„Von Flüchtlingen, Widerständen und Freunden“

13 Wochen – ein Erfahrungsbericht
von Schulleiter Stephan Vielhaber


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Wie alles begann oder „Von 0 auf 100“


„Sehen Sie sich das doch einmal an!“ bat mich die Schulpflegschaftsvorsitzende der Köllerholzschule während der Sitzung der Schulkonferenz im Lehrerzimmer am Abend des 22. September 2015. Sie zeigte auf das Display ihres Smartphones. Dort hatte sie die aktuelle Pressemitteilung des Referates für Kommunikation der Stadt Bochum aufgerufen mit der Verlautbarung, dass die Sporthalle unserer Schule kurzfristig zur Aufnahme von Flüchtlingen hergerichtet werden solle.

Kurios: Ich war gerade dabei, gemäß Tagesordnung über die anstehende Sanierung der Halle mit entsprechendem Zeitplan zu berichten, gehörte diese doch zu den von der Kommune wegen mangelhafter Deckenkonstruktionen zu Beginn des Schuljahres geschlossenen Einrichtungen. Die Mitglieder der Schulkonferenz, Eltern und Lehrerinnen, zeigten sich irritiert darüber, dass ich als Schulleiter im Vorfeld nicht darüber informiert wurde. Dem konnte ich nicht widersprechen.

Von der Schulverwaltung erfuhr ich am folgenden Morgen per E-Mail von dem Vorhaben. Auf meine telefonische Nachfrage, warum es keine Informationen im Vorfeld gegeben habe, wurde mir mitgeteilt, dass auf „höchster Ebene“ geplant und entschieden wurde und keinerlei Information herausgegeben werden durfte.

Widerstände und Abgründe

Apropos E-Mail am folgenden Morgen: Beim Öffnen der Dienstmailpostfächer liefen die Posteingänge über. Über Nacht war ich zum „Buhmann“ der Schule und des Schulumfeldes geworden. „Shitstorm“ nennt man wohl neudeutsch, was dann hereinbrach. Dieser „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets“, der laut Duden „zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht“ ließ mich teilhaben an allen gedanklichen Horrorszenarien und tief blicken in die Abgründe menschlicher Seelen.

Konkret: Über die sozialen Medien hatte sich die Presseerklärung in Windeseile verbreitet und ich bekam eine ungeheuere Flut ausschließlich negativer E-Mails. Die Inhalte entsprachen in meiner ersten Wahrnehmung den landläufig bekannten Einschätzungen: Verbrecher, Vergewaltiger, Gewalttäter und Diebe.

„Eigentlich habe ich ja nichts gegen Flüchtlinge …“ oder „In Notzeiten müssen wir alle zusammenrücken …“ waren die etwas subtileren Eingangsformulierungen in vielen Schreiben, gefolgt vom obligatorischen „aber“. Dann folgten in der Regel Abhandlungen über die zu erwartenden Schandtaten vor allem der jungen Männer, „wie man ja bereits aus Erfahrung weiß“.

Ängste

Eines wurde ganz deutlich. Unsere Gesellschaft scheint von Ängsten geplagt, besonders vor Überfremdung, fein verpackt in teils mehrseitigen Abhandlungen, dezidiert begründet oder historisch abgesichert.

Zu den Ängsten: Ich maße mir nicht an, wertend darüber zu urteilen, wovor Menschen sich ängstigen. Angst ist in unseren Schulen seit etlichen Jahren ein vielfältiges Thema. Angst vor der Zukunft im allgemeinen, Angst davor, wie es den Kindern einmal gehen werde, Angst vor dem Versagen als Eltern, Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, Angst als Ergebnis zwischenmenschlicher Desaster in den Familien …. Das begegnet uns in der Schule täglich und erfordert größte Gelassenheit in der professionellen Arbeit. Die uns anvertrauten jungen Menschen können nur in einem angstfreien Umfeld gut leben und lernen. Deshalb muss die Schule ein Ort des frohen Mutes sein und bleiben.

Und nun dies. Die Flüchtlinge kommen! Mutige vor!

Mutmacher

Mut machend war, dass nach der ersten Welle der Entrüstung, des „Sich-Luft-Machens“, deutlich differenziertere Zuschriften kamen, in denen die Ängste offen und ehrlich, im Besonderen in Bezug auf die Kinder geschildert wurden. Und Fragen wurden gestellt. Sehr viele Fragen, die ich selbst nur zum Teil beantworten konnte.

Mut machend war, dass sich nach und nach Mut machende Menschen äußerten und dann auch kamen, persönlich, zu kürzeren oder längeren Gesprächen oder mit dem Angebot „Wenn Unterstützung von Nöten ist, helfe ich gerne!“.

Doch eines spürten wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intensiv. Die Ängste waren bei etlichen Kindern angekommen, hatten von ihnen Besitz ergriffen, waren ihnen zuhause eingepflanzt worden. Bezeichnend die Äußerung eines Mädchens einer 2. Klasse im Morgenkreis: „Meine Mutter hat mir gesagt, die Flüchtlinge sind alle Verbrecher“. Gleichzeitig war es beeindruckend zu erleben, mit welcher Empathie die Kinder auf uns zukamen und ganz selbstverständlich Vorschläge zum guten Gelingen oder praktische Hilfsangebote unterbreiteten.

Mich erinnerte das an die Diskussion rund um die Herausforderungen der inklusiven Schule. Alle reden darüber. Die Kinder aber handeln wie selbstverständlich mit großem Einfühlungsvermögen und leben vorbildliche Gemeinschaft. Das Miteinander von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften und einer sich klar positionierenden Schulleitung war die tragfähige Basis für das gute Gelingen des gesamten Prozesses, wie sich noch herausstellen sollte.

10 Tage bis zum Einzug

Die Zeitvorgabe der Stadt Bochum von der Erstinformation am 22. September 2015 bis zur Erstbelegung der Sporthalle am 1. Oktober 2015 war außerordentlich knapp. Es war schon beeindruckend zu erleben, mit welcher Geschwindigkeit eine Heerschar von Handwerksbetrieben und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der städtischen Fachämter in konzertierter Aktion die Sporthalle in eine Flüchtlingsunterkunft umbauten. Da die Sporthalle unmittelbar am Schulhof steht, konnten die Kinder dies täglich hautnah miterleben. Sie waren natürlich sehr daran interessiert, was da in „ihrer Sporthalle“ vor sich geht und konnten sich nicht vorstellen, dass man dort wohnen kann.

Die unmittelbare Anbindung der Halle an die Aufenthaltsorte der Kinder war ein Hauptkritikpunkt der besorgten Eltern. Eine ebenfalls sehr häufig geäußerte Kritik war die Frage, warum die Halle jetzt unmittelbar umgewidmet werde, die Kinder aber auf die eigentliche Sanierung bis Ostern 2016 warten müssten. „Für die Flüchtlinge wird alles gemacht, für unsere Kinder nichts“, war ein häufig zu hörender Satz. Der Schlüssel zur Beruhigung der Situation lag in der möglichst umfassenden Information der Schulöffentlichkeit und des Umfeldes.

