollen und zu den Aufgaben des Staates auch gehört, größtmögliche Gerechtigkeit herbeizuführen, thematisierten wir sodann die Frage: „Was ist Gerechtigkeit?“. Das Ergebnis dieses Blocks, nämlich die Erkenntnis, dass eine positive Definition für Gerechtigkeit nicht gefunden werden konnte, sondern nur Kriterien, mit denen Gerechtigkeit herbeigeführt werden könnte, regte die Kinder zum nächsten Thema an. Ein Ergebnis war, dass eine Entscheidung dann als gerecht empfunden wird, wenn sie der eigenen Wertevorstellung entspricht. Zurzeit klären wir die Frage, ob unser Grundgesetz die Basis für unsere Wertevorstellung ist.

Die angesprochenen Themen werden durch die Schülerinnen und Schüler bestimmt. Weitergehenden Fragen werden anhand des Interesses der Kinder aufgegriffen und vertieft. Auf die Interessen der Kinder gehen wir flexibel ein.

 

Kinderkonferenz

Jeden zweiten Donnerstag findet die Kinderkonferenz (KIKO) statt. Die Vertreterinnen und Vertreter jeder Klasse (mindestens eine oder einer) treffen sich von 12.00 bis 12.45 Uhr. Dann wird informiert, diskutiert und immer wieder über die einzelnen Angelegenheiten demokratisch abgestimmt. Die ganzen Vorgänge werden selbstverständlich moderiert und protokolliert, die Projekte in Ihrer Umsetzung von den gewählten Expertengruppen kontrolliert.

Das hört sich alles ziemlich ernst an, aber in Wahrheit wird bei den Konferenzen auch viel gelacht und mit viel Freude der Schulalltag „noch besser“ gestaltet.

Zu Beginn der Kinderkonferenz wird jedem Teilnehmenden ein Kartenset für die Abstimmungen und Wahlen ausgehändigt. Ein Kartenset besteht aus einer grünen, einer gelben und einer roten Karte. Grün steht für „Ich stimme zu“, gelb bedeutet „Ich enthalte mich“, rot heißt „Ich bin dagegen“. Auch für Wahlen, kommen die Karten zum Einsatz. Dabei heben die Kinder die grüne Karte für Ihren Wunschkandidaten und die gelbe für „Enthaltung“. Diese Karten werden im Laufe der KIKO oft eingesetzt, schließlich gibt es viele Entscheidungen zu treffen und mit dem gesamten Team abzustimmen.

Zuerst werden ein bis zwei Moderatorinnen oder Moderatoren gewählt, die die Konferenz an diesem Tag leiten und die Ergebnisse auf der Tafel dokumentieren.

Dann wird noch eine Protokollantin oder ein Protokollant gewählt mit der Aufgabe, das Protokoll zu schreiben. Das ist nicht nur wichtig, damit die KIKO-Teilnehmenden nicht Ihre Ergebnisse und Vorhaben aus den Augen verlieren, sondern auch, um die Ergebnisse der Öffentlichkeit, also dem Rest der Schule, mitteilen zu können. Im Treppenhaus hängt ein KIKO-Bilderrahmen, auf dem die erarbeiteten Ergebnisse nach jeder KIKO für alle präsentiert werden.

Weiter geht es mit der Abstimmung über die Tagesordnungspunkte (TOP). Die betreuenden KIKO-Leiterinnen schlagen die TOP, die sich aus den letzten KIKO-Sitzungen ergaben, vor jedem Treffen vor. Wird die TOP-Liste mehrheitlich angenommen, wird diese dann Punkt für Punkt abgearbeitet.

Bewährte, häufig wiederkehrende TOP sind beispielweise: das Protokoll der vorherigen Konferenz vorlesen und genehmigen (Abstimmung); die einzelnen Vertreter berichten aus den Klassen (falls es Probleme gibt, wird gemeinsam über mögliche Lösungen nachgedacht und gesprochen); Experten informieren über laufende Projekte oder über die Ergebnisse der letzten Lehrerkonferenz oder Ganztagsteamsitzung. Unter „Verschiedenes“ ist es immer möglich spezielle Sorgen, Wünsche und Ideen mitzuteilen oder Änderungsvorschläge zu machen.

Auch die Zusammensetzung der verschiedenen Arbeitsgruppen wird demokratisch gewählt. Es gibt die Energie-Expertengruppe, die Müll-Experten und die Vertreterinnen und Vertreter für Konferenzen.

