„Spielerisch die Welt gestalten“

Fortbildung „Spielort Natur: früher – heute – morgen“ setzt Akzente

Zahlreiche pädagogische Fachkräfte des Offenen Ganztags, Lehrerinnen und Lehrer und außerschulisch Tätige lockte es nach Bochum in die Köllerholzschule, um „Spielorte in der Natur“ im Wandel der Zeit unter die Lupe zu nehmen.

Nach der Begrüßung durch Petra Giebel (Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW) wurde der Vormittag zur Einführung in das Thema genutzt. Hans Peter Bergmann (Serviceagentur „Ganztägig lernen NRW“) stellte die Fortbildung als eine von vielen wünschenswerten Möglichkeiten vor, wie BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) auf verschiedenen Ebenen in der Ganztagsschule implementiert werden kann. Schülerinnen und Schüler können so fachliche Kompetenzen im Sinne der Kernlehrpläne und zugleich Gestaltungskompetenz im Sinne der BNE erwerben.

Das BUNDjugend-Projekt „Spielort Natur: früher – heute – morgen“ steht als ein Beispiel für Verzahnung zwischen Unterricht am Vormittag und unterrichtsergänzenden Angeboten im Ganztag. „Das Projekt ist hervorragend geeignet, um den Veränderungen der Spielorte und des Spielens im Dialog mit der älteren Generation gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern auf den Grund zu gehen, zu spielen und neue Spiele zu entdecken, Phantasieräume zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen zur Mitgestaltung der eigenen naturnahen Spielumgebung am Wohn- oder Schulort“, erläuterte Dr. Wiltrud Geurtz (BUNDjugend).

Die Stadtplanerin Christina Peterburs aus Dortmund referierte anschaulich, wie sich der Flächenverbrauch auf die „Natur-Spielewelt“ auswirkt. Sie erklärte Hintergründe und Vorgaben stadtplanerischer Tätigkeit und wie die Planer die Spielräume für Kinder gestalten bzw. verwalten, aber auch, wie es möglich ist, Kinder in die Planung und Umsetzung mit einzubeziehen.

Die Biologinnen Dr. Wiltrud Geurtz und Iris Kabus waren danach für den aktiven Teil der Fortbildung verantwortlich. Im Workshop dachten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Spiele und Spielorte der heutigen Kinder im Vergleich zur früheren Generation hinein. Als „Spielraumdetektive“ erkundeten und analysierten sie dann aktiv auf Streifzügen in die nähere Umgebung verschiedene Spielorte (Schulhof, Straße, Wald, Garten, Spielplatz) und „bespielten“ sie. Dies geschah mit viel Freude beim Spielen und im gemeinsamen Austausch.

Zum Abschluss des Tages stellte Kirstin Gembalies-Wrobel (Vernetzungsstelle Schulverpflegung NRW) an einigen Beispielen die Beziehungen zwischen BNE-Themen und den Kernlehrplänen dar. Sie gab Anregungen zur Reflexion der Fortbildung im Kontext von BNE mit Blick auf die nahe Zukunftsgestaltung am täglichen Einsatz(spiel)ort der Tagungsgäste.

Fazit: Ein sehr gelungener Tag!