Krisenmanagement

Grundsätzlich kann man in der Rückschau von Krisenmanagement sprechen. Hier die Chronologie bis zum Einzug der ersten Flüchtlinge am 1. Oktober 2015:

  • 22.09.2015: „Erstinformation“ der Stadt Bochum (wie oben beschrieben)
  • 23.09.2015: telefonische Rücksprachen des Schulleiters mit den städtischen Fachämtern (Schulverwaltung, Sozialverwaltung)
  • 24.09.2015: Begehung der Sporthalle und des Umfeldes mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Fachämter/ Übergang des Hausrechtes über die Sporthalle von der Schulverwaltung auf die Sozialverwaltung / Beginn der Umbaumaßnahmen / Dienstbesprechungen des Schulleiters mit dem Lehrerkollegium und dem Ganztagsteam / Versendung des Köllerholz-Rundbriefes Nr. 93 mit Erstinformationen, klarer Positionierung des Schulleiters mit dem Hinweis auf das Schulprofil „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und Rückmeldemöglichkeit an die Schulgemeinde, die Schulverwaltung, die Schulaufsicht, den Ganztagsträger und den Bezirksbürgermeister / Ankündigung einer Informationsveranstaltung für alle Interessierten am 30.09.2015 in der Schulaula unter Mitwirkung von Verwaltung und Politik
  • 25.09.2015: Besprechung der Gesamtthematik mit allen 300 Kindern der 12 Klassen in Verantwortung der Klassenlehrerinnen / Besichtigungsmöglichkeit der „Baustelle Sporthalle“ für alle Klassen
  • 29.09.2015: Sichtung der Meinungs- und Fragenrückläufe der Elternschaft in der Lehrerkonferenz / Sortierung von Themenfeldern und Erstellung von Plakaten / Abgleich mit dem Diskussionsstand in der Schülerschaft
  • 30.09.2015: Informationsveranstaltung in der Schulaula / Moderation durch den Schulleiter / Podium: Bezirksbürgermeister, Vertreter des Amtes für Soziales und Wohnen, Vertreter der Polizei, Betriebsleiter des Ganztagsträgers Arbeiterwohlfahrt Ruhr-Mitte, Vertreter der Jugendhilfe im Flüchtlingshilfenetzwerk Bochum-Südwest, Schulpflegschaftsvorsitzende
  • 01.10.2015: Abschluss der Umbaumaßnahmen in der Sporthalle am Nachmittag, Einzug der ersten Gäste in der Unterkunft am Abend in Anwesenheit der Schulleitung, des Bezirksbürgermeisters, der Vertreterin des Flüchtlingshilfenetzwerkes Bochum-Südwest und der Heimleitung (Amt für Soziales und Wohnen)
  • 02.10.2015: Einzug weiterer Gäste in der Unterkunft im Tagesverlauf / letzter Unterrichtstag vor den Herbstferien


Emotionalität und Gelassenheit


Der gesamte bis hierhin nur 10-tägige Prozess war geprägt vom Spannungsgefüge zwischen hoher Emotionalität und notwendiger Gelassenheit. Für mich als Schulleiter war es wichtig, diese Gelassenheit konstant beizubehalten, um den Prozess managen zu können. Oberstes Gebot war, besonders in der Begegnung mit besorgten, zum Teil auch hoch emotionalen Eltern nichts persönlich zu nehmen. Das beinhaltete das echte Ernstnehmen von Ängsten und Sorgen, aber auch die klare Stellungnahme bei grenzwertigen oder grenzüberschreitenden Äußerungen, die mit Grundgesetz und Landesverfassung kaum noch oder nicht mehr zu vereinbaren waren.

Beteiligung der Schulkinder

Für die Schulkinder war es wichtig, im Laufe der Umbaumaßnahmen mit dem Schulleiter oder den Klassenlehrerinnen in die Sporthalle hineingehen und zu dürfen. Sie waren sehr erstaunt darüber, dass in der Halle kleine Wohnungen, im Geräteraum ein Wohnzimmer, im Lehrerumkleideraum ein Büro und im Mädchenumkleideraum eine Küche entstanden. Alle Handwerker vor Ort begegneten den Kindern sehr freundlich und beantworteten alle Fragen.
So entstand bei den Kindern gedankliche Beteiligung, aber auch große Spannung und eine Art Vorfreude auf die neuen Bewohnerinnen und Bewohner. „Wann kommen die Flüchtlinge?“ war die sicherlich am häufigsten gestellte Frage in der 51-jährigen Schulgeschichte. Sorge bereiteten den Kindern die sehr kleinen, mit Baustellengittern abgeteilten und mit Folie ausgekleideten Wohneinheiten. Für die blickdichte Absperrung der Halle gewannen die Kinder Verständnis. Wurden doch auf dem Bolzplatz daneben zusätzliche Toilettencontainer aufgestellt und der Weg dorthin somit „beobachtungsfreier“.

Information und Transparenz

Wirkung zeigte der Köllerholz-Rundbrief Nr. 93 vom 24.09.2015. Es erreichten mich sehr viele positive Rückmeldungen, im Besonderen mit Dank für die schnellen Informationen und das Prozessmanagement, aber auch für die Form der klaren Stellungnahme. Es gab auch erste Überlegungen einer Gruppe innerhalb der Elternschaft, wie eine konkrete Hilfs- und Unterstützungsstruktur für die zu erwartenden Flüchtlinge aufgebaut werden könne. Daraus entwickelte sich in der Folge die „Köllerholzhilfe“.

Informationsabend mit Podiumsdiskussion und Perspektiven

Der Informationsabend am 30. September 2015 in Anwesenheit der örtlichen Presse war eine echte Herausforderung. Die in der Lehrerkonferenz erfolgte Vorbereitung fand sich auf vier Themenplakaten wieder. Die Überschriften lauteten: Wer kommt? Warum dieser Standort? Sicherheit unserer Schulkinder? Wie kann man helfen? Die Detailfragen der Eltern waren entsprechend zugeordnet. Somit war gewährleistet, dass alle gestellten Fragen und formulierten Sorgen berücksichtigt wurden.

Die mit den Beteiligten auf dem Podium vorher abgesprochene Vorgehensweise, die Themenfelder der Reihe nach zu bearbeiten, war jedoch bereits zu Beginn der Veranstaltung Makulatur. In Begleitung eines Polizisten erschien der sichtlich erregte Bezirksbürgermeister mit etwas Verspätung, war er doch bereits vor dem Schulgrundstück in eine Gruppe äußerst emotionaler Grundstücksnachbarn geraten. Diese brachten die Emotionalität mit in die Veranstaltung.

So musste zunächst einmal „der Deckel vom Dampf“. Als Moderator hatte ich die Aufgabe, diesen etwa zweieinhalbstündigen Diskurs in geordneten Bahnen zu halten. Die dauerhafte Sachlichkeit der Podiumsgäste war beeindruckend und zielführend. Das Bemühen, alle Fragen möglichst zu beantworten war ersichtlich, sicherlich aber auch nicht in Gänze möglich.

Zugesagt wurde, dass ein Sicherheitsdienst dauerhaft vor Ort sei und die Flüchtlinge die Schule nicht betreten. Der Abbau der Ängste der Eltern stand im Mittelpunkt. Eigentlich werden die Sicherheitsdienste in den Einrichtungen zum Schutz vor Übergriffen auf die Flüchtlinge eingesetzt.