Die bearbeiteten Themen im Schuljahr 2017/18 waren beispielweise: Lüften, Müllkarte, Beteiligung am Tag der StadtNatur, Klimameilen, Saubere und leise Schule, Schulgeländegestaltung, Goldene und Grüne Regel.

Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse kommen in der Kinderkonferenz zu Wort. Sie gestalten Ihre Schule mit und lernen spielerisch, wie Demokratie funktionieren kann. Durch Ihre Arbeit in der KIKO können Sie Selbstwirksamkeit, Verantwortung und Teamgeist erlernen und erleben. Damit wird die Köllerholzschule nicht nur Ihrem grundsätzlichen Partizipationsgedanken gerecht, sondern leistet Basisarbeit zur Erhaltung und Förderung von demokratischem Verständnis, womit sich die KIKO als zukunftsweisendes Projekt auszeichnet.

 

Schülerfirma “Fair und fröhlich”

Die Schülerfirma „Fair und fröhlich“ befasst sich in verschiedenen Projekten mit dem fairen Handel. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bedürfnisse produzierender Bauern in Asien und Afrika, das Leben der Kinder in diesen Bereichen der Erde, aber auch die Empathiefähigkeit und Charakterbildung unserer Schülerinnen und Schüler.

Wir leben in einer Zeit, in der es nicht mehr selbstverständlich ist aufeinander zu achten. Viele Werte des Zusammenlebens und des Respektes rücken immer mehr in den Hintergrund unseres Denkens. Daher ist es umso wichtiger den Kindern, die vielfach ein sehr großes Interesse für die Themenbereiche des fairen Handels zeigen, einen direkten Zugang zu ermöglichen und die Gedanken, die hinter Fairtrade stehen, in den Fokus des Schullebens zu rücken.

So gestaltet die Schülerfirma „Fair und fröhlich“ den Verkauf von fair gehandelten Produkten in unserem Schulfoyer zunehmend eigenständig. Dabei setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Produkten und dem Kaufverhalten ihrer Kunden auseinander. Sie gestalten die Verkaufsfläche, schreiben Mitteilungen und Briefe an die Schulgemeinde, verhandeln, recherchieren und kalkulieren.

Hierbei arbeiten die Kinder in unterschiedlichen Teams während der Unterrichtszeit und am Nachmittag klassen- und jahrgangsübergreifend. Jeder findet mit seinen individuellen Interessen und Fähigkeiten die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen.

Durch die Projektarbeit in der Schülerfirma erlernen und vertiefen die Kinder so in konkreten Situationen Unterrichtsinhalte, aber erkunden auch vielfältige neue Bereiche der Arbeitswelt und des Miteinanders. Gleichzeitig unterstützen sie diejenigen, die auf unser Verständnis und Mitgefühl angewiesen sind und machen die Welt ein stückweit zu einem besseren Ort.

Wir unterstützen den Verein „Kindergarten Wattenscheid in Gambia e.V.“ als langjährigen Partner und haben dafür eine Patenschaft übernommen. 5310 Euro aus den Einnahmen unseres letzten Spendenlaufes im Herbst 2018 haben wir dem Verein zur Verfügung gestellt. Das Geld geht in voller Höhe in die Ausstattung des kürzlich in Betrieb genommenen Lern- und Spielhauses der Vorschuleinrichtung in Gambia.

Hier können Sie die Konzeption “Schülerfirma” einsehen.

 

Schülermagazin

Das Schülermagazin „Hexenpost“ ist eine Besonderheit unserer Schule. Seit Sommer 2016 betreiben die Kinder ihren eigenen Internetauftritt, in dem sie über alle die Schülerinnen und Schüler interessierenden Ereignisse, das Klassenleben und das Schulleben berichten.

Herzstück ist die Redaktion, in deren Sitzungen die Kinder sich besprechen, planen und recherchieren. Die Redaktionszeiten befinden sich zum einen im Vormittagsbereich der Lernzeit ab 10 Uhr, zum anderen arbeitet die Redaktion über die gesamte Woche je nach Bedarf flexibel.

