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Justizia II – Von der Idee zum Gesetz

Diskussionswettkampf oder die Macht der Argumente

So lautete der Titel der zweistündigen Veranstaltung, welche die Rechtskunde-Arbeitsgemeinschaft unserer Schule, präsentiert vom Schülermagazin Hexenpost, am letzten Schulnachmittag vor den Weihnachtsferien auf die Bühne der Aula brachte. Und die Zuschauerinnen und Zuschauer bereuten ihr Kommen nicht, denn das Programm war hochkarätig. Unter den Zuschauern waren Eltern, Großeltern und Geschwister der Kinder, Lehr- und Fachkräfte, die Schulleitung, Kinder der Kunstwerkstatt und die 5-köpfige Jury. Auf ein „ausverkauftes Haus“ wurde bewusst verzichtet, um den jungen Protagonistinnen und Protagonisten im geschützten Rahmen angemessene Entfaltungs- und Ersterfahrungsmöglichkeiten anzubieten.

Los ging es mit einer Begrüßungsansprache von Niklas (3b), der die Gäste vorstellte, die Geschichte der AG, die es seit Beginn des Schuljahres 2017/18 gibt, erzählte und in die aktuelle Produktion “Von der Idee zum Gesetz” einführte.

Das Theaterstück des kompletten Ensembles thematisierte den komplexen Weg, wie aus einer Idee letztendlich ein Gesetz werden kann. Das Demokratie dabei nicht immer bequem ist, wurde deutlich. Ganz gewiss nicht bequem waren im Vorfeld der Veranstaltung die vielen Übungseinheiten seit den Herbstferien an Vor- und Nachmittagen. Das Stück hatte Text in erheblichem Umfang, gespickt mit Fachbegriffen und war in den Formulierungen sehr anspruchsvoll. Die Kinder meisterten den hohen Anspruch mit Bravour. Sie artikulierten deutlich, gut hörbar und im Wechsel der Rollen sehr gut aufeinander abgestimmt, sprich eingespielt.

Im Mittelpunkt stand Justizia, gespielt von Johanna Franziska (3c), die zunächst einen Schülerstreit schlichtete, klar konstatierte, dass es eigentlich keine blöden Ideen gibt, bevor sie mit den Kindern einen Blick in die Antike warf. Die Sache mit der Scheibe und der Kugel wurde durchaus kontrovers besprochen. Aristoteles ließ grüßen.

Ebenfalls auf der Bühne standen Fabio (3a), Jonathan (3a), Felix (3b), Kian (3c), Lorenz (3c), Sugra (4a), Hanna (4c) und Marleen (4c), die in Dialogen untereinander und mit Justizia den in der Demokratie vorgesehenen, aber oftmals langen Weg von einer Idee zur Gesetzgebung thematisierten.

Der spannendste Teil begann im Anschluss. Die Schülerinnen und Schüler traten im Diskussionswettkampf gegeneinander an. In mehreren Ausscheidungsrunden wurde am Ende das Siegerteam ermittelt und mit dem Siegerpokal ausgezeichnet. Diskussionsthemen waren “Soll es in der Schule Schuluniformen geben?”, “Soll Schwarzfahren legalisiert werden?” und “Soll in unserer Schule ein Schülergericht eingeführt werden?”

„Dieses Argument verfängt nicht“ war nur eine der eloquenten Formulierungen, welche die Kinder nutzten, um der gegnerischen Gruppe Kontra zu geben. Und die Argumente hatten es in sich, konnten sich die Gruppen doch zuvor in Nebenräumen zur Fragestellung beraten und ihre Taktik miteinander abstimmen. Dabei ging es immer fair und die Regeln des Diskussionswettkampfs achtend zu. Mit der Uhr wurde auf zeitlich gleiche Redeanteile geachtet. Schiedsrichter war Dr. Gerhard Klumpe. Die Gesamtleitung lag bei Tania Klumpe, die den Zuschauerinnen und Zuschauern und der Jury immer wieder Hinweise zu Hintergründen und zum Procedere gab.

Die Diskussion der Fragestellung „Soll in unserer Schule ein Schülergericht eingeführt werden?“ musste letztendlich im Duell der beiden im Finale stehenden Gruppen den Ausschlag zur Ermittlung des Siegerteams geben. Schulleiter Stephan Vielhaber, selbst begeistert vom Können der Schulkinder, durfte zuvor die Glücksfee spielen, denn die Zuordnung in die Gruppen „Ja“ oder „Nein“ wurde dem Losglück überlassen.

Am Ende besiegte die Gruppe „Nein“ (Marleen, Felix, Niklas) mit 132 zu 130 Jurypunkten die Gruppe „Ja“. Die Jury begründete ihr Urteil dezidiert und wies auf die hohe Kompetenz aller mitwirkenden Kinder hin, die, so formulierte es Jurymitglied Dr. Thomas Thiede, am Ende alle Siegerinnen und Sieger seien, weil sie in der Köllerholzschule etwas etablieren, das der Demokratisierung der Schule diene. Den Siegerpokal überreichte Grundschuldezernentin Sabine Stahl (Bezirksregierung Arnsberg).

Die beschriebene Entscheidungsfindung oblag einer kompetenten Jury. Diese bestand aus Richterin Dr. Julia Jungermann (Ministerium der Justiz NRW), Dr. Thomas Thiede (Lehrbeauftragter an der Ruhr Universität Bochum und Lektor an der Universität Graz), Grundschuldezernentin Sabine Stahl (Bezirksregierung Arnsberg), Schulrat Gerhard Blaschke (Schulamt für die Stadt Bochum) und Hiltrud Wöhrmann (Serviceagentur Ganztägig lernen NRW).

Rektor Stephan Vielhaber bedankte sich ausdrücklich für die Anreise und die Mitwirkung so kurz vor Weihnachten und die damit einhergehende Würdigung der Schülerleistungen unter dem Dach der Ganztagsschule.

Zum Schluss gab es einen weihnachtlichen Abschluss mit Gedichtvortrag von Johanna Franziska, Getränken, Gebäck und guten Gesprächen. Marleen bedankte sich bei der Jury aus Sicht der Schulkinder. Sie überreichte Weihnachtskarten und Honig aus der schuleigenen Imkerei.

Großer Dank gebührt Tania Klumpe und Dr. Gerhard Klumpe, selbst Richterin und Richter, die im Rahmen der Ganztagsschule ehrenamtliches Engagement einbringen und den Kindern Aspekte der Rechtskunde vermitteln, die diese im Schulleben anwenden können.

In Planung für 2018 ist bereits Justizia III. Dann soll die Arbeit aus Justizia I und II nachhaltig in die Praxis umgesetzt werden. Gedacht ist an ein schulinternes Schlichtungsverfahren, in dem kompetente und nach einer Schlichtungsordnung ausgebildete Schülerinnen und Schüler als Mediatorinnen und Mediatoren agieren. Ebenfalls in Planung sind Rechtsdiskussionswettkämpfe mit anderen Grundschulen und Erprobungsstufenklassen weiterführender Schulen.

Das Programm können Sie hier ansehen.

Die Bewertungskriterien für die Jury können Sie hier ansehen.

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