Ich persönlich hätte mir mehr Beteiligung aus dem Publikum zu Punkt 4 („Wie kann man helfen?“) gewünscht. Der Betriebsleiter des Ganztagsträgers (AWO) sagte in der Versammlung zu, ab sofort eine Vollzeitkraft (FSJ) für die Unterstützung der Flüchtlingsarbeit an der Schule einzusetzen. Eine weitere Kraft (BUFDI) solle zum 01.12.2015 folgen. Für die Zeit nach den Herbstferien 2015 wurde durch die Schulverwaltung die Mitnutzung der Sporthalle einer Nachbarschule mit Bustransfer in Aussicht gestellt. Dies wurde in der Folge realisiert.

Schulabmeldungen

Ein besonderes Negativum stellte die Tatsache dar, dass es sich eine Elterngruppe zur Aufgabe gemacht hatte, andere Eltern aufgrund der Flüchtlingssituation mithilfe persönlicher
Ansprache oder der sozialen Medien von einer Anmeldung ihrer Kinder als Schulanfängerin oder Schulanfänger für das kommende Schuljahr 2016/17 abzuhalten resp. davon zu überzeugen, bereits angemeldete Kinder wieder abzumelden.

Dies wurde mir mehrfach durch betroffene Eltern mitgeteilt und war ein Diskussionspunkt bei vielen Anmeldegesprächen. Das führte tatsächlich dazu, dass die seit über 10 Jahren absolut stabilen Anmeldezahlen deutlich zurückgingen und somit der Schritt von der Dreizügigkeit in die Zweizügigkeit unvermeidbar ist. Wer sich auskennt weiß, dass die Personalausstattung sowohl bei den Lehrkräften als auch bei den pädagogischen Fachkräften von der Anzahl der Schülerinnen und Schüler abhängig ist.

Abmeldungen gingen mir zum Teil umfangreich begründet, zum anderen mit dem lapidaren Hinweis „aus gegebenem Anlass“ zu, allerdings kein einziges Mal auf persönlichem Weg. Die Abmeldungen bezogen sich ausnahmslos auf die Einrichtung der Flüchtlingsunterkunft an unserer Schule.

Umso erstaunlicher, als dass die zeitliche Perspektive des Bestandes der Unterkunft von der Stadt Bochum mit Frühjahr 2016 bezeichnet wurde. Dann soll die ursprünglich geplante Sanierung für den Hallensport aufgrund der defekten Hallendecke erfolgen. Es wurden jedoch die abstrusesten Gerüchte verbreitet mit jahrelanger Belegungsdauer der Sporthalle, jahrelang nicht mehr stattfindendem Hallensport, zusätzlicher Schließung der schuleigenen Schwimmhalle zur Nutzung der Duschanlagen durch die Flüchtlinge und ähnliches.

Vor dem Erstbezug

Kaum einmal zuvor habe ich so viele Eltern auf dem Schulhof gesehen, wie am 01. und 02.10.2015, den beiden Tagen vor den Herbstferien, an denen der Erstbezug der Unterkunft erfolgen sollte. Diese werden zumeist mit gemischten Gefühlen zugegen gewesen sein. Positiv erwartungsvoll waren hingegen die Kinder und sehr gespannt. Doch im laufenden Schulbetrieb am 01.10.2015 tat sich nichts.

Erstbezug

Das änderte sich in den frühen Abendstunden, eher unbeobachtet von der Öffentlichkeit. Anwesend waren, neben den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Bochum, u.a. auch der Bezirksbürgermeister, die Koordinatorin des Flüchtlingshilfenetzwerkes Bochum-Südwest, die Konrektorin und ich selbst als Schulleiter.

Es waren bewegende Momente, geprägt von Freundlichkeit, Respekt und spürbarer Erleichterung. Erleichterung für uns auch deshalb, weil es nach dem Warten nun endlich losging. Es traf zunächst eine vierköpfige afghanische Familie ein, gefolgt von einer Gruppe junger syrischer Männer. Der erste Wunsch war „Strom“, Strom zum Aufladen der Mobiltelefone, dem einzigen „Draht“ zu den Familien in den Herkunftsländern. Dann wurde der Hunger gestillt, Ruhe kehrte ein.

Die weitere Belegung erfolgte dann am 02.10.2015, dem letzten Unterrichtstag vor den Herbstferien. Da war etwas los! Die Kinder waren alle aufgeregt nach der langen Wartezeit. Die Gäste wurden von ihnen freundlich begrüßt.
Am Nachmittag erreichten mich Elternbeschwerden. Die Flüchtlinge hätten die Schulkinder aufgefordert, in die Halle zu kommen. Das sollte doch strikt getrennt sein! Hier konnte ich aufklären. Die anwesenden Sozialarbeiter, selbst mit syrischem Migrationshintergrund, bereits viele Jahre in Bochum arbeitend, auch arabisch sprechend, hatten die natürliche Neugier der Kinder gut aufgenommen und ihnen, pädagogisch geschickt agierend, ermöglicht, einmal in die Halle hineinzuschauen.

Die Begegnungen waren sehr angemessen, unsere Kinder sehr gastfreundlich und um Kontakt bemüht. Kinder können das einfach besonders gut. Ich selbst bin auch an diesem Tag nachmittags und bis zum Abend vor Ort gewesen, um mir ein Bild vom Geschehen zu machen. Der Tag ging komplikationslos zu Ende.

Die Herbstferien vom 05. bis zum 17.10.2015 waren für die positive Fortschreibung des Prozesses von hohem Wert. Zunächst hatte sich die Arbeiterwohlfahrt Ruhr-Mitte als Ganztagsträger einverstanden gezeigt, dass die Flüchtlingskinder im Grundschulalter am Ferienprogramm teilnehmen konnten. Die Kinder wurden umgehend integriert, kamen mit Freude und lernten, ganz nebenbei, die ersten deutschen Wörter, Sätze und Redewendungen.

Köllerholzhilfe

Parallel dazu hatte sich in der Elternschaft die „Köllerholzhilfe“ konstituiert. Diese Gruppe leistete in beeindruckender Weise materielle Erstversorgung und Unterstützung. Federführend tätig und sehr verlässlich war hier eine Mutter aus der Elternschaft, die in enger Absprache mit der Schulleitung tätig war. Die Vernetzung über die sozialen Medien (geschlossene Gruppe mit der Möglichkeit des Neueinstiegs) funktionierte reibungslos.

Besonders wichtig war die Kooperation und enge Absprache mit dem Flüchtlingshilfenetzwerk Bochum-Südwest, welches bereits über umfangreiche Erfahrungen in der Arbeit mit den Flüchtlingen der Erstaufnahmeeinrichtung im benachbarten Stadtteil Bochum-Dahlhausen verfügt.

In der Köllerholzschule wurde ein Material- und Ausstattungslager eingerichtet, in dem alles Notwendige konstant vorhanden war. Dies reichte von der Grundausstattung (z.B. neue Matratzen, neue Bettwäsche) über Kleidung und Hygieneartikel bis hin zu Spielzeug und Schulbedarf (Tornister, Hefte, Schreibwerkzeuge).