Das Schülermagazin ist gleichfalls auch das Herzstück unseres Medienkonzeptes. Wir sind davon überzeugt, dass dieses Konzept lebensecht sein muss. Um über etwas Bedeutsames zu berichten, muss dies den Kindern zunächst einmal wichtig sein. Daraus ergeben sich verschiedene Anforderungen vor dem Hintergrund der Kompetenzerwartungen der Fachlehrpläne.

Die Kinder zeichnen, malen und fotografieren und schreiben dazu passende Texte. Die Texte werden in einem weiteren Schritt digitalisiert. Das heißt, die Kinder übertragen diese an den dafür vorhandenen Notebooks im Rahmen der Textverarbeitung in Dateiform. Das entsprechende Vermögen dazu müssen sie natürlich erlernen. Gerne helfen die älteren Kinder den jüngeren dabei. Die Notebooks werden bei schönem Wetter von den Kindern auch bevorzugt im grünen Klassenzimmer, dem Schulgarten, eingesetzt. Das Hexenhaus in der Gartenmitte ist mittlerweile auch Heimat der Redaktion geworden.

Aufgabe der Redaktion ist es, die selbst erstellten oder eingegangenen Beiträge zu prüfen, redaktionell zu überarbeiten und internetfähig zu machen. Dazu müssen zum Beispiel die Bilddateien bearbeitet und in passende Formatgröße umgewandelt werden, bevor die Endabnahme und Veröffentlichung erfolgt. Ein insgesamt sehr komplexer, aber hoch interessanter und anspruchsvoller Vorgang!

Talentförderung spielt hier sicherlich auch eine Rolle. Wir haben Kinder, die bereits hervorragende Kenntnisse in diesen Bereichen haben und in der Lage sind, zum Beispiel Flyer oder Statistiken völlig selbstständig und handwerklich versiert zu erstellen.

Hier geht es zum Schülermagazin.

 

Entspannung

Chillen
Der Duden bietet zum Wort Chillen, das bei den Kindern sehr beliebt ist, folgende Bedeutungen: (umgangssprachlich) sich [nach einer Anstrengung] erholen; entspannen / (besonders Jugendsprache) sich abregen.

Unter der Berücksichtigung, dass die Kinder sich bereits über 7 Stunden in der Schule befinden, wenn wir uns um 15 Uhr zum Chillen treffen, mag es nicht verwunderlich sein, dass die Schülerinnen und Schüler sich mit großer Freude auf die Yogamatten und Kissen kuscheln. Hinter ihnen liegen unter anderem Unterrichts- und Lernzeiten mit vielen neuen Lernimpulsen, das Mittagessen mit vielen anderen Kindern, ein häufig erhöhter Geräuschpegel, freudige und ärgerliche Erlebnisse und Ereignisse mit Schulfreunden, Spiele oder auch Auseinandersetzungen. Sie haben also allen Grund dazu, sich erholen, entspannen und abregen zu wollen.

Ziele:

Mit Hilfe von Entspannungsverfahren dem Körper ein Umschalten von Stress, Unruhe und Leistung auf Erholung zu ermöglichen.

Ein Gleichgewicht zwischen Leistung und Entspannung im Schulalltag zu schaffen, um körperliche Gesundheit und psychische Ausgeglichenheit zu fördern.

Methoden zu vermitteln, wie man sich bewusst entspannen kann und damit Alternativen zum Irrglauben zu schaffen, man könne das mit dem Fernseher oder Computerspielen am besten.

Hier können Sie die Konzeption “Chillen” einsehen.

13.30 – 16.00 Uhr

Lernzeit

Lernzeit

Der Grundlagenerlass zur Gestaltung von Ganztagsschulen in Nordrhein-Westfalen setzt den Begriff „Lernzeit“ sowohl für den Unterricht als auch für die über den ganzen Tag aus dem Unterricht hervorgehenden Aufgaben für die Schülerinnen und Schüler.

So gehören zu den Merkmalen einer offenen Ganztagsschule in diesem Kontext ein verlässliches Zeitraster und eine sinnvoll rhythmisierte Verteilung von Lernzeiten auf den Vormittag und den Nachmittag, auch unter Entwicklung neuer Formen der Stundentaktung, sowie Anregungen und Unterstützung beim Lösen von Aufgaben aus dem Unterricht und Eröffnung von Möglichkeiten zur Vertiefung und Erprobung des Gelernten sowie zur Entwicklung der Fähigkeit zum selbstständigen Lernen und Gestalten.

Hier finden Sie den Grundlagenerlass.

