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Lernförderliche Verknüpfung von Präsenzunterricht und Distanzlernen

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Vorbemerkung:

Diese Bestandsaufnahme unterliegt der Dynamik der Corona-Pandemie, ist von daher auch immer Momentaufnahme und abhängig von politischen und schulpolitischen Entscheidungen. Die Eigenständigkeit der Schule wird durch der Lage angemessene Verordnungen des Landes NRW eingeschränkt, sodass Entscheidungen auf schnell geänderten Grundlagen getroffen werden müssen.

Hinzu kommen die Nichtzugänglichkeit der Schule (mit Ausnahme der Notbetreuung) und die emotionale Betroffenheit der Schulgemeindemitglieder in unterschiedlicher Ausprägung. Die Heterogenität der Ganztagsschule unterliegt seit dem 16. März 2020 erheblichen Beschränkungen. Altersgemischte Gruppen mit all ihren Vorteilen sind nicht möglich. Unsere Erstklässlerinnen und Erstklässler erleben Schule ganz anders.

Die tägliche Diskussion über Schulschließung oder Schulöffnung mit allen Variationen als dauerbrennendes Politikum ist für unsere aktuelle Arbeit und eine gute Planung nicht förderlich. Wir stehen dauerhaft „auf dem Sprung“.

Wir verstehen die Sorgen und Nöte unserer Eltern. Schulunterricht zu Hause ist schwierig. Letztlich geht es darum, das schädliche Virus loszuwerden. Das zieht uns alle aus jeglicher Komfortzone.

Von daher ist weiterhin in einer Phase, die perspektivisch diffus ist, Zusammenhalt und Solidarität in der Schule besonders wichtig. Wir haben besonders die Familien im Blick, die gerade jetzt Unterstützung brauchen.

Das Wichtigste ist, unseren Schulkindern gemeinsam, als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und als Eltern, Mut zu geben und Ängste zu vermeiden. Trotz allem ist das Leben schön!

Ich lade Sie alle ein, dabei mitzuwirken und spreche Dank aus für die bisher geleistete Arbeit auf allen Ebenen!

Stephan Vielhaber, Schulleiter

 

 

Inhalt

1.1. Ausgangslage der Schule und häusliche Umgebung

1.2. Personelle Situation

1.3. Häuslicher Hintergrund

1.4. Motivation in pandemischer Lage

1.5. Technische Ressourcen

1.6. Digitale Werkzeuge

1.7. Microsoft Office 365 Education

1.8. Fortbildungen

2.1. Organisatorische Aspekte des Distanzlernens

2.2. Rahmenbedingungen der Kommunikation

2.3. Grundprinzipien im Distanzlernen

3.1. Didaktische Aspekte des Distanzlernens

3.2. Blended Learning

3.3. Sonderpädagogische und Sozialpädagogische Unterstützung

4.1. Leistungsbeurteilung

5.1. Vereinbarungen zum Distanzlernen ab dem 11. Januar 2021

6.1. Hybridlernen als Übergang?

 

1.1. Ausgangslage der Schule

Die Köllerholzschule im Bochumer Stadtteil Dahlhausen mit ihrem Profil „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist „Rhythmisierte Ganztagsschule“ und Schule des gemeinsamen Lernens.

 

1.2. Personelle Situation

306 Schulkinder im Alter von 6 bis 11 Jahren besuchen unsere Schule.

Das Kollegium besteht aus 22 Personen (20 w/2 m) inklusive Schulleiter und dessen Stellvertreterin, Sonderpädagogin, Sozialpädagogischer Fachkraft für die Schuleingangsphase (Klassen 1 und 2) und Lehramtsanwärterin.

Aktuell stehen 5 Kräfte für den Präsenzunterricht nicht zur Verfügung (1 x Elternzeit, 2 x langfristige Erkrankung, 2 x COVID-19 Risikogruppe).

Für den Distanzunterricht stehen 3 Kräfte nicht zur Verfügung (1 x Elternzeit, 2 x langfristige Erkrankung).

Von den 306 Schulkindern nehmen 240 am Ganztag teil (200 bis 16 Uhr, 40 bis 13.30 Uhr). Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht hier im Vordergrund, gleichrangig auch das pädagogische Profil unserer Schule.

Das Ganztagsteam besteht aus insgesamt 20 Fachkräften (18 w/2 m) inklusive  Ganztagskoordinatorin und deren Stellvertreterin. Externer Ganztagsträger ist seit 2004 die Arbeiterwohlfahrt Ruhr-Mitte.

In unserer Schule sind 7 Integrationsfachkräfte verschiedener Träger in Abstimmung mit dem städtischen Jugendamt (Clearing- und Diagnostikstelle) mit unterschiedlichen Stundenvolumen tätig, in der Regel mindestens 20 Stunden wöchentlich, teilweise auch bis zu 32 Stunden.

Weiterhin sind an unserer Schule 4 Angestellte der Stadt Bochum tätig (Hausmeister, Schulsekretärin, Reinigungskräfte). Für den Präsenzunterricht in der Zeit der Corona-Pandemie stellt der Schulträger (Stadt Bochum, Schulverwaltungsamt) zusätzlich ganztägig eine Reinigungskraft zur Verfügung, die ausschließlich für die Hygiene zuständig ist.

Der Hygieneplan wird im Rahmen des Corona-Krisenmanagements fortlaufend angepasst. Die Corona-Kommission besteht aus der Stellvertretenden Schulleiterin, der Stellvertretenden Ganztagskoordinatorin und dem Hausmeister.