Für „Bewegung“ unter den Gästen sorgten Fahrräder, Dreiräder und Minifahrzeuge. Die gesamte Elternschaft wurde regelmäßig über die Bedarfe informiert (Köllerholz-Rundbrief, E-Mailverteiler), um möglichst nur Artikel vorzuhalten, die auch wirklich benötigt wurden.

Beteiligt war hier als „Kopf“ des Netzwerks der Bezirksbürgermeister, der immer ansprechbar war und wichtige moralische und motivierende Unterstützung gab. Ebenfalls die ehemalige Schulpflegschaftsvorsitzende unserer Schule, die im Sinne einer Koordinatorin, mit ungeheuerem Elan und nimmermüdem Einsatz dafür sorgte, dass die Bewohner unserer Flüchtlingsunterkunft ihre ersten „Gehversuche“ bestanden. Ohne all diese ausschließlich ehrenamtlich tätigen und hoch engagierten Menschen wäre es auch nicht gegangen.

Zu erwähnen sind auch ganz besonders die für die Stadt Bochum tätigen Mitarbeiterinnen in der Einrichtung, die sich nicht nur um das leibliche Wohl, zum Beispiel im Küchenbereich kümmerten, sondern weit über das eigentliche Maß hinaus zusätzliche Kraft und Zeit investierten, damit es den Menschen möglichst gut geht.

Deutsch KHS International

So hieß die Gruppe, die in den Herbstferien aktiv wurde und bestätigte, dass Willkommenskultur an unserer Schule eine besondere Rolle spielen kann. Die drei Buchstaben KHS stehen für Köllerholzschule. Internationalität ist aktueller gesellschaftlicher Anspruch, die deutsche Sprache für unsere „Neuankömmlinge“ besonders wichtig.

Sprachbegleitender Deutschunterricht


Ein Team aus Schulleitung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Eltern und weiteren Ehrenamtlichen aus dem Flüchtlingshilfenetzwerk Bochum-Südwest war in der 2. Herbstferienwoche täglich vor Ort, um den Gästen die deutsche Sprache näher zu bringen. Die Resonanz war überwältigend, die Motivation außerordentlich hoch.

Los ging es am Montagnachmittag um 15 Uhr in der Schulaula. Fast alle Gäste aus der Unterkunft, Erwachsene und Kinder kamen. So fanden sich 42 „neue Schülerinnen und Schüler“ ein, um mit uns Deutsch zu lernen. Als Hausherr übernahm ich die Begrüßung und merkte im nächsten Augenblick, dass das ja schon der Beginn des Deutschunterrichtes war.

Motivation

Es war hoch motivierend für uns alle zu erleben, mit welcher Freude die Menschen aus Syrien, Afghanistan, Algerien, dem Irak und dem Iran bei der Sache waren. Und das Schöne: Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am nächsten Tag wieder.

Vom Spenden zum Teilen

Im Laufe der Woche kamen auch weitere Unterstützerinnen und Unterstützer hinzu. Es hatte sich herumgesprochen, dass diese Sache wirksam war und Spaß machte. Hinzu kam das gute Gefühl, nun konkret helfen zu können, vom Spenden zum Teilen zu gelangen. Das wichtigste war, Zeit zu geben und Zeit zu teilen, miteinander und voneinander zu lernen, sich kennen zu lernen und angenehme Begegnung zu genießen.

Für unsere Gäste war es nun ein lieb gewonnenes Ritual, herauszukommen aus der Enge der Unterkunft und ein wenig nach vorne schauen zu können. Ich bin überzeugt davon, dass diese Woche dazu beigetragen hat, dass die Gäste auch in der Unterkunft insgesamt gut und verträglich miteinander lebten.

Didaktik

Interessant war die Erkenntnis, dass die uns vertraute Grundschuldidaktik anwendbar war. Wir trafen auf ganz unterschiedliche Lernerinnen und Lerner. Es gab den Lehrer aus Damaskus, gleichsam ein Kollege, mit dem wir uns am Ende der Woche verständlich auf Deutsch unterhalten konnten oder die Menschen, die unsere lateinische Schrift völlig neu erlernen mussten. So wechselten sich frontale Lernphasen und Gruppensettings ab, je nach Bedarf und Können. „Individuelle Förderung“ nennt man das wohl.

Anwendung im Alltag

Die Kinder konnten ihr neu erworbenes Wissen täglich im Herbstferienprogramm ausprobieren. Die Erwachsenen lernten in der Unterkunft weiter, was ich bei Besuchen dort bemerkte. Man wurde immer freundlich begrüßt und sogleich mit Begeisterung in die Lernsituation hineingekommen.

Respekt und Heiterkeit

Die Unterrichtsstunden waren konzentriert, dabei immer entspannt, von Respekt geprägt, voller Heiterkeit und familiärer Prägung. So wechselte die Begrüßungsformel im Laufe der Woche von „Guten Tag, liebe Gäste“ zu „Guten Tag, liebe Freunde“.

Vertrauen und Traumata

Durch die intensiven Begegnungen fassten wir Vertrauen zueinander. So erfuhren wir nach und nach von den furchtbaren Erlebnissen und Schicksalen unserer Gäste. Sie vergingen zum Teil in der verzweifelten Sorge um ihre daheim gebliebenen oder sich noch auf der Flucht befindlichen Angehörigen. Die Ankunft von eintreffenden Familienangehörigen war hoch emotional und herzzerreißend. Einige Kinder und Jugendliche waren als „Alleinreisende“ bei
uns. Diese benötigten ganz besondere Aufmerksamkeit, damit das Gefühl der Einsamkeit oder des Verlorenseins nicht zu stark wurde. Vor diesen jungen Menschen kann ich mich nur verbeugen, beeindruckt von ihrer Kraft, trotz aller Widrigkeiten optimistisch nach vorne zu sehen!

Intensivierung des sprachbegleitenden Unterrichts

Der Unterricht wurde nach den Ferien in Absprache mit der Schul- und Sozialverwaltung ehrenamtlich unter dem Dach des „Flüchtlingshilfenetzwerk Bochum Südwest“ in der Köllerholzschule und in der Katholischen Kirchengemeinde St. Engelbert weitergeführt. Es kamen so viele Ehrenamtliche hinzu, dass der Unterricht zum Teil in Eins-zu-eins-Situationen oder in Kleinstgruppen stattfinden konnte, was außerordentlich effektiv war.

Lebenspraxis, Koordinierung und Vernetzung

Der Unterricht wurde nachmittags und abends angeboten. Immer am Mittwochmorgen fanden damit verbundene lebenspraktische Exkursionen in die Umgebung statt. Die Gesamtkoordination lag in den Händen eines ehemaligen Köllerholzschülers, jetzt Student, der große Freude daran hatte, insbesondere seine ehemalige Schule in dem Prozess zu unterstützen. Gleichzeitig leistete er damit wertvolle Vernetzungsarbeit im Stadtbezirk Bochum-Südwest.