Die im Folgenden formulierten Qualitätsmerkmale beruhen zum einen auf Erfahrungen innerhalb unserer Schule, zum anderen finden diese ihre Entsprechung in den Fachbeiträgen der Serviceagentur Ganztägig Lernen NRW (SAG NRW) und der Qualitäts- und UnterstützungsAgentur NRW-Landesinstitut (QUA-LiS NRW). Beide Einrichtungen unterstützen die Entwicklung von Ganztagsschulen in Nordrhein-Westfalen.

Zur SAG NRW geht es hier.

Zu QUA-LiS NRW geht es hier.

Die in den Unterrichtsalltag integrierten Lernzeiten ermöglichen den Kindern in einem festgelegten Rahmen individuelles und selbstgesteuertes Lernen im eigenen Tempo. Innerhalb der Lernzeit können sie so Unterrichtsinhalte weiter üben, vertiefen und reflektieren. Dabei ist es von Bedeutung, dass jedes Kind mit seinen individuellen Voraussetzungen und Entwicklungsschritten beachtet wird. Die Lernumgebung sowie die Lernangebote werden so gestaltet, dass die jeweiligen Leistungsmöglichkeiten und Kenntnisstände der Lernenden beachtet werden.

Damit sich die Lernzeiten in ein ganzheitliches pädagogisches Konzept einbetten, orientieren sie sich an den rechtlichen, räumlichen, personellen und finanziellen Möglichkeiten der Schule. Bei der Organisation werden die pädagogischen Ziele und Schwerpunktsetzungen vorrangig beachtet. Besonders die individualisierten Lernprozesse, Aufgabenstellungen und Lernarrangements und die veränderte Rolle der begleitenden Lehr- und Fachkräfte hin zur Lernberaterin oder zum Lernberater sind dabei zu berücksichtigen. So soll es den Kindern ermöglicht werden, in einem hohen Maße selbstständig zu lernen.

Während der Lernzeiten stehen die begleitenden Erwachsenen den Lernenden beobachtend und beratend zur Seite, so dass sie gemeinsam mit den Kindern deren Lernen reflektieren und weitere Lernziele festlegen können. Sie gestalten die Lernarrangements dementsprechend, dokumentieren Lernfortschritte und verdeutlichen Lernziele und Lernstände mit Blick auf die Kompetenzanforderungen der Lehrpläne und die Leitideen der Bildungsgrundsätze.

Die Zusammenfassung der Kompetenzerwartungen der 9 Fachlehrpläne finden Sie hier.

Die Zusammenfassung der Leitideen der 10 Bildungsbereiche finden Sie hier.

Lernzeiten bieten hier zusätzliche Zeit über den Unterricht hinaus. Den Kindern wird die Eigenverantwortlichkeit für ihr Lernen übertragen und eine angemessene Ausübung des individuellen Lernens zugetraut. Eine angemessene und gewinnbringende Verknüpfung von Lernzeiten und dem Unterricht wird durch sinnvolle, differenzierte und effektive Aufgabenformate und Lernangebote ermöglicht. Das geschieht immer dann, wenn die Aufgaben aus dem Unterricht heraus entstehen, ihn weiterentwickeln und auch wieder zu ihm zurückführen. Lernzeiten dienen demnach nicht nur der Wiederholung, sondern auch dem Erlernen neuer Inhalte, dem Recherchieren, dem Anwenden des bereits Gelernten und dessen Weiterentwicklung.

Ziel einer jeden Lernzeit ist die Individualisierung von Lernprozessen, so dass jedes Kind die Möglichkeit hat, sein eigenes Potenzial zu entfalten. Um dieses Ziel zu erreichen stehen ihm unterschiedlichste Lernangebote, Lernformen, Lernzwecke, analoge und digitale Medien und Materialien zur Verfügung. Auch die Wahl verschiedener Sozialformen wie Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit spielt hier im Sinne des kooperativen Lernens eine wichtige Rolle. Anstelle der Kontrolle durch die Lehr- und Fachkräfte sind deshalb auch die Selbst-, Partner- oder Gruppenkontrolle und die Dokumentation des Erlernten, z.B. in Lerntagebüchern, Portfolios oder Präsentationen von Bedeutung.

Rechentraining
Das Rechentraining wird in zwei Gruppen angeboten. Das Rechentraining I ist für Kinder des 2. Jahrgangs und das Rechentraining II für Kinder des 3. und 4. Jahrgangs konzipiert.