Darüber hinaus gibt es weitere ehrenamtlich Tätige, Lehrkräfte der Musikschule Bochum und Fachkräfte externer Partner.

Unsere Grundschule ist 3-zügig, sodass ein Jahrgangsteam in der Regel aus 3 Klassenlehrkräften besteht. Hinzu kommen bei Bedarf die Fachlehrer/innen, die im jeweiligen Jahrgang unterrichten, die Fachkräfte aus dem Ganztagsteam, die Integrationsfachkräfte, die Sonderpädagogin oder die Sozialpädagogin.

In summa sind somit an unserer Schule 306 Schulkinder und 60 Erwachsene tätig, zusammen 366 Personen.

Zur Schulgemeinde Köllerholz im weiteren Sinn gehören ebenfalls die Eltern unserer Schulkinder. Unter Berücksichtigung von 27 Geschwisterpaaren bei 306 Kindern sind das zurzeit 558 Mütter und Väter. Selbst die Großeltern spielen in etlichen Familien eine wichtige Rolle.

Im engeren Sinn sind die Eltern im Rahmen des Distanzunterrichts mitverantwortlich. Die „Zweite Verordnung zur befristeten Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen gemäß § 52 Schulgesetz NRW“ (Anlage) gibt vor: „Die Eltern sorgen dafür, dass ihr Kind der Pflicht zur Teilnahme am Distanzunterricht nachkommt“ (§ 4 Absatz 3).

Betrachtet man nun die Schulkinder, Lehr- und Fachkräfte, weitere Tätige, Ehrenamtliche und Eltern als lernende Gemeinschaft, dann besteht die Schulgemeinde Köllerholz aus rund 930 Menschen. Deshalb sind wirksame Kommunikationsstrukturen notwendig.

 

1.3. Häuslicher Hintergrund

Die Elternschaft der Köllerholzschule und damit die Schülerpopulation haben sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Die Eltern müssen ihre Kinder nicht mehr an der sogenannten „Anspruchschule“ anmelden (heißt: kürzeste Entfernung von der Wohnung zur Schule = Rechtsanspruch), sondern können bei freien Kapazitäten auch eine andere Schule auswählen. Anspruch auf die Köllerholzschule haben in der Regel Kinder aus dem Bereich Oberdahlhausen, der zum Stadtteil Dahlhausen gehört.

Zum eigentlichen Einzugsbereich in Oberdahlhausen gehören ca. 50 Prozent unserer Schulkinder, ca. 50 Prozent kommen aus den umliegenden Stadtteilen Dahlhausen,  Weitmar, Linden, Wattenscheid-Eppendorf und Wattenscheid-Höntrop, dazu aus weiteren Stadtteilen und aus den Nachbarstädten Hattingen und Gelsenkirchen.

Somit ist die Köllerholzschule nur für einen Teil der Schulkinder fußläufig zu erreichen. Aufgrund der Entfernung der Wohnungen der weiteren Kinder kommt es zu erheblichem Autoverkehr zu den Bring- und Holzeiten.

Wesentlicher Faktor für die o.g. „Wanderungsbewegung“ ist der stetige quantitative und qualitative Ausbau unserer Ganztagsschule (Rhythmisierte Ganztagsschule von 7.15 bis 16.00 Uhr) vor dem Hintergrund des Schulprofils „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) mit weiteren Vorzügen (garantierter Ganztagsplatz, Schulgarten, Sporthalle, Schwimmhalle, ruhige Lage). Unsere Ganztagsschule ist somit etwas wie ein „Stadtteil im Stadtteil“.

Der Ausbau der Ganztagsschule und die damit einhergehenden Veränderungen an unserem Schulstandort sind mittlerweile ein komprimiertes Abbild klassischer „Nord-Süd-Gefälle“ der Städte im Ruhrgebiet mit heterogener Durchmischung.

Viele Familien sind bildungsorientiert und trotz ihrer häufig „doppelten“ Berufstätigkeit (Mutter und Vater) zum großen Teil sehr bemüht, den Kindern Unterstützung in Phasen der Schulschließung und des Distanzlernens zu geben.

Bei den Unterstützungsmöglichkeiten und der Bereitschaft, schulische Aufgaben zu begleiten, gibt es allerdings aufgrund der geschilderten Zusammensetzung auch große Unterschiede in den Familien. Zum Teil müssen die Familien auch eng betreut werden.

Die technischen Voraussetzungen für die Teilnahme am Distanzlernen wurden ermittelt, sind den Klassenlehrkräften insgesamt bekannt und werden bei allen Maßnahmen nach Möglichkeit berücksichtigt. So können die Lehrkräfte die Organisation und die Kommunikationswege in Einzelfällen an die häusliche Situation anpassen. Kommunikativer Schnittpunkt und „Verteiler“ sind die Klassenpflegschaftsvorsitzenden, nach Absprache aber auch die Klassenlehrkräfte selbst.

 

1.4. Motivation in pandemischer Lage

Die Bereitschaft der Lehr- und Fachkräfte, sich den Herausforderungen dieser Zeit zu stellen, ist hoch. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, den Kindern ein Umfeld zu bieten und Angebote zu schaffen, die im Sinne unseres Konzeptes zur Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung die Schutzfaktoren für eine gesunde psychische Entwicklung berücksichtigen. Dass das „in Distanz“ nicht einfach ist, ist allen Beteiligten (Schule und Eltern) realistisch klar.