Für die einzelnen Tageskurse gab es im Rahmen eines Koordinierungsteams jeweils eine verantwortliche Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner. Dieses Team sprach vor allem den inhaltlich-thematischen Fortlauf ab, damit im Unterricht möglichst nahtlos angeknüpft werden konnte und besprach auch die notwendige Differenzierung für die unterschiedlichen Leistungs- und Fortschrittsniveaus der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement


Als Schulleiter war es ein wunderbares Erlebnis, mit den ehemaligen „Kleinen“ nun auf Augenhöhe „ein Projekt zu stemmen“, denn die Beteiligung gerade junger Erwachsener war sehr wertvoll. Wertvoll waren auch die vielen guten Planungs- und Reflexionsgespräche miteinander, die politischen Diskussionen und das damit verbundene Gefühl, dass ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement viel Freude machen kann und Lebenserfahrung gibt.

Entscheidungsfrage

Am letzten Deutschunterrichtstag in den Herbstferien, freitags um 18 Uhr, keiner wollte gehen, stellte mir eine syrische Mutter, die mit einer siebenjährigen Tochter und einem 15-jährigen Sohn da war, eine für den Fortgang zentrale Frage: „Dürfen unsere Kinder am Montag in die Schule kommen?“ Ich wollte diese Frage nicht offiziell beantworten, wohl wissend, wie diese Antwort nach offizieller Lesart ausfallen musste. Stattdessen lud ich Sie für den Montagmorgen, den ersten Unterrichtstag nach den Herbstferien, zu einem Gespräch in mein Büro ein.

Und siehe da, an besagtem Montagmorgen (19.10.2015) kam nicht nur diese Mutter mit ihren Kindern zu mir. Alle schulpflichtigen Kinder kamen, zusammen mit ihren Müttern oder Vätern. Bei deren Eintreffen telefonierte ich gerade mit der örtlichen Schulaufsicht, deren Auskunft ich genau so erwartet hatte: „Die Kinder dürfen erst in die Schule, wenn sie durch das Gesundheitsamt untersucht worden sind. Der Terminvorlauf dauert teilweise Wochen“. Nach Beendigung des Telefonats besprach ich mich kurz mit meiner Stellvertreterin. Die syrische Mutter stellte die Frage vom Freitag noch einmal. Ab sofort nahmen die Kinder am Unterricht teil.

Quereinsteiger

Wie das funktionierte? Zunächst einmal als Herzensangelegenheit. Denn es gab Kolleginnen, die ohne großes Aufheben sofort bereit waren, die Gastkinder in ihren Klassen aufzunehmen.

Infoservice

Am 19.10.2015 erhielt die Schulgemeinde den Köllerholz-Rundbrief Nr. 94, in dem ich ausführlich den bisherigen Gesamtablauf und Perspektiven schilderte. Angehängt war auch noch einmal das Protokoll des Informationsabends vom 30.09.2015, das bereits zeitnah allen per E-Mail direkt nach Anfertigung noch vor den Herbstferien zugegangen war.

Haltung des Schulministeriums

Am 20.10.2015 nahm ich als Mitarbeiter der Serviceagentur Ganztägig lernen NRW an der Dienstbesprechung „Offene Ganztagsschule“ des Schulministeriums mit den Dezernenten der Bezirksregierungen und den Vertretern der Landschaftsverbände unter Leitung von Herrn Dr. Reichel teil. Der Tagesordnungspunkt „Aktuelle Informationen zum Thema Flüchtlingskinder in der OGS“ nahm breiten Raum ein.
Ich hatte Gelegenheit, dem Gremium den Verlauf an der Köllerholzschule zu schildern.

Wichtige Erkenntnisse aus der Sitzung: Für Kinder aus Flüchtlingsfamilien beginnt die Schulpflicht nach Zuweisung in eine Kommune. Neben der Einschulungsuntersuchung gibt es laut Schulgesetz keine gesonderte Untersuchung bei Aufnahme in eine Schule. Die OGS bietet als Baustein gelingender Integration zahlreiche Chancen, zum Beispiel im Bereich der Alltagssprachbildung. Die derzeit drängenden Themen (Zuwanderung, Inklusion) sind thematisch eng miteinander vernetzt und stellen Lehr- und Fachkräfte im Umgang mit zunehmender Vielfalt vor ähnliche Herausforderungen. Flexible Lösungen vor Ort sind explizit erwünscht.

Bei der Unterbringung der Flüchtlinge in der Sporthalle Köllerholz handelte es sich nicht um eine Erstaufnahme, sondern um Zuweisungen zur Stadt Bochum. Unser Verfahren, flexibel zu reagieren und die Kinder im Rahmen eines Gaststatus aufzunehmen, fand in der Dienstbesprechung Bestätigung. Die Anwesenden wünschten dem Fortlauf explizit gutes Gelingen.

Haltung der Bezirksregierung

Die telefonische Kontaktaufnahme mit dem Kompetenzzentrum für Integration der Bezirksregierung Arnsberg bestätigte unsere Rechtsauffassung noch einmal. Diese wurde mit der örtlichen Schulaufsicht einvernehmlich kommuniziert. In der Nachfolge wurde diese auch im Bildungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen veröffentlicht. Hier erhielt der von mir als Schulleiter wahrgenommene Bildungsauftrag in seiner praktischen Ausführung noch einmal entsprechenden Rückhalt.

Schulpflegschaftssitzung

Am 21.10.2015 fand eine dem Anlass entsprechende zusätzliche Sitzung der Schulpflegschaft statt. Der Haupttagesordnungspunkt war „Unterbringung von Flüchtlingen in der Köllerholzschule“.

In Absprache mit der Schulpflegschaftsvorsitzenden waren auch der Bezirksbürgermeister, die Koordinatorin des Flüchtlingshilfenetzwerkes Bochum-Südwest, der Koordinator der ehrenamtlichen Sprachkurse, die Koordinatorin der „Flüchtlingshilfe“, die Geschäftsstellenleiterin der Landeselternschaft der Grundschulen in NRW und weitere Sachkundige eingeladen. Diese hatten nach einer ausführlichen Schilderung der Chronologie meinerseits die Gelegenheit, aus ihrer Sicht zu berichten.
Die zeitlich sehr umfangreiche Sitzung bot allen Anwesenden, im Besonderen den Elternvertreterinnen und Elternvertretern der 12 Klassen, Gelegenheit zu Nachfragen, Stellungnahmen und zur Diskussion. Die Stimmung war durchweg positiv und wohlwollend.

Über die Aufnahme der Gastschulkinder informierte ich die Eltern, ebenfalls über die Haltung des Schulministeriums dazu. Für unsere Schulkinder brachte der Bezirksbürgermeister Präsente mit, waren diese doch im Gesamtprozess verlässliche Garanten gelingender Integration. Zuvor bezeichnete er das Vorgehen an der Köllerholzschule noch einmal als beispielhaft.
Die Mitglieder der Schulpflegschaft fassten abschließend den Beschluss, das geplante St. Martinsfest am 09.11.2015 als gemeinsames Fest für die Schulgemeinde und die Gäste auszurichten.

Martinsfest

Das Fest zu St. Martin am 09.11.2015 wurde von den drei 4. Klassen ausgerichtet. Dazu wurden die Schulgemeinde und ganz besonders unsere Gäste aus der Unterkunft eingeladen. Es gab Getränke und Kuchen. Die Kinder der 4. Klassen übernahmen die freundliche Begrüßung. Es wurden Martinslieder gesungen. Die Menschen konnten sich begegnen. Das Leuchten der Laternen zauberte kleine Lichtblicke auf die Gesichter. Ein schönes Zeichen des Miteinanders!