Diese zusätzliche Fördermaßnahme richtet sich an Kinder, bei denen eine Häufung von Defiziten bei den grundlegenden Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division zu beobachten ist. Die Teilnahme erfolgt über die Empfehlung der Mathematiklehrerin und ist in Absprache mit den Eltern regelmäßig zu gewährleisten.

Das Training umfasst sowohl die Förderung allgemeiner Lernvoraussetzungen wie die Lernfreude neu zu entdecken, die Merkfähigkeit und Konzentration zu verbessern, das geringe Selbstbewusstsein zu stärken als auch die Entwicklung grundlegender mathematischer Fähigkeiten.

Das Verständnis von der Zahl als Menge soll entwickelt werden und damit eine zählende Rechenweise abgelöst werden. Das operative Zahlenverständnis, der Zusammenhang zwischen Rechenarten, soll entwickelt werden. Die Kenntnis von Zahlbeziehungen, die Vergleichbarkeit von Mengen, soll verbessert werden. Dem Verfestigen falscher Lösungsstrategien, Fehlern beim abzählenden Rechnen, soll entgegengewirkt werden.

Damit sind auch angrenzende Bereiche betroffen, zum Beispiel das Ablesen der Uhr, der Umgang mit Geld oder die Kenntnis über Maßeinheiten.

Mit konkretem Anschauungsmaterial wird im Kurs I der Zahlenraum bis 10 und anschließend bis 20 erarbeitet, im Kurs II der Zahlenraum bis 100. Beide Gruppen sind leistungshomogene Gruppen von maximal 6 Kindern.

Das Leistungsniveau ist in beiden Gruppen bewusst niedrig angesetzt und auf die individuellen Schwierigkeiten zugeschnitten, um schnell nötige Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.

Die Fördermaßnahme findet einmal wöchentlich für die Dauer einer Unterrichtsstunde nach dem regulären Unterricht zusätzlich zur Stundentafel statt. Sie ersetzt an diesem Tag die Lernzeit der Ganztagsschule, um die Kinder nicht zu überfordern. Die Mathematikhausaufgaben entfallen an diesem Tag.

In Absprache mit dem Schulamt für die Stadt Bochum wird die Teilnahme an der zusätzlichen Förderung im Zeugnis vermerkt.

Lese- und Rechtschreibtraining
Der Beherrschung der Schriftsprache kommt in allen Lebensbereichen eine erhebliche Bedeutung zu. Das Lesen und Schreiben zu lehren gehört daher zu den wesentlichen Aufgaben der Grundschule. Einigen Kindern wird die Freude am Lernen durch Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben genommen. Oft ist dadurch auch in anderen Fächern der Schulerfolg gefährdet. Umso wichtiger ist ein frühzeitiges Erkennen und Beheben von Problemen.

Treten beim Lesen und Rechtschreiben besondere Schwierigkeiten auf, die sich im differenzierenden Klassenunterricht nicht überwinden lassen, kooperieren die Klassenlehrerinnen zunächst mit der Lese-Rechtschreibbeauftragten der Köllerholzschule.

In Zusammenarbeit mit dem Lernserver der Universität Münster werden die Rechtschreib- und Lesekompetenzen mittels normierter Testverfahren sowie die basalen Voraussetzungen des Kindes zum Erlernen der Schriftsprache ermittelt. Eine individuelle Fehleranalyse lässt erkennen, in welchen Bereichen eine zusätzliche Förderung über die Stundentafel hinaus erforderlich und hilfreich ist und geht auch den Eltern des betroffenen Kindes in ausführlicher Schriftform zu. Als Herzstück der einsetzenden Förderung gibt es die individuell erstellten Fördermappen, die sowohl im Lese-Rechtschreibtraining, im Regelunterricht und zuhause zum Einsatz kommen.

Die spezielle schulische Förderung findet mit einer Unterrichtsstunde pro Woche und pro Jahrgang außerhalb der regulären Stundentafel unter der Leitung der Lese-Rechtschreib-Beauftragten statt. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten und üben in einer jahrgangshomogenen Kleingruppe in ihren individuellen Förderbereichen und erhalten so die Möglichkeit, sich frei vom Leistungsdruck des Klassenunterrichtes der Erarbeitung ihrer Lernziele zu widmen.