Die besondere Zeit der Pandemie für die Unterrichtsentwicklung lernförderlich zu nutzen und als Chance für die Entwicklung des Medienlernens wahrnehmen zu können, bedarf in besonderer Weise der multiprofessionellen Zusammenarbeit. Diese ist von wachsender Bedeutung, um den aktuellen Herausforderungen gewachsen zu sein.

Die Arbeit in den Jahrgangsstufenteams ist mit Hilfe digitaler Kommunikationswege noch einmal intensiviert worden, um aktuelle Vereinbarungen angemessen in den Jahrgangsstufen umsetzen zu können. Hier schulen sich die Mitglieder der Teams gegenseitig, besonders auch im Einsatz digitaler Bausteine für den Distanzunterricht.

 

1.5. Technische Ressourcen

Die Köllerholzschule verfügt zurzeit über 20 internetfähige Notebooks mit dem Betriebssystem Microsoft Windows 10 (Ausstattung durch die Stadt Bochum), die in der pädagogischen Arbeit eingesetzt werden können.

Wie die meisten anderen Grundschulen in Bochum verfügt unsere Schule weiterhin nicht über schnelles Internet. Die Einrichtung hat die Stadt Bochum seit längerem angekündigt. WLAN ist ebenfalls noch nicht verfügbar.

33 Endgeräte (iPads) für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsanspruch, die gemäß der Vorgabe des Landes durch die Stadt Bochum für diese beschafft werden, sind bestellt, aber bisher noch nicht eingetroffen. Eine Familie hat darüber hinaus einen Internetanschluss beantragt.

Die für die Lehrkräfte vorgesehenen iPads sind ebenfalls noch nicht eingetroffen.

Die bei der Stadt Bochum bestellten „digitalen Werkzeuge“ (Videokameras, Mikrofone, etc.) sind bisher ebenfalls noch nicht eingetroffen.

Aus dem Medienentwicklungsplan („vor-pandemisch“) sollen allen Bochumer Schulen im Februar 2021 jeweils 45 Endgeräte (iPads) für die allgemeine pädagogische Arbeit zur Verfügung gestellt werden (keine Geräte für bedürftige Schülerinnen und Schüler oder Lehrkräfte).

Wir benötigen grundlegend weitere aktuelle Hardware, Software, schnelles Netz und digitale Tafeln zur Kommunikation und Präsentation.

So nutzen wir zurzeit zumindest das konsequent, über was wir verfügen.

In der Phase des Distanzunterrichts sind die im Rahmen der Notbetreuung (27 Kinder) jahrgangsbezogen genutzten Räume mit Internetanschluss versehen (Notebooks), sodass die Kinder an Videokonferenzen ihrer Klasse im Sinne des Distanzlernens vollwertig teilnehmen können bzw. die Geräte für Recherchen nutzen können. Im Mittel handelt es sich um ca. 45 Konferenzen aller Altersstufen.

Zwei Räume sind täglich jeweils in eine „Dauersitzung“ geschaltet. Im Besprechungsraum gibt es eine Videokonferenz mit der Sonderpädagogin. Im benachbarten Klassenraum gibt es eine Videokonferenz mit der Sozialpädagogin.

Im Rahmen der pädagogischen Betreuung, der sonderpädagogischen Förderung, der Lernbegleitung und sozialpädagogischen Unterstützung liegen Pläne vor, welche Kinder zu welchen Zeiten und in welchem zeitlichen Umfang, täglich oder nach Vereinbarung an den Sitzungen in Einzelförderung teilnehmen. Die Beteiligten sprechen die Organisation und Durchführung untereinander, im Besonderen mit den Eltern ab.

Vor Ort (Notbetreuung in der Schule) sorgen Lehr- und Fachkräfte gemeinsam für eine reibungslose Organisation und für die individuelle pädagogische Unterstützung der anwesenden Schulkinder.

 

1.6. Digitale Werkzeuge

Die digitale Pinwand (Padlet) wurde zu Beginn der Pandemie (Frühjahr 2020) neben den üblichen Mitteln wie E-Mail oder Datentransfer eingesetzt. Auf diese Erfahrungen kann im weiteren Distanzlernen zurückgegriffen werden. Hinzu kommt die Nutzung des Internetportals Antolin zur Leseförderung.

 

1.7. Microsoft Office 365 Education

Die Stadt Bochum hat für alle Bochumer Schulen MS-Office-365-Education-Lizenzen erworben und ermöglicht diesen die digitale Kommunikation und Arbeit mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Die Firma Cancom (Leipzig) schult die Schulleitungen und Lehrerkollegien und hat u.a. die grundlegenden Voraussetzungen, wie das Einrichten der virtuellen Klassen- und Besprechungsräume, geschaffen.

Zu Beginn des Kalenderjahres 2021 sind allen Lehrkräften, Kindern (über die Eltern) ihre Zugänge zu Office 365 und im Besonderen zur Kommunikationsplattform TEAMS bekannt.

Für die Nutzung von MS Office 365 und TEAMS liegen von allen Beteiligten Nutzungs- und Datenschutzerklärungen vor (Anlage).

Seit dem 11. Januar erproben einige Klassen die ersten Videokonferenzen im Distanzlernen. Der Unterricht ist aber so angelegt, dass das Lernen auch ohne digitale Medien sichergestellt ist.

 

1.8. Fortbildungen

Die Schulleitung hat wiederholt mit der Firma Cancom, die von der Stadt Bochum beauftragt wurde, konferiert.