Paris on t`aime

Das Attentat von Paris am Abend des 13. November 2015 sorgte auch in der Schulgemeinde und ganz besonders unter den Flüchtlingen für Entsetzen. Es wurde in allen 12 Klassen thematisiert. Deshalb entschlossen wir uns, am weltweiten Gedenken am 16. November 2015 um 12 Uhr teilzunehmen.
Vorbereitet wurde die Gedenkfeier von einer Gruppe Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen. Sie entwickelten mit Unterstützung einen Ansprachetext auf Deutsch und übersetzten ihn auf Englisch. Dann trafen sie sich mit einem jungen Mann aus der Flüchtlingsunterkunft, der den Text auf Arabisch übersetzte. Anschließend wurden die Texte in den drei Sprachen in der Schule und im Flüchtlingsheim ausgehängt und Einladungen zur Veranstaltung ausgesprochen.

Die kurze Gedenkfeier war einrucksvoll. Alle Schülerinnen und Schüler, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Gäste aus der Unterkunft versammelten sich in einem großen Kreis auf dem Schulhof und fassten sich bei den Händen. Die Kinder der Vorbereitungsgruppe trugen ihre Ansprache auf Deutsch und Englisch vor, der junge Mann aus Syrien auf Arabisch. Eine Schweigeminute schloss sich an.

Elternsorgen

Nach den Herbstferien erreichten mich Eingaben besorgter Eltern einer 4. Klasse, dass die Anwesenheit der Flüchtlingskinder Arbeitskapazitäten der Klassenlehrerin von ihren eigentlichen Aufgaben abziehe, die dann bei den eigenen Kindern zur Erreichung des Klassenziels am Ende der 4. Klasse fehlen würden. Die Klassenlehrerin dieser Klasse, übrigens selbst Flüchtling als Kind, konnte dies so nicht bestätigen, im Gegenteil. Einige Eltern fürchteten gar um das seelische Wohl ihrer Töchter, seien doch die Gastkinder männlichen Geschlechts älter als diese.

Erfolgreiche Phase

Die nun folgende Phase bis zu den Weihnachtsferien (23.12.2015) gestaltete sich sehr erfolgreich. Entscheidend dafür waren die Gründung einer „Gastkinderklasse“ und einer „Mini-KITA“.

Die Zusage der Arbeiterwohlfahrt Ruhr-Mitte (Ganztagsträger) konnte mit der Einstellung einer Vollzeitkraft im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) im ersten Schritt eingelöst werden. Eine junge Kollegin (zwischen Abitur und Aufnahme eines Studiums) war nun mit einem Umfang von wöchentlich 39 Arbeitsstunden „on top“ vor Ort, das heißt, die Finanzierung erfolgte zusätzlich als freiwillige Leistung, ohne das Ganztagsbudget der Schule zu belasten. Mit dem OGS-Betriebsleiter der AWO wurde der Einsatz im Vorfeld konzeptionell abgesprochen, die Koordination lag in meiner Verantwortung als Schulleiter.

Integrationsbeauftragte

Arbeitsplatzbeschreibung der Fachkraft (im Sinne einer Integrationsbeauftragten):

  • enge Absprachen mit dem Schulleiter (täglich mehrfach)
  • Übernahme einer Koordinationsfunktion, auch als Ansprechpartnerin für die Schule und für die Flüchtlingseinrichtung inkl. Schnittstellenerstellung zu den städtischen Funktionsträgern in der Einrichtung
  • Erstellung von Wochenstundenplänen für die Gastschulkinder
  • Planung und Durchführung von Unterrichtseinheiten zur Alltagssprache Deutsch
  • Planung und Durchführung von Unterrichtseinheiten in den Fächern Mathematik und Musik mit dem Schwerpunkt Spracherwerb
  • Sport und Spiel
  • Begleitung beim Sportunterricht
  • Begleitung beim Schwimmunterricht
  • Planung und Durchführung von Unterrichts- und Erkundungsgängen in das Schulumfeld, zu städtischen Sehenswürdigkeiten und historischen Gebäuden, etc.
  • Ansprechpartnerin für „Sorgen und Nöte“ im Rahmen der Unterbringungssituation
  • Gestaltung des „Ganztages“ der Gastschulkinder
  • Gründung und Durchführung des „internationalen Schachclubs“ in Regie der Gastschulkinder als offenes Angebot für Schulkinder, Gastschulkinder und Gäste
  • Hilfen zur Freizeitgestaltung

Gastkinderklasse

Sehr erfreulich war, dass die Integrationsbeauftragte mit großer Begeisterung und Empathie an die umfangreiche Aufgabe heranging. Dieser Neustart in einer vergleichsweise großen Grundschule (300 Kinder, 20 Lehrkräfte, 20 pädagogische Fachkräfte, 10 dauerhaft tätige Ehrenamtliche, 10 Musikschulehrkräfte sowie die Elternschaft) in Verbindung mit der neuen Aufgabe (über 50 Kinder und Erwachsene im Flüchtlingsheim) bedeutete eine persönliche Herausforderung, die es mit Schwung und in Verbindung mit den Teams zu meistern galt. Da dies gleichzeitig „Chefsache“ war, ließ sich die Arbeit gut in der Schule verankern. Die ersten Unterrichtseinheiten führten wir zu Beginn und im Sinne einer Übergabe gemeinsam durch.

Teilhabe

Wichtig war die richtige Mischung von Arbeiten in der Gruppe und der Teilhabe am „laufenden Betrieb“. Eine Isolierung der Gastkinder sollte auf keinen Fall erfolgen. Eigentlich war das auch gar nicht möglich, denn die Gastkinder waren an einem Miteinander hochgradig interessiert. Sie hatten darüber hinaus ein großes Gespür dafür, wer es gut mit ihnen meinte und auf wen sie sich im Besonderen verlassen, auch berufen konnten.

Jalla jalla

Dass die Kommunikation, vor allem zu Beginn, „mit Händen und Füßen“ stattfand, lag in der Natur der Sache, war bisweilen außerordentlich amüsant für alle und für Schulkinder und Gastkinder völlig unproblematisch. Es wurde sehr viel gelacht, es ging witzig zu, neues Temperament kam in die Schule. Nach und nach schwirrten auch immer mehr arabische Wörter durch die Flure. „Jalla jalla!“ So konnten die Gastkinder etwas aus ihrer Sprachkultur an die Köllerholzkinder weitergeben.

Altersstruktur

Die Altersstruktur der Gastschulkinder war heterogen. So waren die insgesamt zehn Kinder zwischen 6 und 15 Jahre alt. Sehr unproblematisch war die Teilnahme der jüngeren Kinder am Unterricht einer 1. Klasse. Die älteren Kinder, eigentlich der Sekundarstufe I zugehörend, beschulten wir auch. Die „Bochumer Regelung“ (Beschulung erst nach Bezug einer Wohnung und Aufnahme erst nach erfolgter Untersuchung durch das Gesundheitsamt) hätte ansonsten dazu geführt, dass diese Kinder und Jugendlichen (zwischen 11 und 15 Jahre alt) weder Sprachunterricht noch Schulunterricht erhalten hätten. Das wäre für uns, vor allem nach dem gelungenen Start in den Herbstferien, nicht vorstellbar gewesen.