In regelmäßigen Abständen wird der Lernfortschritt des jeweiligen Kindes überprüft und in Kooperation gemeinsam von der Klassenlehrerin und der Lese-Rechtschreib-Beauftragten evaluiert.

Bei besonders ausgeprägten Formen von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, die sich auch auf die psychische Gesundheit des Kindes auswirken, kann es aber durchaus sinnvoll sein, ergänzend zur schulischen Fördermaßnahme eine Kooperation mit außerschulischen Fachkräften anzustreben.

Zum Lernserver der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften, Arbeitsbereich „Neue Technologien im Bildungs- und Sozialwesen / Medienpädagogik“ geht es hier.

 

14.30 – 15.30 Uhr

Snack

Die zeitliche, räumliche und emotionale Orientierung über einen ganzen Schultag, der bis zu neun Zeitstunden dauert, ist für unsere Schulkinder von Bedeutung. Uhrzeiten sind für die Jüngsten noch nicht besonders relevant. Sie wissen, dass der Unterricht um 8 Uhr beginnt, aber nicht, wann es 8 Uhr ist. Die Erwachsenen geben den Kindern über den Tag immer wieder Auskunft auf Fragen wie „Wann fängt die Kunstwerkstatt an?“ oder „Ist jetzt große Pause?“. Nach und nach lernen die Kinder sich in zeitliche Strukturen einzuleben und mit dem Erlernen der Uhrzeit eine exaktere Orientierung.

Vieles aber organisiert sich durch Zuruf und Mundpropaganda. Wichtige Informationen werden in der Schülerschaft über persönliche Mitteilungen verbreitet. So verhält es sich auch mit der Snackzeit.

Der sogenannte Snack ist seit vielen Jahren eine feste Institution unserer Ganztagsschule. Zwischen 14.30 und 15.30 Uhr bietet er einen Anlaufpunkt im großen Speisesaal. Nun könnte man sagen, dass man mit Speck Mäuse fangen kann. Tatsächlich ist der Snack in der Gastronomie eine kulinarische Kleinigkeit, ein Häppchen zum Essen. Das gibt es auch bei uns. In der Regel ist das frisches Obst in Bio-Qualität, das uns „Die flotte Karotte“ liefert. Aber auch die eine oder andere Kleinigkeit, die vom Mittagessen noch übrig ist, zum Beispiel Pfannkuchen, gibt es hier appetitlich angerichtet.

„Die flotte Karotte“ finden Sie hier.

Das Wichtigste aber ist die Begegnung mit Menschen, mit Kindern und Erwachsenen. Dafür finden sich die meisten Kinder innerhalb der Snackstunde ein, welche die Mitte des Nachmittags bildet und deshalb auch zeitliche Orientierung gibt, bevor alle wieder ausschwärmen. Ausschwärmen ist die richtige Bezeichnung. Nehmen die Kinder zum Beispiel montags am Einradtraining in der Sporthalle teil, dann wird dieses um 14.45 Uhr garantiert unterbrochen und 45 Mädchen und Jungen flitzen über den Schulhof in den Speisesaal im Hauptgebäude. Snacktime!

Es gibt Kinder, die vor dem Beginn der Snackzeit, der streng beachtet wird, es geht keine Minute zu früh los, immer wieder schon kommen und fragen, wann es losgeht. „In einer Stunde“, „In zehn Minuten“ heißt die Antwort der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Küche und die Kinder lernen nach und nach die Dauer der Zeit einzuschätzen. Darüber hinaus ist es für diese Kinder schön, einen Anlaufpunkt zu haben und von freundlichen Menschen eine freundliche Antwort zu bekommen, ganz so wie zu Hause. Schön ist es hier und da auch die oder der erste zu sein und das erste Häppchen aus der großen Auswahl zu nehmen.

Gerne kümmern sich Kinder in ihrer Freizeit in der Snackzeit auch um hauswirtschaftliche Dinge. Das Geschirr abzutrocknen, das dampfend aus der großen Spülmaschine kommt, das Besteck einzuräumen, das klimpernd in die Fächer sortiert wird und die Tische zu decken für den kommenden Tag, damit sie jetzt schon einladend aussehen, macht ihnen außerordentlich große Freude, ganz ohne Zwang, aber mit viel Lob von den Erwachsenen.

15.45 – 16.00 Uhr

Tagesabschluss

Ferienprogramm

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