Für alle Bochumer Lehrkräfte hat zweimal eine gemeinsame Online-Schulung der Firma Microsoft für das Tool Teams stattgefunden.

Sobald die Stadt Bochum das Lehrerkollegium mit iPads ausgestattet hat, soll auch dazu eine Schulung stattfinden.

Bis dahin übt sich das Kollegium im Selbststudium, tauscht sich untereinander aus, nutzt diverse Angebote weiterer Anbieter und beherrscht nach und nach die grundlegenden Anforderungen.

 

2.1. Organisatorische Aspekte des Distanzlernens

Als Grundlage für die pädagogische Planung des Distanzunterrichts dienen die Vorgaben des Ministeriums für Schule und Bildung („Handreichung zur lernförderlichen Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht“ u.a.). Diese wurden der Schulgemeinde zur Verfügung gestellt.

Sollte der Präsenzunterricht nicht erteilt werden können, muss ein zeitnaher, möglichst reibungsloser Übergang zum Lernen auf Distanz ermöglicht werden. Hierbei ist eine lernförderliche Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht bereits in der Planung unerlässlich.

Es gelten auch für das Lernen auf Distanz die gültigen Richtlinien und Lehrpläne mit ihren Prozess- und Kompetenzorientierungen. Neben den Lehrplänen der Fächer gilt es auch einige Querschnittthemen der Schule im Blick zu halten. Dazu gehören insbesondere die Inklusion, die ganztägige Bildung und die soziale und emotionale Entwicklung.

Die detaillierte zeitliche Planung der Stundenpläne sowie die endgültige Verteilung der Anteile von Präsenz- und Distanzunterrichts für vorgegebene Zeitphasen kann immer erst dann erfolgen, wenn es Vorgaben des Ministeriums für Schule und Bildung (MSB NRW) für eine komplette Schulschließung (in der Regel mit Notbetreuung) oder eine partielle Schulschließung (in der Regel mit Notbetreuung) gibt.

Es kann absehbar der Fall eintreten, dass sich Teile der Klassen im Präsenzunterricht und Teile parallel dazu im Distanzunterricht befinden, obwohl sie dieselbe Schulklasse besuchen („Hybridunterricht“). Für die Umsetzung können die Erfahrungen aus dem Mai und Juni 2020 herangezogen werden, aktualisiert in angepassten Varianten.

Es müssen zudem die jeweilige personelle Situation sowie weitere Vorgaben zur Notbetreuung und der Präsenztage der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt werden. Die Schülerinnen und Schüler sind zur Teilnahme am Lernen auf Distanz genauso verpflichtet wie zur Teilnahme am Präsenzunterricht.

Aufgrund der momentan noch vorherrschenden technischen Ressourcen ist eine Teilnahme am Unterricht über Videokonferenz nicht möglich. Sie ist auch nur dann sinnvoll, wenn das Alter und die Reife es zulassen. In der Regel ist das in der Grundschule sehr selten der Fall. Hier steht die soziale Komponente im Vordergrund.

Die Handreichung des Ministeriums, die allen Mitgliedern der Schulgemeinde zuging, macht deutlich, dass der “Online-Unterricht” nicht Auftragslage des Ministeriums und der Schulaufsichtsbehörden ist. Zitat aus der Handreichung des MSB (S. 19/20):

“So ist beispielsweise die Videokonferenz, die in der Öffentlichkeit häufig zum Musterbeispiel guten Distanzunterrichts erklärt wird, keine virtuelle Schulstunde im Netz, sondern ebenfalls eine digitale Kommunikationsform mit spezifischen, auch datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen. Sie unterscheidet sich z. B. schon deshalb fundamental vom Präsenzunterricht, weil sich Lehrende und Lernende dort i. d. R. gleichzeitig im institutionellen Kontext der Schule und in ihrem privaten Umfeld befinden.

Diese Verschmelzung öffentlicher und privater Kontexte erzeugt bei den Schülerinnen und Schülern, aber auch bei Lehrkräften gelegentlich Reaktionen auf der sozialen und emotionalen Ebene: Sie können sich während einer Videokonferenz unwohl fühlen und aktivieren ggf. deshalb weder Webcam noch Mikrofon. Spätestens dann, wenn man mit unsichtbaren und unhörbaren Schülerinnen und Schülern zu interagieren versucht, werden die Auswirkungen digitaler Kommunikationsformen auf pädagogisches Handeln deutlich erkennbar. Aus diesem Grunde sind auch schriftliche Kommunikationskanäle hinzuzuziehen, z. B. die Chatfunktion während einer Videokonferenz.” (Zitat Ende)

In Absprache des Kollegiums mit der Schulleitung besteht seit dem Wiederbeginn des Unterrichts als Distanzvariante ab 11. Januar 2021 die Vereinbarung, dass im Sinne der Erstellung von Prototypen die individuelle Möglichkeit besteht, die neue Software MSO 365 E, die den Lehrkräften erst im Januar zur Verfügung gestellt wurde, zu testen und erste Anwendungen für die Kinder zu erstellen. Die Anpassung auf vergleichbare Varianten in den Jahrgangsteams ist dabei wünschenswert.

Diese Entwicklungen werden in den Lehrerkonferenzen und in den Besprechungen zwischen der Schulleitung und den Jahrgangsteams regelmäßig erörtert. Zur weiteren Erprobung werden regelmäßig Austauschforen der Lehrkräfte durchgeführt.