Für die älteren Gastschulkinder gab es zum Teil Unterricht in Extraräumen, wenn der Sprachunterricht sehr konzentrierte Situationen erforderte. Wenn die Teilnahme am Fachunterricht der 4. Klassen möglich war, z.B. in Englisch oder Mathematik, gelang das integrativ. Oder die „Kleinklasse“ arbeitete parallel im Klassenraum an differenzierten Aufgaben. So war Begegnung immer möglich und der ganze Schultag auch Sprachtraining. Hier waren die Viertklässlerinnen und Viertklässler eifrig unterstützend bei der Sache.

Ein starkes Stück!

Am Rande bemerkt: Unsere behinderten Kinder kamen zum Zuge, als die Integrationsbeauftragte erkrankte. Wer sollte übernehmen? Hier unterstützte eine erfahrene Schulbegleiterin, ebenfalls beim Ganztagsträger AWO angestellt, mit großem Elan. Dass eine geistig behinderte Viertklässlerin den Gastschulkindern deutsche Wörter und Sätze beibrachte, war schon ein starkes Stück!

Schwimmunterricht

Besonders groß war die Freude, wenn die Gastschulkinder am Schwimmunterricht teilnehmen durften. Auch die Fahrten mit dem Schulbus in das städtische Schwimmbad mit dem großem Becken war spannend. Darüber hinaus erhielten sie einmal in der Woche Schwimmunterricht im schuleigenen Lehrschwimmbecken. Dafür stellte ein Schwimmmeister ganz selbstverständlich ehrenamtlich seine Kompetenz und Zeit zur Verfügung.

Mini-KITA

Übersehen durften wir die Vorschulkinder nicht. Sie spielten entweder munter auf dem Schulhof oder hielten ihre Mütter im Flüchtlingsheim „auf Trab“. Hier und da wagten sie sich auch schon in unser großes Gebäude. Mit unseren Schulkindern spielten sie in jeder Pause. Diese kümmerten sich gerne um die „Kleinen“.

Bei meinen Besuchen und Gesprächen in der Unterkunft wurde mir klar, dass die Situation dort sowohl für die kleinen Kinder als auch für deren Mütter zum Teil unerträglich war. Die Frauen trauten sich nur selten vor die Tür.

Mini-KITA als BNE-Projekt

So entstand die Idee, eine „Mini-KITA“ anzubieten. Glücklicherweise begann eine angehende Erzieherin eines Essener Berufskollegs ihr vierwöchiges Praktikum (Mitte November bis Mitte Dezember 2015) bei uns. Sie ließ sich sofort für die Idee begeistern, unterstützt durch die Integrationsbeauftragte. Vor dem Hintergrund unseres Schulprofils „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) mit seinem Dreiklang „Ökologie – Ökonomie – Soziales“ wurde diese Idee dann als Unterrichtsprojekt einer 4. Klasse im Sachunterricht entwickelt und durchgeführt. Hier arbeitete die Klassenlehrerin engagiert mit.

Mit den Müttern der Flüchtlingskinder wurde die Idee besprochen. Täglich holte nun eine Gruppe Viertklässlerinnen und Viertklässler mit der angehenden Erzieherin die „KITA.Kinder“ punkt 9 Uhr in der Halle ab. Diese warteten dort bereits, zu zweit aufgestellt und mit Frühstückstasche bestückt. Wie das eben so ist in deutschen Kindergärten! Die oben bereits genannten Mitarbeiterinnen der Stadt Bochum unterstützten den täglichen „Abmarsch“ gerne und entwickelten so diese kleine Tagesstruktur mit.

Villa Kunterbunt

Von 9 bis 11 Uhr, täglich zwei Vormittagsstunden, durften die Vorschulkinder nun in der „Villa Kunterbunt“, dem Spielraum unserer Schule, nach Herzenslust spielen. Sie nutzten fleißig die Kochecke, die Kuschelecke, den Baubereich oder die Verkleidungsecke. Das Aufräumen gehörte natürlich auch dazu, angeleitet durch unsere Schulkinder. Ausflüge in das nahe Wäldchen mit Picknick oder auf den Spielplatz waren auch sehr beliebt. Die deutsche Alltagssprache erlernten sie nebenbei.

Vertrauen

Nach einiger Zeit trauten sich dann auch die ersten Mütter in die „KITA“. Das war sehr berührend und wurde zur Regelmäßigkeit. Sie nutzten Zeit und Raum auch zum Deutschlernen, indem sie ihre Materialien aus den Deutschkursen mitbrachten.

Professionelle Verstärkung

Seit Ende November 2015 unterstützte eine frisch im Ruhestand befindliche Erzieherin das Projekt. An zwei Tagen in der Woche war sie dabei und brachte ihre ganze berufliche Lebenserfahrung ein. Hier war eine wunderbare multiprofessionelle, generationenübergreifende und Kulturen verbindende Allianz entstanden.

Herzenssachen

Die Schülerinnen und Schüler liebten ihr KITA-Projekt. Sie verfassten lange schriftliche Berichte mit überraschenden Erkenntnissen für die Leserinnen oder die Leser. Sie waren immer mit Feuereifer bei der Sache, stets gut gelaunt und ansprechbar. Herzenssachen!

Mitarbeit im Schulgarten

Gerne arbeiteten unsere Gäste auch im Schulgarten mit. Es machte ihnen sichtlich Freude, unsere Lehrkräfte, Schulhandwerker und Kinder bei den Herbstaktivitäten auf unserer 3500 Quadratmeter großen Gartenfläche zu unterstützen. So wurde zum Beispiel das Laub gerecht und abgefahren und wurden die Wege und Plätze mit Holzhäcksel neu belegt.
Das Handwerkerteam unserer Schule errichtete vor dem Eingang zur Unterkunft ein Zelt und bestückte es mit Tisch und Bänken. So konnten sich die Gäste bei Bedarf auch im Freien zusammensetzen.

Staatliche Sprachkurse

Für viele Bewohnerinnen und Bewohner des „Heims“, so nannten diese selbst ihre Unterkunft, begannen ab Anfang Dezember 2015 die staatlichen Sprachkurse, die unseren sprachbegleitenden Unterricht ablösten. Der Zugang dazu war jedoch abhängig vom Status der einzelnen Personen.
Von Bedeutung war die Zuordnung zu Leistungsniveaus. Diese gelang auf der Basis des bisherigen Unterrichts gut. So gab es z.B. universitäre Zuordnungen oder solche zur Erstalphabetisierung. Hier leistete das Flüchtlingshilfenetzwerk Bochum-Südwest hervorragende, aber auch sehr notwendige Übergangsarbeit.

Viele der bis dahin ehrenamtlich Tätigen bedauerten das Ende sehr, da ihnen die Arbeit große Freude gemacht hatte und darüber hinaus eine freundschaftlich agierende Gruppe entstanden war. Auch waren ihnen die Menschen aus der Einrichtung sehr ans Herz gewachsen. Das war umgekehrt genauso, gab die Regelmäßigkeit unseren Gästen doch zeitlich und persönlich einen Lebensrhythmus.