Die bisherigen Erfahrungen mit Videokonferenzen mit „Teams“ zeigen, dass die Plattform in kleinen Runden brauchbar ist. In kompletten Klassenrunden zeigen sich deren Schwächen, da nicht alle Kinder zu sehen sind (allenfalls maximal 9 Personen = 1/3 Klasse) und eine adäquate Kommunikation nicht möglich und besonders Kindern nicht zumutbar ist. Von „Online-Unterricht“ nehmen wir deshalb gemäß den Vorgaben des MSB NRW (s.o.) aus praktischen Gründen, aber auch aus Verantwortung für die Kinder zurzeit Abstand.

Um einen schnellen Wechsel vom Präsenz- zum Distanzlernen zu gewährleisten, welcher situationsbegingt auch zeitnah binnen eines Tages erfolgen kann bzw. muss, ist ein reibungsloser Übergang wichtig. Dieser muss bereits im Vorfeld gut organisiert werden.

Die Jahrgangsstufenteams haben daher in ihren Teamsitzungen einzelne Prozesse und Maßnahmen abgestimmt.

Unterrichtsplanung:

In der Unterrichtsplanung legen die Lehrkräfte fest, wie die Inhalte des Präsenzlernens für das Distanzlernen angeboten werden können. Sie identifizieren Inhalte, die nur im Präsenzunterricht vermittelt werden können.

Analoge Arbeitsmaterialien:

Einige Arbeitshefte bleiben immer im Tornister. Weitere Materialien werden unter Einhaltung der Hygieneregeln an der Schule abgeholt bzw. nach Bearbeitung dorthin zurückgebracht. Die Klassenlehrkräfte stellen Materialpakete zusammen und sammeln auf diesem Weg auch zu kontrollierende Aufgaben ein.

Lehrkräfte-Teams:

Die Lehrkräfte sind in Jahrgangsstufenteams organisiert. Dabei werden Vereinbarungen zur Arbeitsteilung getroffen. Bei vorhersehbarem Ausfall einer Lehrkraft erstellt die Klassenlehrkraft Wochenpläne für den Vertretungsunterricht. Bei unvorhersehbarem Fehlen übernimmt das Jahrgangsstufenteam die weiteren Planungen. Diese Vereinbarung ist bereits seit Jahren im Vertretungskonzept unserer Schule festgehalten. Im Falle der Quarantäne einer Lehrkraft übernimmt sie die Unterrichtsplanung und leitet diese an eine mögliche Vertretung weiter.

 

2.2. Rahmenbedingungen der Kommunikation

Der Kommunikation aller am Schulleben Beteiligten, z. B. der Kommunikation der Schulleitung mit Lehr- und Fachkräften, nicht-lehrendem Personal, Eltern und Schülerinnen und Schülern, kommt in der pandemischen Phase im Sinne innerer Schulentwicklung eine zentrale Rolle zu.

Im Kollegium:

Die Lehrerkonferenzen finden grundsätzlich dienstags als Videokonferenzen statt. Teamsitzungen finden ebenfalls online statt, können aber auch vor Ort unter Beachtung der Corona-Schutzmaßnahmen je nach Infektionslage in der Schule stattfinden.

Hilfreich ist hier der kollegiale Erfahrungsaustausch über das Distanzlernen. Die bereits etablierten festen Teamstrukturen bleiben zur Planung der Themen, Lerninhalte und didaktischen Umsetzung bestehen. Die Fachlehrkräfte sind je nach Einsatz Jahrgangsstufenteams zugeordnet. Die gegenseitige Information findet momentan intensiv über Chatgruppen statt, der Austausch miteinander in der Regel per Videokonferenz.

Im Klassenverband:

Die Kommunikation in der Klasse im Präsenzlernen ist allen Beteiligten bekannt. Die Klassenlehrkräfte kommunizieren hier mit den Eltern neben den persönlichen Gesprächen in der Regel per E-Mail oder per Telefon.

Im Distanzlernen kann die Kommunikation nach und nach mit den Microsoft-Programmen erfolgen. Zurzeit werden in der Regel noch private E-Mail-Adressen auf privaten Endgeräten genutzt. Zukünftig soll über Schul-E-Mail-Adressen sowohl der Lehrkräfte als auch der Schülerinnen und Schüler miteinander kommuniziert werden.

Den Eltern der Schulkinder wurden Zugangsdaten zu den Office-Anwendungen und zur Kommunikationsplattform „Teams“ übermittelt. Die E-Mailadressen der Kinder entsprechen dem Muster nachname.vorname@koellerholzschule.de. Diese können zurzeit nur intern genutzt werden (Klassenverband).

Die E-Mailadressen der Lehrkräfte entsprechen ebenfalls dem Muster nachname.vorname@koellerholzschule.de. Diese können intern und extern genutzt werden.

Für die Nutzung von Office 365 Education und von Teams hat die Köllerholzschule Nutzungs- und Datenschutzerklärungen erstellt, die von den Lehrkräften und den Eziehungsberechtigten der Schulkinder zu unterzeichnen sind.

Im Distanzlernen halten die Klassenlehrkräfte im Rahmen der Möglichkeiten angemessenen Kontakt zu ihren Schülerinnen und Schülern. Videokonferenzen sind noch nicht mit allen Kindern möglich, sodass Lehrkräfte auch mit diesen telefonieren oder elektronisch schreiben können, um ihnen Aufgaben zu erklären und sie emotional zu unterstützen.

Die Aufgabenstellungen erfolgen in der Regel über einen Wochenplan, der digital verschickt wird. Ein Materialaustausch (s.o.) kann aber auch über die Schule erfolgen. Vorbereitete Materialpakete können in der Schule oder an einem verabredeten Ort unter Einhaltung der einschlägigen Infektionsschutzbestimmungen abgeholt werden.

Der Beziehungsarbeit und der Empathie im Lernen auf Distanz kommen eine besondere Bedeutung zu. Hier sollten sich die Beteiligten, auch Eltern für ihre Kinder, nicht scheuen, Kontakt aufzunehmen.

Schulleitung und Schulgemeinde:

Der Schulleitung, im Besonderen (gemäß § 59 Schulgesetz NRW) der Schulleiter, hat in dieser herausfordernden Zeit eine besondere Gesamtverantwortung. Dieser legt besonderes Augenmerk auf eine möglichst umfassende Organisation und Kommunikation, die möglichst transparent gestaltet sein soll.

„Schnelle Information und Kommunikation“ sind von Nöten. Aktuelle Mitteilungen des Schulministeriums oder der Schulaufsichtsbehörden gehen der Schulgemeinde ungefiltert zu.

Die „Köllerholz-Rundbriefe“ (bisher 40 in der Zeit der Pandemie) dienen der schulischen Gesamtinformation, gehen grundsätzlich allen Mitgliedern der Schulgemeinde per E-Mail-Verteiler zu und werden im Internetauftritt www.koellerholzschule.de zeitnah veröffentlicht.

Der Schulleiter ist für die gesamte Schulgemeinde dauerhaft erreichbar über info@koellerholzschule.de. Eine zeitnahe Rückmeldung, auch telefonisch, erfolgt.

Insgesamt ist zurzeit von besonderer Bedeutung, dass sowohl der Kontakt mit den Kindern als auch mit den Eltern wichtiger denn je ist. Wesentliche Aspekte sind Feedback, gegenseitige Unterstützung und Verständnis. Aber auch gelebte Solidarität, um die bedrohliche Lage zu überstehen. Denn: Schuld an der Misere ist das Virus!

Allerdings: Machen wir uns aktuell nichts vor. Wir agieren beruflich mit privatem Equipment, sowohl Lehr- und Fachkräfte als auch die Schulkinder und Eltern. Wahrscheinlich geht das auch nicht anders. Dafür können wir uns nur bedanken!

Leistungsbandbreite zu Hause:

Probleme mit der Leistungsbandbreite des Internets können Lehrkräfte, Eltern und Schulkinder betreffen. Familien verfügen nicht selbstverständlich über schnelles Internet oder WLAN.

Bei einer Schulschließung sind oft die ganze Familie oder mehrere Geschwister zu Hause. Wenn mehrere Familienmitglieder das Internet für die Arbeit oder die Schule benötigen, kann dies die Geschwindigkeit verringern oder Anwendungen unmöglich machen. Daher muss vielleicht zeitlich versetzt gearbeitet werden, sodass synchrones Lernen erschwert wird. Das Aufzeichnen von Teams-Anrufen oder das Aufnehmen von Lektionen im Voraus kann für Schülerinnen oder Schüler mit Bandbreitenproblemen hilfreich sein.

Jede Familie ist technologisch unterschiedlich ausgestattet. Einige werden einen Desktop-Computer haben, andere ein Notebook oder ein Tablet und wieder andere nur ein Handy (und einige haben vielleicht gar nichts davon).

Da eine Vielzahl von Geräten benutzt wird, müssen die Tools übergreifend verfügbar sein, damit alle teilnehmen können. Darüber hinaus müssen vielleicht Geräte mit Geschwistern oder Eltern geteilt werden. Wenn Schülerinnen und Schüler ein Gerät mit anderen Familienmitgliedern teilen, ist synchrones Lernen unpraktisch.

 

2.3. Grundprinzipien im Distanzlernen

Insgesamt gelten 6 Grundprinzipien als Leitlinien für das Distanzlernen:

„So viel Vertrauen und Freiheit wie möglich, so viel Kontrolle und Struktur wie nötig.“

„So viel einfache Technik wie möglich, so viel neue Technik wie nötig.“

„So viel asynchrone Kommunikation wie möglich, so viel synchrone wie nötig.“

„So viel offene Projektarbeit wie möglich, so viel kleinschrittige Übung wie nötig.“

„So viel Peer-Feedback wie möglich, so viel Feedback von Lehrenden wie nötig.“

„So viel Empathie und Beziehungsarbeit wie möglich, so viel Tools und Apps wie nötig.“

 

3.1. Didaktische Aspekte des Distanzlernens

Die Kernlehrpläne sowie schulinternen Arbeitspläne gelten zur Qualitätssicherung im Distanzlernen ebenso wie im Präsenzunterricht. Dabei sollen die Lernprozesse der Kinder genau abgestimmt werden. Erfahrungen dazu gibt es landesweit wenig.

Die fachbezogenen, sozialen und kommunikativen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen in Begleitung einer Lehrkraft in der selbständigen Arbeit weiter ausgebaut werden. Als wesentliche Kompetenzen gelten:

Quelle: https://www.schulentwicklung.nrw.de/q/ganztag/lernzeiten/individualisiertes-lernen/selbstgesteuertes-lernen/index.html

Insgesamt werden also nicht nur die „prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen“ gefördert, sondern auch die Kompetenzen im Bereich „Kommunizieren und Kooperieren“.