Die staatlichen Kurse fanden in der Regel schon ab dem Vormittag in verschiedenen Einrichtungen innerhalb von Bochum statt. Das hatte den Vorteil, dass die Gäste nun mehr aus der Enge der Einrichtung herauskamen.

Alphabetisierung

Der Alphabetisierungskurs fand seit Anfang Dezember in der Köllerholzschule statt. Das hatte ich im Vorfeld sowohl mit der Schul- als auch der Sozialverwaltung in Abstimung mit dem Kursgeber IFAK e.V. („Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe“) abgesprochen.

Mir war es wichtig, dass zumindest ein kleiner Teil der Sprachkurse in unserem Haus weitergeführt wurde, um Kontakte und Beziehungen aufrecht zu erhalten. Ganz wesentlich war aber die Überlegung, dass dies für die Schulgemeinde gut sichtbar und im positiven Sinne präsent der „Normalfall“ war. So kam es dann auch.

Der Alphabetisierungskurs fand in der Folge jeweils viermal wöchentlich (dienstags bis freitags) von 14 bis 17.15 Uhr statt. Mit der aus dem Iran stammenden Kursleiterin gab es einen regelmäßigen Austausch, kannten wir doch die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer schon etwas länger.
Beglückend war es zu erleben, dass zwei unserer Gastschulkinder sich als „Co-Teacher“ anboten. So konnten sie das am Vormittag im Schulunterricht Gelernte auffrischen und weitergeben. Sie waren willkommen, mit Feuereifer dabei und machten die Sache sehr gut.

Ein 11-jähriges Mädchen machte in diesem Zusammenhang eine ganz besondere Erfahrung. Sie war als Alleinreisende ganz zu Beginn zu uns gekommen. Ihrem Vater war die Flucht erst später geglückt. Er zog zur großen Freude seiner Tochter Anfang Dezember ein. Nun war sie die Lehrerin ihres Vaters. Welche Motivation!
Im Laufe der Zeit stieg die Anzahl der Personen im Kurs, da nun auch vermehrt Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus anderen Stadtteilen hinzukamen, darunter auch vermehrt aus Afrika.

Anfragen

Es passierte nun häufiger, dass Deutsche mich in meinem Büro aufsuchten und nachfragten, ob die von ihnen betreuten Flüchtlinge am Schulunterricht oder am Deutschkurs teilnehmen könnten. Es hätte sich herumgesprochen, dass es an unserer Schule Möglichkeiten gäbe. Das ließ sich unkompliziert lösen. Einmal war es eine ehemalige Schülerin, die eine Flüchtlingsfamilie aufgenommen hatte und nun als junge Erwachsene wiederkam. Ein beglückender Moment!

Vorkommnisse
Entgegen aller geschilderten Befürchtungen zu Beginn der 13 Wochen gab es nicht ein einziges Vorkommnis, aufgrund dessen ich mich mit der Heimleitung ernsthaft hätte in Verbindung setzen müssen. Das lag zum einen sicherlich an der dauerhaft gut aufgestellten Kommunikation, zum anderen aber auch am sehr zuvorkommenden und respektvollen Verhalten der Gäste.
Dass ein Flüchtling einmal mit dem Fahrrad über den Schulhof brauste, ein anderer zweimal gegen einen Lederball kickte und ein weiterer hinter einer Absperrung drei Zigaretten rauchte war eher marginal… .

Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen, die diesen letztlich erfolgreichen Weg mitgegangen sind. Besonders bei unseren Schülerinnen und Schülern, die unser Leitbild „Respekt und Solidarität – Vielfalt als Chance“, das ich hier zitieren möchte, gelebt haben: „In unserer Schule leben und lernen Kinder mit vielfältigen Begabungen, unterschiedlicher sozialer oder ethnischer Herkunft und verschiedener kultureller Orientierungen und religiöser Überzeugungen. Im Umgang mit unseren Schülerinnen und Schülern und untereinander fördern wir Teamgeist, Sensibilität und gegenseitige Achtung.“



gez. Stephan Vielhaber, 31.12.2015


Anmerkung
(zitiert aus dem Bildungsportal des Landes Nordrhein Westfalen):


In NRW sind alle Menschen willkommen, die vor Krieg und Terror aus ihren Heimatländern geflohen sind. Die Kinder und Jugendlichen werden das soziale Miteinander und den Unterricht in unseren Schulen bereichern. Nordrhein-westfälische Schulen stehen derzeit wegen der vielen neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler vor enormen Herausforderungen. Bei der Bewältigung dieser Aufgaben helfen die bestehenden guten Strukturen. Verbunden ist dies jedoch oft mit großem persönlichen Einsatz und Anstrengungen aller. Schulministerin Sylvia Löhrmann dankt daher allen Beiteiligten: „Das Engagement unserer Zivilgesellschaft zur Integration von Flüchtlingen kann gar nicht hoch genug geschätzt werden.“





Schülerbericht

Mini-KITA

Wie wir wissen, gibt es viele Menschen die vor dem Krieg flüchten und nach Deutschland kommen um Schutz zu suchen. Viele Schulen sind betroffen und haben Flüchtlinge in der Turnhalle. Unsere Schule hat auch Gäste in der Turnhalle! Das ist gar nicht schlimm, denn die Menschen sind ganz freundlich und nett.

Deswegen haben Herr Vielhaber und Frau Mawick sich Schönes ausgedacht und zwar: Einen Kindergarten für die Kleinkinder der Gäste aus der Turnhalle! Also hat Frau Mawick eine Liste gemacht. Tina, Jonas, Ayleen, Ben, Finja und ich waren die erste Gruppe, die mit den Gästen aus der Turnhalle von 9 Uhr bis 11 Uhr gespielt uns sie betreut hat.

Am Montag haben wir die sechs Kinder abgeholt, sind mit ihnen in die Villa Kunterbunt gegangen und haben mit ihnen Playmobil gespielt. Ben hat mit einem Jungen mit einem Ball gespielt. Ein Mädchen hat die ganze Zeit gekocht und eine Mutter hatte zwei Babys und die waren voll süß.

Am Dienstag hat eine Gastfamilie noch in der Halle gefrühstückt und wir durften uns dann dazu setzen und unser Frühstück auch daneben essen. Anschließend sind wir wieder in die Villa Kunterbunt gegangen und haben gespielt. Dann haben Finja und ich einem Mädchen beigebracht unter dem Schrank herzukrabbeln. Danach haben wir mit Bausteinelementen Würfel gebaut.

Am Mittwoch haben wir UNO gespielt und Ben hat wieder mit einem Jungen Ball gespielt. Aber wir anderen auch. Schließlich sind wir raus gegangen und sind geklettert.

Am Donnerstag sind wir alle in den Wald gelaufen. Da war eine große Kuhle und in dieser Kuhle sind wir immer herrumgelaufen und sind geklettert. Ich bin mit Gastkindern die Kuhle hoch gelaufen und dieser Tag war am allerbesten von allen! Danach haben wir die Gäste wieder zurückgebracht.

Am Freitag waren wir zum letzten Mal in der Villa und haben uns einen schönen Tag gemacht. Nur ein Mädchen hatte einen kleinen „Bockanfall“. Ende!


von Maja, Klasse 4b




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