Für das selbstregulierte Lernen sind Motivation und zeitliche Strukturierung des Arbeitsprozesses wesentlich. Auch die Selbstreflexion ist wichtig (z.B. in Form eines Lerntagebuches).

Blended Learning

Wenn die gegebenen Umstände Präsenzunterricht zulassen, wird das Konzept des „Blended Learnings“ angestrebt. Hierbei sollen Lerneinheiten im Wechselmodell des Präsenz- und Distanzunterrichts miteinander verknüpft werden. Einführungen von neuen Lerneinheiten können im Präsenzunterricht optimal erfolgen und im Distanzlernen vertieft werden. Zwischenergebnisse werden im folgenden Präsenzunterricht dargeboten, sodass eine erfolgreiche Weiterarbeit beim Distanzlernen gewährleistet wird. Eine Ergebnispräsentation und -kontrolle kann dann wieder im Präsenzunterricht erfolgen.

Die folgende Abbildung bezieht sich auf die Arbeit in der Sekundarstufe, kann aber als Ablaufmodell erklärend für uns sein, wenn man „E-Learning“ als Distanzunterricht zuhause unter Einbeziehung analoger Arbeiten betrachtet.

Quelle: QUA-LiS NRW – auf der Grundlage von
https://www.unterricht-digital.info

https://broschüren.nrw/

Bei einer partiellen- oder kompletten Schulschließung ohne Präsenzunterricht können die Einführungen neuer Lerninhalte selbstständig erfolgen, z.B. über Erklärvideos. Diese werden auch an unserer Schule zunehmend genutzt, entweder „aus eigener Herstellung“ oder im Zugriff auf Vorhandenes (und vorher Geprüftes) im Internet.

Äußerst bedeutsam ist dann die nächstfolgende Präsenzphase, denn hier muss der neue Lerninhalt gemeinsam reflektiert und vertieft werden. Sollten die äußeren Umstände einen Präsenzunterricht vorerst nicht zulassen, sollen als Rückmeldung individuelle Beratungsgespräche mit den Schülerinnen und Schülern erfolgen (z.B. per Telefon, Videokonferenz oder Chat).

 

3.3. Sonderpädagogische und sozialpädagogische Unterstützung

Sonderpädagogische Unterstützung

Die individuelle sonderpädagogische Unterstützung ist auch im Distanzlernen ein wesentlicher Aspekt. Hier müssen die verschiedenen Bedürfnisse der Kinder besonders berücksichtigt werden. Lernschwierigkeiten müssen erfasst und bedacht werden, damit die Kompetenzerwartungen erfüllt werden können.

Kinder mit festgestelltem sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf arbeiten im Distanzunterricht begleitet im Rahmen ihrer Bildungs- und Förderpläne. Die Aufgaben, Materialien, Methoden sowie mögliche bestehende Nachteilsausgleiche müssen individuell unter Berücksichtigung der neuen Lerngegebenheiten angepasst werden. Zur Abstimmung des Lernprozesses muss ein ständiger Kontakt zwischen der Klassenlehrkraft, der Sonderpädagogin sowie dem Kind und den Eltern erfolgen.

Zurzeit befinden sich mehrere Kinder mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen in der Notbetreuung. Diese haben die Möglichkeit, täglich mit der Sonderpädagogin per Videokonferenz zu lernen.

Die Erfahrungen damit sind zunehmend gut. Die Kinder arbeiten erstaunlich konzentriert und die eigentliche Distanz weicht einer gefühlten Nähe. Man sieht sich und hört sich und ist ungestört nahe beieinander.

Sozialpädagogische Unterstützung

Die Sozialpädagogin unserer Schule bietet ihm Rahmen des Distanzlernens individuelle Unterstützungen an. Es finden täglich mehrere Einzel-Videokonferenzen via „Zoom“ oder „MS Teams“ statt. Es handelt sich hierbei um ein freiwilliges Angebot für Kinder der 1. und 2. Klassen. Die Förderung wird individuell an den Entwicklungsstand des Kindes angelehnt.

Die Unterstützungsschwerpunkte werden in Absprache mit der Klassenleitung und den Eltern festgelegt. In der praktischen Ausgestaltung wird das Hauptaugenmerkt auf die Aufgabenbearbeitung des Wochenplans gelegt. Die Kinder werden bei der Bearbeitung unterstützt, können offen gebliebene Fragen stellen und es findet eine Vertiefung der Inhalte mit Hilfe des Einsatzes weiterer Programme (z.B. Worksheet Crafter, Lernvideos) statt.

Darüber hinaus werden auch individuelle Förderangebote organisiert, die sich auf die letzten analogen Förderungen im Präsenzunterricht (Bildungs- und Förderpläne) beziehen.

Die Förderungen finden sowohl in Verbindung mit den Elternhäusern als auch in der Notbetreuung der Köllerholzschule statt.

Ferner werden bei Bedarf auch Einzel-Videokonferenzen in der Notbetreuung angeboten, um die Sozialkompetenzen einzelner Kinder zu fördern. Die Sozialpädagogin der Schule spricht mit dem jeweiligen Kind über die eigenen Empfindungen und Bedürfnisse und thematisiert konkrete Konflikte, um anschließend gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

 

4.1. Leistungsbeurteilung

Die Ergebnisse des Distanzlernens werden auch zur Leistungsbeurteilung herangezogen. Vorrangig werden Leistungsüberprüfungen wie z.B. Klassenarbeiten im Präsenzunterricht erbracht. Die Erfassung der Lernentwicklung dient als Grundlage für die weitere individuelle Förderung der Kinder.

Beim Distanzlernen muss gewährleistet sein, dass eigenständig erbrachte Leistungen bewertet werden. Somit ist das Augenmerk besonders auf den Lernweg und den individuellen Lernfortschritt zu richten. Zur Chancengleichheit werden auch die familiären Rahmenbedingungen und ein lernförderlicher, ruhiger häuslicher Arbeitsplatz beachtet.

Zur Reflexion werden die Eltern und Kinder über deren Lernprozess sowie Stärken und Schwächen informiert. Es erfolgt eine Lernberatung über die individuelle Weiterarbeit und Förderung. Wichtig ist ein Gespräch über den Lernweg und ein regelmäßiges Feedback zur Motivation für eine zielgerichtete Weiterarbeit.

Eine wertschätzende Rückmeldung sowie die Empathie spielen beim Distanzlernen eine wichtige Rolle. Als Leitlinien gelten: „So viel Vertrauen und Freiheit wie möglich, so viel Kontrolle und Struktur wie nötig.“ und „so viel Peer-Feedback wie möglich, so viel Feedback von Lehrenden wie nötig“ (siehe 2.3. Grundprinzipien im Distanzlernen).

Doch auch für die Lehrkräfte sind eine Evaluation des Distanzlernens und ein Feedback durch die Kinder und Eltern sehr hilfreich. Gerade bei jüngeren Schulkindern muss beachtet werden, dass die Selbstüberprüfung der Arbeitsergebnisse bzw. die Selbstberichtigung nach einer Korrektur durch die Lehrkraft zunächst eingeübt werden müssen und eine gute Selbstorganisationsfähigkeit voraussetzt.

 

5.1. Vereinbarungen zum Distanzlernen und zur Einsatzplanung für die Zeit vom 11. bis 31. Januar 2021 und in der Nachfolge bis zum 12. Februar 2021

Der Distanzunterricht:

  • wird in den Jahrgangsstufenteams (Klassenlehrkräfte und Fachlehrkräfte) gemeinsam verantwortet.
  • umfasst alle Fächer. Den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Sachunterricht kommt besondere Bedeutung zu. Die anderen Fächer werden nach Möglichkeit ebenfalls angeboten.
  • soll die Schulkinder und Eltern sowohl in den Angeboten und der Form als auch im Umfang nicht überfordern.
  • – bedarf erklärender Hilfen für die Kinder und Eltern. Dazu sind Rückfragen bezüglich der Anmeldung bei MS Office und Teams, der Teilnahme an Videokonferenzen, der Inhalte, u.a. zu erwarten.
  • bedeutet auch Erweiterung der Kompetenzen in der Medienbildung.
  • braucht auch persönliche Ansprachen. Dazu sind Tonspuren, aber auch schuleigene Erklärvideos und Videotreffen geeignet. Ergänzt werden diese Ansprachen durch Briefe an Schulkinder und Eltern und einzelne Telefonate.
  • beinhaltet auch Korrekturen und Feedbacks. Dazu organisieren die Jahrgangsstufenteams die Rückläufe an die Schule und korrigieren die Arbeiten der Schulkinder.
  • wird von den Lehrkräften von zu Hause organisiert, da WLAN in der Schule noch nicht vorhanden ist.
  • bedeutet nicht, dass alle Eltern selbst ausdrucken müssen. Es besteht die Möglichkeit, einmal in der Woche Ausdrucke in der Schule abzuholen.
  • Kinder in der Notbetreuung haben mit Unterstützung der Lehr- und Fachkräfte vor Ort Zugang zum Internet und damit zu den zu nutzenden Lernplattformen.

Einsatzpläne

Die Klassenlehrkräfte organisieren den Distanzunterricht und führen ihn durch. Zu den Aufgaben gehören:

  • Planung im Jahrgangsstufenteam
  • Prüfen fremder Inhalte auf Richtigkeit und Angemessenheit
  • nach Möglichkeit Erstellen von Tonspuren und Erklärvideos
  • Informationen an Schulkinder und Eltern
  • Unterstützen in Einzelfällen
  • nach Möglichkeit Videokonferenzen

Die Fachlehrkräfte übernehmen u.a. abgesprochene Aufgaben:

  • Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien in ihren Fächern
  • Mitarbeit in ihren Teams
  • Korrekturen

Einsätze in den Notgruppen übernehmen Lehrkräfte und Fachkräfte des Offenen Ganztags gemeinsam. Der Ganztagskoordinatorin obliegt in Abstimmung mit dem Schulleiter (unbeschadet dessen Gesamtverantwortung) und der Arbeiterwohlfahrt Ruhr-Mitte und einer weiteren koordinierenden Lehrkraft vor Ort die ganztägige Verantwortung.

 

6.1. Hybridlernen als zukünftige Variante?

Es ist zurzeit nicht absehbar, ob der Distanzunterricht über den 12. Februar 2021 hinaus weiterhin stattfinden wird, ob es zu Mischformen von Präsenz- und Distanzunterricht („Hybridunterrricht“) kommen wird oder die Rückkehr zum Präsenzunterricht ansteht.

Entscheidungen werden an dieser Stelle politisch getroffen. Darauf werden wir uns weiterhin einstellen müssen und zu kurzfristigen Lösungen gezwungen sein. Die 6. KW 2021 wird hierzu genutzt werden müssen.

Bochum, 06.02.2021

gez. Stephan Vielhaber, Schulleiter

 

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